Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft Bahnstrecke nach Stettin soll zweigleisig werden
Nachrichten Wirtschaft Bahnstrecke nach Stettin soll zweigleisig werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 13.03.2018
Deutsch-polnische Eisenbahn-Brücke. Quelle: Patrick Pleul (Archiv)
Anzeige
Neuhardenberg

Der bislang oft langsame Bahnverkehr von Deutschland nach Polen soll zukunftsfest ausgebaut werden. Nach einem jahrelangen Tauziehen zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Bund habe man sich nun auf einen durchweg zweigleisigen Ausbau geeinigt. Das sagte der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, am Dienstag nach einer gemeinsamen Sitzung mit den Landesregierungen von Berlin und Brandenburg in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland).

Der Bahn-Vorstand für Infrastruktur, Ronald Pofalla, sprach von einem Durchbruch. Zwar müssten die bisherigen Pläne jetzt verändert werden, die Verzögerung daraus solle aber im Rahmen eines Pilotprojekts zur Beschleunigung nur ein Jahr dauern. Womöglich könne die neue, dann zweigleisige und elektrifizierte Strecke bereits 2023 in Betrieb gehen.

Planungen für die Zukunft

Bahn-Chef Lutz sagte, konkrete Vereinbarungen müssten noch getroffen werden, es gebe jetzt aber große Bereitschaft des Bundes, der Bahn und der beiden Länder für den zweigleisigen Ausbau. Damit würden die notwendigen Kapazitäten für die Zukunft geschaffen. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Das ist ein sehr, sehr wichtiges Signal, auch in Richtung Polen.“ Auch im Nachbarland war wiederholt gefordert worden, die komplette Strecke zweigleisig auszubauen.

Ursprünglich hatte der Bund nur einen teils eingleisigen Ausbau bezahlen wollen, was von den Ländern als unzureichend abgelehnt worden war. Wenn es in einem Abschnitt nur ein Gleis gegeben hätte, wäre die Zahl der täglichen Verbindungen von vorneherein begrenzt gewesen. Dies hätte womöglich in wenigen Jahren neue Planungen und Erweiterungen erfordert, hatte das Land Brandenburg erklärt. Beide Länder hatten zuletzt bereits erklärt, für Planungskosten auch in Vorleistung gehen zu wollen.

Maßnahmenpaket für Berliner S-Bahn

Die Bahn sicherte der Region Berlin-Brandenburg zudem Verbesserungen im Regionalverkehr und bei der Berliner S-Bahn zu. So soll es bei der S-Bahn bereits nach Ostern ein ganzes Maßnahmenpaket geben, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, er habe sich sehr gefreut, dass die Bahn erkannt habe, dass sie hier nachsteuern müsse. „Viele Menschen brauchen jeden Tag diese Infrastruktur“, sagte Müller.

Weitere Verbesserungen soll es auch im Regionalverkehr für Pendler geben. Dazu wird Brandenburg neun Millionen Euro und Berlin drei Millionen Euro jährlich bereitstellen. Dazu sollen auch zusätzliche Wagen eingesetzt werden. Als Beispiel wurde genannt, dass auf der Linie RB 10 von Berlin-Südkreuz nach Nauen die Zahl der Sitzplätze von 460 auf 600 steige. Von Bad Belzig nach Berlin soll die Sitzplatzzahl von 300 auf 460 steigen.

Kooperation auf dem Wohnungsmarkt

Die beiden Landesregierungen kamen zudem überein, im Bereich des Wohnungsbaus enger zu kooperieren, um bezahlbaren Wohnraum im Umland zu schaffen. So soll unabhängig vom Landesentwicklungsplan in Brandenburg nach weiteren möglichen Bauplätzen gesucht werden. Müller sagte, die Baumaßnahmen könnten auch städtische Gesellschaften aus Berlin übernehmen. Gemeinsam wollen beide Länder auch die Sulfatbelastung in der Spree senken. Zudem soll es bald eine gemeinsame Übung für den Fall geben, dass die Afrikanische Schweinepest auch bei Schwarzwild im Berliner Stadtgebiet auftritt.

Von Rochus Görgen

Zwei Energieriesen, die bisher harte Konkurrenten waren, arbeiten zusammen: Eon wird das Stromnetz der RWE-Tochter Innogy übernehmen. 5000 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit abgebaut werden. In Fürstenwalde (Oder-Spree) blickt man mit Spannung auf den Deal. Dort sitzt die Edis AG, die zu Eon zu zwei Dritteln gehört.

16.03.2018

Im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften massive Warnstreiks noch vor Ostern angekündigt. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Dienstag in Potsdam, die Ausstände sollten in der gesamten Breite des betroffenen öffentlichen Dienstes der Kommunen und des Bundes stattfinden.

14.03.2018

Dass die Gewinne beim weltgrößten Autokonzern 2017 insgesamt sprudelten, war schon bekannt – nun hat Vorstandschef Müller die Zahlen für die Marken vorgelegt. Es läuft gut. Aber ganz verdaut sind die Folgen von „Dieselgate“ noch nicht.

14.03.2018
Anzeige