Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft Bombardiers Zugsparte hat einen neuen Chef
Nachrichten Wirtschaft Bombardiers Zugsparte hat einen neuen Chef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:50 10.12.2015
Montagehalle des Bombardier-Werk in Hennigsdorf. Das Unternehmen beschäftigt an seinem größten europäischen Standort rund 2200 Mitarbeiter. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Berlin

Die Konferenzunterlagen mussten sehr kurzfristig noch einmal korrigiert werden. Auf einer schon länger geplanten Runde mit internationalen Journalisten war eigentlich am Donnerstag am Sitz der Bombardier Transportation (BT) in Berlin der Präsident Lutz Bertling erwartet worden. Doch der Name Bertling tauchte in den Unterlagen gar nicht mehr auf, dafür ein anderer.

Der neue Präsident Laurent Troger. Quelle: dpa

Das hatte seinen Grund. Überraschend gab es am Vorabend beim kanadischen Flugzeug- und Zughersteller Bombardier einen Wechsel an der Spitze der Zugsparte. Bertling legte sein Amt nieder, wie der Konzern in Montreal mitteilte. Der Nachfolger wurde sogleich benannt. Es ist der bisherige Technikchef Laurent Troger. Und der Franzose Troger ließ es sich nicht nehmen, sich auf der Konferenz in Berlin zu präsentieren, um einen Einblick in die Welt von Bombardier Transportation zu geben. Bertling war erst vor zweieinhalb Jahren vom Hubschrauberbauer Eurocopter zu Bombardier gekommen. Bertling wolle andere Karrieremöglichkeiten verfolgen, teilte Bombardier mit, ohne Näheres zu offenbaren.

Hennigsdorf muss weiter um Arbeitsplätze zittern

Troger kündigte an, vorausschauender in den Markt zu gehen und schneller zu reagieren. „Wir waren sehr reaktiv und wir werden proaktiver werden.“ Was das für die 2200 Beschäftigten im größten deutschen Bombardier-Werk in Hennigsdorf (Oberhavel) bedeutet, ließ Troger offen. Bertling hatte dort einen Arbeitsplatzabbau in Aussicht gestellt und Näheres für den Sommer 2016 angekündigt. Troger sagte lediglich, das Geschäft in Hennigsdorf laufe normal. „Für den Augenblick haben wir keinen Stellenabbau angekündigt.“ Das bedeutet wohl, dass der Standort Hennigsdorf weiter um Arbeitsplätze zittern muss. Nachdem Bombardier aus dem Rennen um den Auftrag für neue S-Bahn-Züge in Berlin ausgestiegen war, hatte der damalige Präsident Bertling gesagt, dass Hennigsdorf möglicherweise nicht komplett zu halten sei.

Trends liegen gut für Bombardier

Das Unternehmen mit weltweit 39  700 Mitarbeitern ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Schienenverkehrstechnik. Der neue Präsident Troger kündige an, den Umsatzanteil der Geschäftsfelder Service und Signaltechnik bis 2020 weiter zu steiger. Loks und Wagen würden dann nur noch 55 Prozent des Geschäfts ausmachen, heute seien es 65 Prozent. Bombardier müsse die weltweiten Megatrends für sich nutzen: Bevölkerungswachstum, Verstädterung und wachsendes Umweltbewusstsein. Troger: „Die Trends sind gut für uns.“

Das Werk in Brandenburg

2200 Mitarbeiter

Henningsdorf (Oberhavel). Es ist das größte Werk des Unternehmens in Deutschland. Montiert werden Triebwagen für Züge vom Typ „Talent II“, der vor allem im Nahverkehr eingesetzt wird, sowie S-Bahnzüge unter anderem für Stuttgart und Straßenbahnen für Berlin.


Einen Börsengang plant der neue Präsident Troger offenbar nicht. „Das steht bis auf Weiteres nicht auf der Agenda“, sagte Troger. Sein Vorgänger Bertling hatte das in Aussicht gestellt. Mitte November hatte der Pensionsfonds der Provinz Québec angekündigt, mit einem Anteil von 30 Prozent bei Bombardier Transportation (BT) einzusteigen.

Von Igor Göldner

Volkswagen hadert noch immer mit den Folgen des Abgas-Skandals - die schwerste Krise in ihrer Geschichte sehen die Wolfsburger inzwischen aber auch als Treiber des Konzernumbaus. Kommt die Aufklärung voran?

10.12.2015

Getränke-Hersteller verweisen gern darauf, wie gesund ihre Fruchtsäfte sind. Doch wie weit dürfen sie bei Kindersäften gehen? Das klärte Karlsruhe jetzt im Fall Rotbäckchen.

10.12.2015

Die Lufthansa hat durch die fortgesetzten Streiks ihrer Piloten und Flugbegleiter rund eine halbe Milliarde Euro verloren. Diese Zahl nannte Konzernchef Carsten Spohr dem "Tagesspiegel" am Rande des Star-Alliance-Jahrestreffens in Chicago, wie die Zeitung online berichtete.

10.12.2015
Anzeige