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Wirtschaft Volksinitiative für Artenschutz auch in Brandenburg
Nachrichten Wirtschaft Volksinitiative für Artenschutz auch in Brandenburg
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00:21 16.02.2019
In Bayern ist das „Rettet die Bienen“ ein großer Erfolg. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Potsdam

Millionen Menschen haben sich in Bayern mit ihrer Unterschrift für den Schutz der Bienen stark gemacht. Das Volksbegehren unter dem Motto „Rettet die Bienen“ zum Schutz der Artenvielfalt ist ein Erfolg, an den Naturschutzverbände aus Brandenburg anknüpfen wollen. Nach MAZ-Informationen gibt es dafür bereits konkrete Pläne: „Die Umwelt- und Naturschutzverbände bereiten auch in Brandenburg eine Volksinitiative vor, um das weitere Artensterben aufzuhalten. Damit wollen wir noch im Frühjahr diesen Jahres starten“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Landesverbandes des Naturschutzbundes (NABU) in Brandenburg und des BUND Brandenburg, die der MAZ vorab vorliegt.

Wissenschaftliche Studien würden belegen, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind, heißt es weiter. Das Ergebnis in Bayern zeige, wie stark die Bürger von der Landespolitik Veränderungen zugunsten von Umwelt und Natur erwarten. „Die Landespolitik in Brandenburg tut nicht genug zum Schutz natürlicher Lebensräume“, kritisiert der NABU-Vorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Die Biene sei ein „Indikator“ dafür, was in der Landwirtschaft schief laufe: „Ein hoher Anteil schädlicher Pestizide und die Art der Feldbestellung lassen der Biene keine Chance.“ Ziel der Volksinitiative sei es, nicht nur Bienen, sondern auch anderen Insekten bessere Überlebensmöglichkeiten zu schaffen.

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Wenn die Volksinitiative in diesem Frühjahr startet, dürfte sie auch die Debatten im Wahlkampf befeuern. Umweltverbände waren gemeinsam mit den Grünen bereits erfolgreich mit ihrem Volksbegehren für mehr Tierwohl, das mehr als 100.000 Brandenburger unterzeichneten. Die Grünen in Brandenburg treten nach Angaben ihres Landesvorsitzenden Clemens Rostock zwar diesmal nicht als Mit-Initiatoren der Volksinitiative in Erscheinung, wollen diese aber tatkräftig mit Wahlkampfaktionen und Unterschriftensammlungen unterstützen. „Der Erfolg des Volksbegehrens in Bayern, zeigt, dass das Thema Artenschutz in der Bevölkerung angekommen ist und das wird in Brandenburg nicht anders sein“, sagt Rostock. Mit der Aktion wolle man sich bewusst nicht gegen die Landwirte richten. „Wir schimpfen nicht auf die Bauern, sondern wollen gemeinsam mit ihnen etwas gegen das Artensterben tun.“

Eine Million Bayern wollen die Biene retten

„Rettet die Bienen“: So hatten Natur- und Umweltschützer in Bayern in den vergangenen Wochen für ihr Volksbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt geworben. Die Initiatoren des Volksbegehrens hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die notwendige Zahl der Unterstützer bereits erreicht sei. Für einen Erfolg waren die Unterschriften von mehr als zehn Prozent aller Wahlberechtigten nötig - also knapp eine Million. Damit ist nun der Weg frei für einen Volksentscheid. Das Volksbegehren Artenvielfalt zielt auf Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Biotope sollen besser vernetzt, Uferrandstreifen stärker geschützt und der ökologische Anbau gezielt ausgebaut werden.

Der Brandenburger Bauernbund kritisiert das Volksbegehren in Bayern und lehnt verpflichtende Maßnahmen ab. „Diese widerliche Bauern-Hetze wird bundesweite Auswirkungen haben und kann das Höfesterben dramatisch beschleunigen“, sagt Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung. Mit den im Volksbegehren geforderten Öko-Quoten, Flächenstilllegungen und Bewirtschaftungsseinschränkungen würden viele Bauern faktisch enteignet, ohne wirklichen Nutzen für Natur und Umwelt, kritisiert Jung: „Die seit Jahrzehnten gleichbleibend geringen Flächen, auf denen Insektizide zur Anwendung kommen, können nicht für einen Insektenschwund verantwortlich sein. Wir müssen an die Größenordnungen ran, die jedes Jahr zubetoniert werden für Siedlungs- und Straßenbau und an die Obst- und Gemüsegärten, die immer mehr in sterile Rasenflächen verwandelt werden.“

Vor allem die intensive Landwirtschaft trägt nach Ansicht von Ökologen zum Verlust der Artenvielfalt bei. Den Initiatoren der Brandenburger Volksinitiative geht es deshalb vor allem darum, in ganz Brandenburg zusammenhängende Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Die Brandenburger Agrarlandschaft sei in weiten Teilen nicht „reich“ struktuiert, kritisiert der BUND Brandenburg. „Die Größe einzelner Felder sind enorm, es fehlt an Nahrung für Insekten und Vögel“, so der Landesvorsitzende Carsten Preuß.

Von Diana Bade

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