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Wirtschaft Bayern planen Windparks im märkischen Wald
Nachrichten Wirtschaft Bayern planen Windparks im märkischen Wald
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00:31 17.08.2015
Das Potenzial für Windräder ist offenbar immer noch nicht ausgeschöpft. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Widerstand gegen Windkraftanlagen wächst. Das bayerische Unternehmen Ostwind expandiert trotzdem nach Brandenburg und will in märkischen Wäldern Windparks errichten. Niederlassungsleiter Augustin Köllner erklärt, warum.

Augustin Köllner Quelle: Privat

MAZ: Der Sitz von Ostwind liegt im bayerischen Regensburg. Jetzt expandieren sie nach Brandenburg. Hat Bayerns Regierungschef Horst Seehofer Sie vergrätzt?

Augustin Köllner: Horst Seehofer hat tatsächlich auch etwas damit zu tun. Die neue 10H-Regelung, wonach Windräder einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zur nächsten Siedlung einhalten müssen, hat uns in Bayern einige Projekte gekostet. Aber wir wollen uns ganz unabhängig davon strategisch auf windstarke Regionen konzentrieren. Brandenburg und die neuen Länder standen schon immer in unserem Fokus – jetzt mit noch mehr personeller Power.

Kommunen sollen an Windparks mitverdienen

Aber die Regierungspartei SPD hat gerade den Flächenanteil für die Windkraft in Frage gestellt, eine Volksinitiative trommelt hier für eine 10H-Regelung. Haben Sie nicht Angst, dass sich der Wind auch hier gegen Sie dreht?

Köllner: Wir wissen natürlich, dass das ein Thema ist. Die Akzeptanz der Windkraft ist für uns sehr wichtig. Wir haben deswegen viele Bürgerbeteiligungsprojekte geschaffen. Zuletzt war in Bayern eigentlich jede Anlage ein kommunales Beteiligungsprojekt. Wir binden die Leute vor Ort ein, beteiligen sie an der Wertschöpfung.

Die Kommunen verdienen an der Windkraft mit?

Köllner: Nicht nur das. Wir arbeiten gezielt mit Kommunen oder Stadtwerken zusammen. So haben einige Gemeinden in Bayern die Windparks direkt übernommen und führen sie jetzt selbst.

Windparks auf der Kohlegrube

Wo drehen sich die Ostwindräder schon in Brandenburg?

Köllner: Unsere Schwerpunkte liegen bislang in der Lausitz und in der Prignitz. Bei Cottbus haben wir Anlagen im ehemaligen Tagebaugebiet geplant und aufgestellt. Das sind für uns Leuchtturmprojekte, weil Baugrund und Fundamentgründung in Bergbaufolgelandschaften eine besondere Herausforderung darstellen. Mit unserer Niederlassung in Potsdam wollen wir jetzt noch näher dran sein an den Projekten, an den Beteiligten vor Ort, den Gemeinden und Behörden. Nicht nur in Brandenburg, in ganz Ostdeutschland.

In Bayern haben sie gerade mehrere Windkraftanlagen in Wäldern fertiggestellt. Wollen sie auch die Brandenburger Wälder nutzen?

Köllner: Interessant ist ja, dass wir unsere ersten Waldwindparks in Sachsen und Brandenburg entwickelt haben, so auf der aufgeforsteten Halde Trattendorf bei Spremberg oder auf bewaldeten Flächen bei Jänschwalde. In Bayern ist dies heute Standard. Für uns ist das Thema also nicht neu – im Gegenteil, da haben wir die Erfahrung und das Know-how.

Wälder werden für Windräder geopfert?

Köllner: Wir reden über Wirtschaftswälder, also beispielsweise einen Fichtenforst, der der Holzgewinnung dient. Prinzipiell gehen wir äußerst sparsam mit der Waldfläche um, nutzen wo immer möglich bestehende Rückegassen und Forstwege, orientieren uns an der vorhandenen Erschließung. Am Ende ist es nur eine sehr begrenzte Fläche, die tatsächlich aus der forstlichen Nutzung herausgenommen wird. Und was gerodet werden muss, forsten wir an anderer Stelle wieder auf.

Brandgefahr ist „sehr unwahrscheinlich“

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg ist enorm groß. Was, wenn ein Generator in Brand gerät?

Köllner: Wir nehmen den Brandschutz im Wald sehr ernst. Darum gibt für jedes Projekt ein eigenes Brandschutzgutachten, die regionale Feuerwehr wird einbezogen. Statistisch gesehen ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass eine Anlage Feuer fängt.

Brandenburg ist eines der führenden Länder bei der Windenergie. Ist der Markt nicht schon übersättigt?

Köllner: Wir sehen das nicht so. In vier von fünf Planungsgemeinschaften werden neue Flächen dazukommen oder bestehende Vorranggebiete erweitert. Außerdem hat das Repowering ein großes Potenzial...

...also das Aufrüsten oder Ersetzen bestehender Räder. Dadurch werden die Anlagen immer größer.

Köllner: Ja, aber mit neuen Generatoren, größeren Rotoren und entsprechenden Nabenhöhen auch viel effizienter. Eine neue Anlage ersetzt zwei bis drei alte.

Von Torsten Gellner

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