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Nachrichten Wirtschaft Branche im Umbruch: Zufriedenheit sinkt
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14:56 14.06.2018
Im FX Center des Filmparks Babelsberg wurde kürzlich das erste Studio für volumetrische Aufnahmen auf dem Europäischen Festland vorgestellt. Quelle: Friedrich Bungert
Berlin

Die Digitalisierung mit den rasanten Umbrüchen auf den Märkten erweist sich für die Medien- und Kreativwirtschaft in Berlin und Brandenburg als leichter Stimmungskiller. Das ergibt sich aus dem neuen Medien-Barometer für 2018, der wichtigsten Branchenumfrage in der Region. Zwar gab eine Mehrheit von 55 Prozent der Unternehmen an, mit der eigenen wirtschaftlichen Lage zufrieden zu sein, das ist aber ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent. Zugleich erwartet der Großteil der Firmen (86 Prozent) steigende oder gleichbleibende Umsätze.

Der Geschäftsführer des Medienboard Berlin-Brandenburg, Helge Jürgens, sagte, die Arbeitswelt werde komplexer und würde sich massiv ändern, das bedeute zunächst auch viel Unsicherheit, Widerstände und Ängste. „Man muss den Unternehmen die Verunsicherung wegen der Digitalisierung aber auch zugestehen“, meinte er. Die größten Auswirkungen würden sich aus dem Umbruch der Märkte ergeben. So würden durch die Online-Nutzung ganze Produktketten wegfallen. Auch habe sich das Sehverhalten massiv geändert, neue digitale Plattformen drängten auf den Märkten, wie der Streaming-Dienst Netflix.

Die gesunkene Zufriedenheit der Branche erklärt sich die Vorstandsvorsitzende der Branchenplattform „media:net berlinbrandenburg“, Andrea Peters, mit der sehr stark projektabhängigen Arbeit der Firmen. „Die Stimmung ist beispielsweise eine andere, wenn ein Produzent während des Produzierens noch auf eine Förderzusage wartet.“

Die Digitalisierung sei vor allem eine Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, betonte Peters. Darauf würden die Unternehmen mit neuen, flexibleren Arbeitszeitmodellen reagieren, wie die Umfrage auch zeige. So würden 44 Prozent der befragten Unternehmen das ortsunabhängige Arbeiten anbieten, das sogenannte Homeoffice. Sogenannte Feel-Good-Manager sind in sieben Prozent der befragten Firmen im Einsatz, um die Stimmung in der Belegschaft hochzuhalten. Im Trend sind zunehmend auch Angebote zur Weiterbildung und Spezialisierung der Mitarbeiter.

Diese Instrumente sollen letztlich dem akuten Fachkräftemangel entgegenwirken, der vor allem in den Sparten IT, Software und Programmierung herrsche. 35 Prozent der Unternehmen beklagen der Umfrage zufolge ein zu geringes Fachwissen von Bewerbern.

Das Vorstandsmitglied der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Kerstin Jöntgen, appellierte an die Unternehmen, sich die zahlreichen Fördermöglichkeiten anzuschauen. So gebe es den Brandenburgischen Innovationsgutschein digital, der Firmen Zuschüsse von bis zu 500000 Euro bieten kann.

An der Befragung zum Medien-Barometer, diesmal mit dem Schwerpunkt „Arbeit 4.0“, beteiligten sich den Angaben zufolge 264 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg aus den Branchen Film, Game/Software, Fernsehen/Radio, Journalismus und Musik.

Von Igor Göldner

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