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Blüten im Portemonnaie

Falschgeld Blüten im Portemonnaie

Gefälschtes Geld kann unbemerkt in die Geldbörse gelangen und dann unwissentlich zum Zahlen für den Einkauf gereicht werden. Auch wenn die Polizei Fragen stellen wird, strafbar ist das nach Meinung von Fachleuten zunächst einmal nicht. Dennoch kann die Bezahlung von erworbenen Waren gelegentlich mit Problemen verbunden sein.

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Im Portemonnaie landen auch falsche Scheine.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Geld regiert die Welt – und vor allem unseren Alltag. Bald jeden Tag greifen wir zu Bargeld oder zücken EC- und Kreditkarten, um Rechnungen zu begleichen. Doch was, wenn unwissentlich Falschgeld erwischt wurde oder das digitale Portemonnaie streikt. Für eventuelle rechtliche Probleme sollte man gewappnet sein.

Bargeld kommt im neuen Design daher. Seit Ende des vergangenen Jahres etwa ist ein neuer 20-Euro-Schein in Umlauf. Was, wenn ahnungslose Käufer versehentlich mit einer Blüte zahlen? Auch wenn sich der Kunde keine Gedanken gemacht hat, wie er an das Geld gekommen ist, könne die Polizei intensiver nachfragen, sagt Daniel Nierenz, Partneranwalt der Roland-Rechtsschutzversicherung. Wer aber wirklich aus Versehen einen gefälschten Schein weitergibt, muss sich demnach nicht sorgen, bestraft zu werden. Allerdings werde Falschgeld meist eingezogen und der Kunde bleibe dem Verkäufer den Betrag der „Blüte“ schuldig. Ist dem Betroffenen ein gefälschter Schein indes bereits selbst aufgefallen, möge er am besten die Polizei informieren, rät das Bundeskriminalamt. Im Zweifel kann auch bei der Hausbank nachgefragt werden, ob ein Schein echt ist.

Ähnlich wie bei den Noten verhält es sich, wenn sich andere Münzen unter weitergegebenes EU-Geld mischen. Bezahlt man selbst unwissentlich mit einer solchen Münze, hat man wie bei den Blüten rechtlich nichts zu befürchten. „Versucht jemand indes, seinem Gegenüber andere Münzen als Euro- oder Cent-Stücke unterzuschieben, gilt das eigentlich als Betrug und ist somit strafbar“, so Nierenz. Vor allem für Verkäufer gelte: Augen offen halten!

Kartenzahlung nicht immer möglich

Der Einsatz von Karten für Kleinbeträge ist nicht immer so einfach, wie einige sich das wünschen mögen. Da für Geschäftsinhaber der bargeldlose Zahlungsverkehr mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden ist, lassen viele – besonders kleinere Händler – Kartenzahlung gar nicht oder erst ab einer bestimmten Summe zu. „Das ist erlaubt“, so Rechtsanwalt Nierenz. Denn es bestehe keine allgemeine Pflicht, Kartenzahlung zu akzeptieren. Der Händler oder Restaurantbesitzer kann daher durch seine Geschäftsbedingungen bestimmen, ob er Karten nimmt. Wurde etwa in einem Restaurant ohne nachzufragen Essen bestellt und der Besitzer akzeptiert keine Karten, muss der Gast laut Nierenz sofort Bargeld beschaffen. Schlimmstenfalls denke der Betreiber an Zechprellerei und rufe die Polizei.

Streikt die EC-Karte an der Tankstelle und das Auto ist schon vollgetankt, habe sich der Kunde zunächst nichts vorzuwerfen, so Nierenz. „Nach den Geschäftsbedingungen der Kreditkartenorganisationen ist man aber dann zur Barzahlung verpflichtet“, so der Jurist. Meist notiere sich der Tankwart das Kennzeichen, lasse sich den Personalausweis geben und beschreibe den Weg zum Geldautomaten.

Von Gerald Dietz

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