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Wirtschaft Bahn-Finanzchef: Streiks belasten massiv
Nachrichten Wirtschaft Bahn-Finanzchef: Streiks belasten massiv
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16:29 30.05.2015
Der Bahn droht ein Abrutschen in die roten Zahlen. Quelle: Bernd Thissen
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Berlin

n. "Die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL haben uns schon bisher weit mehr als 300 Millionen Euro gekostet", sagte der Manager der "Welt" (Samstag). "Was den Gewinn angeht, wird dieses Jahr eine echte Herausforderung für uns."

Der Bahn drohe ein Abrutschen in die roten Zahlen. Nach dem Abzug von Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen sowie weiteren Posten blieben Lutz zufolge im vorigen Geschäftsjahr 288 Millionen Euro als Ergebnis übrig - die in diesem Jahr allein durch die Mehrkosten der GDL-Streiks bereits mehr als aufgezehrt würden. Geplante Investitionen könnten auch deshalb womöglich nur über die Aufnahme neuer Schulden finanziert werden.

Nach Lutz' Darstellung dürfte es für das Unternehmen zudem schwierig werden, auch nach einer erfolgreichen Schlichtung mit der GDL viele abgesprungene Kunden rasch wieder vom Verkehrsmitteln Bahn zu überzeugen: "Nach einer solchen Reihe von Streiks steigen die Leute nicht einfach wieder wie vorher in die Züge. (...) Das ziehen wir wie eine Schleppe hinter uns her."

Am Mittwoch hatte die Bahn nach fast einem Jahr Tarifverhandlungen einen Abschluss mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erzielt. Er bringt den Beschäftigten unter anderem eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen um 5,1 Prozent. Drohende Warnstreiks der EVG wurden damit angewendet. "Wir sind an die Grenze dessen gegangen, was unsere Geschäfte hergeben", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zu dem Tarifergebnis.

Mit der kleineren GDL, die mit zwei Warn- und sieben regulären Streiks Millionen Pendler und Zugreisende ausgebremst hatte, wurde nach langem Ringen ebenfalls am Mittwoch ein Schlichtungsverfahren vereinbart. Es wird von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie dem früheren brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) geleitet und soll zunächst bis zum 17. Juni laufen. Über den Inhalt der Gespräche drang bisher nichts nach außen.

dpa

Inmitten anhaltender Warnstreiks bei der Post kocht der Tarifkonflikt bei dem Bonner Brief- und Logistikkonzern weiter hoch. Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, warf dem Management unmittelbar vor dem Beginn neuer Verhandlungen am Montag in Berlin eine Verschleppungstaktik vor und drohte mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes: "Wenn der Post-Vorstand seinen Kurs so weiterfährt, dann laufen wir auf eine massive Konfrontation zu", sagte Bsirske der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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