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Wirtschaft Bei Siemens fallen 6900 Stellen weg – auch in Berlin
Nachrichten Wirtschaft Bei Siemens fallen 6900 Stellen weg – auch in Berlin
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18:22 16.11.2017
Bedrohte Arbeitsplätze: Mitarbeiter des Gasturbinenwerks Berlin legen den sogenannten Läufer in das Turbinengehäuse ein. Quelle: Siemens
München/Berlin

Kahlschlag bei Siemens: Der Elektrokonzern will in den nächsten Jahren weltweit rund 6900 Jobs streichen, davon die Hälfte in Deutschland. Der Hintergrund: Siemens bekommt in der Kraftwerkssparte seine großen Gasturbinen in Deutschland und Europa nicht mehr los, was zu Preisverfall und Überkapazitäten führt. Zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen komplett geschlossen werden.

Auch die Region Berlin-Brandenburg ist betroffen. In Berlin sollen 870 Arbeitsplätze wegfallen, davon allein im traditionsreichen Dynamowerk 570, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Eine Schließung des Standortes Berlin sei jedoch nicht vorgesehen, hieß es weiter. Den Planungen zufolge sollen vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Engineering, Service und Vertrieb Arbeitsplätze in Berlin verbleiben. Im Gasturbinenwerk in Berlin-Moabit ist der Abbau von etwa 300 Stellen geplant. In Berlin gibt es insgesamt 11 500 Beschäftigte bei Siemens. Unklar ist, ob auch die Außenstelle des Gasturbinenwerks in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) betroffen ist. Dort arbeiten rund 100 Beschäftigte. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel, sagte auf Anfrage, es sei offen, ob die Abbaupläne auch Auswirkungen für Ludwigsfelde haben.

Die IG Metall kündigte harten Widerstand an. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, sagte Olivier Höbel, IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die Pläne seien fatal für die Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und die weitere Entwicklung der Zivilgesellschaft, betonte er. „Wir fordern Siemens-Chef Joe Kaeser auf, die Pläne für Schließungen und Stellenabbau zurückzunehmen.“Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, der auch im Aufsichtsrat des Münchner Konzerns sitzt, sagte: „Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ist angesichts der hervorragenden Gesamtsituation des Unternehmens völlig inakzeptabel.“ Die Probleme der betroffenen Bereiche seien seit Jahren abzusehen gewesen.

Siemens will den Abbau nach eigenem Bekunden „möglichst sozialverträglich“ regeln. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber nicht ausgeschlossen. „Die Energieerzeugungsbranche befindet sich in einem Umbruch, der in Umfang und Geschwindigkeit so noch nie dagewesen ist“, sagte Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis in München. Die Maßnahmen sollen „rasch und umsichtig“ umgesetzt und zugleich in künftige Wachstumstechnologien investieren werden. Die Einschnitte seien notwendig, „um unser Know-how bei der Kraftwerkstechnologie, bei Generatoren und bei großen elektrischen Motoren nachhaltig wettbewerbsfähig halten zu können“, sagte Davis.

Die Rotstift-Pläne hatten schon im Vorfeld vor allem in strukturschwachen Regionen im Osten für Proteste gesorgt. Die ostdeutschen Regierungschefs, darunter auch der Brandenburger Dietmar Woidke (SPD) hatten erklärt: „Sollte Siemens beschließen, Standorte in unseren Ländern zu reduzieren oder ersatzlos zu schließen, können und werden wir dies nicht akzeptieren“.

Von Igor Göldner

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