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Wirtschaft Berliner-S-Bahn: Das Schwitzen hat ein Ende
Nachrichten Wirtschaft Berliner-S-Bahn: Das Schwitzen hat ein Ende
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01:16 30.06.2018
Alles glänzt, so schön neu: Die S-Bahn Berlin hat 106 Züge bestehend aus 382 Wagen bestellt. Foto: dpa
Berlin

Der Lack glänzt, die Fensterscheiben sind noch frei von Kratzern und drinnen riecht es nach frisch verlegtem Teppich. Hereinspaziert! Die Neue stellt sich vor. Neugierige Blicke wandern im Zugtyp BR 484 der Berliner S-Bahn umher. Doch was ist eigentlich so neu hier, außer dass einige der blau-schwarzen Sitze noch in Plastik eingetütet sind und alles ein bisschen frischer wirkt? Einiges – versprechen diejenigen, die die neuen S-Bahnzüge für Berlin und Brandenburg produziert haben.

Auf dem Ring unterwegs

Die Hersteller, ein Konsortium aus Siemens und Stadler, haben am Mittwoch gemeinsam mit ihrem Auftraggeber, der S-Bahn Berlin, den ersten fertigen Halbzug des Modells 484 auf dem Gelände des Stadler-Werks in Berlin-Pankow präsentiert. Ab dem 1. Januar 2021 sollen zehn Vorserienzüge auf der Linie S 47 zwischen Südkreuz und Spindlersfeld durch Berlin und Brandenburg fahren, später sind sie auch auf den Linien S 8, S 46 und auf dem Ring unterwegs. Insgesamt 106 Züge, bestehend aus 382 Wagen wurden nach Angaben der Bahn bestellt, 900 Millionen Euro wurden investiert.

„Das Gelb sah so traurig aus“

Fahrgäste dürfen sich freuen, denn es gibt bei genauerem Hinsehen sogar einige Neuerungen – innen wie außen. Angefangen bei der Hülle, kommt die neue S-Bahn zwar in altbekannter Farbgebung daher. Doch die eierschalengelb-rote Lackerierung ist eine Nuance heller. „Das Gelb sah so traurig aus, deshalb haben wir es aufgehellt“, sagt Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin. Damit die Türen am Bahnsteig klar für Fahrgäste zu erkennen sind, sind sie nun schwarz lackiert und nicht wie bislang gelb-rot. Durch Kameras an den Wagen sieht der Lokführer, was am Bahnsteig passiert. Bislang konnte er das Geschehen nur über Spiegel an der Fahrerkabine beobachten.

Die Neue stellt sich vor: Ab 2021 fahren moderne Züge der Berliner S-Bahn durch Berlin und Brandenburg – mit einigen Veränderungen an Bord.

Im Innenraum hat das Schwitzen bei sommerlichen Temperaturen bald ein Ende: Fahrgäste dürfen sich über eine Klimaanlage freuen. Niemand muss mehr fürchten, dass er im Durchzug sitzt. „Die Fenster können nicht aufgeklappt werden, wenn klimatisiert wird“, erklärt Harald Schultz-Eich, Projektleiter von Siemens.

Mehr Platz und Videoüberwachung

Großzügiger sind im Innenraum die Stellflächen für Kinderwagen und Fahrräder. Es gibt horizontale Haltestangen überall und Monitore, worauf die nächsten Anschlüsse in Echtzeit angezeigt werden sollen. An der Decke hängen, kaum zu erkennen, Panoramakameras mit 360-Grad-Sicht, die das Geschehen im Wagen beobachten. Sicherer wird es für Rollstuhlfahrer. Für sie gibt es einen speziellen Bereich in unmittelbarer Nähe zum Fahrer. Ihm können sie über einen Taster signalisieren, dass er beim nächsten Halt eine Rampe am Bahnsteig ausfahren soll.

Der Regierende sitzt Probe

Bei der Einrichtung des Zuges hatten auch die Fahrgäste selber ein Mitspracherecht. 400 ausgewählte Tester durften vor zwei Jahren ein Modell des neuen Zugtyps begutachten und regten etwa an, dass es mehr Haltegriffe im Innenraum geben muss. Ganz genau sieht sich deshalb am Vorführtag auch Florian Müller vom Berliner Fahrgastverband die Ausbesserungen im neuen Halbzug mit seinen vier Wagen an: „Sieht ganz gut aus“, ist sein erstes Fazit: „Die S-Bahn hat akuten Wagenmangel. Wir freuen uns, wenn mit den neuen Wagen die S-Bahn-Krise ein stückweit behoben werden kann.“ Jetzt komme es darauf an, dass die neuen Züge ordentlich getestet werden.

Denn fahrbereit ist der neue Zug laut Bahn noch nicht. Innerhalb der kommenden Tage wird er an den Stadler-Standort nach Velten (Oberhavel) überführt. Dort wird die für alle Funktionen erforderliche Software aufgespielt und die Technik geprüft.

So manchen Fahrgast hat die Bahn schon beim Probesitzen an diesem Mittag überzeugt, wie etwa den Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD). „Wir freuen uns in ein neues Zeitalter des S-Bahnangebots zu blicken“, sagt er.

Von Diana Bade

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