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Wirtschaft Studie: Märker sind Deutschlands größte Aktien-Muffel
Nachrichten Wirtschaft Studie: Märker sind Deutschlands größte Aktien-Muffel
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00:23 01.02.2019
Aktien: In Brandenburg haben sie als Geldanlage keinen guten Ruf. Quelle: AP
Potsdam

Geld in Aktien? Das ist doch unseriös. Diese Einstellung ist nirgendwo so stark verbreitet wie in Brandenburg. Dass die Deutschen allgemein der Börse skeptischer gegenüberstehen als andere Nationen, ist bekannt. Aber eine Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Versicherungsgruppe Axa belegt nun: Die meisten Deutschen haben eine schlechte Meinung von Geldanlagen vor allem zur Altersvorsorge an Kapitalmärkten – und am skeptischsten von allen sind die Märker.

Aktien-Anlagen sind „unseriös“

Grafik zur Aktien-Skepsis in Deutschland "Anlageverhalten der Deutschen 2018/2019". Quelle: YouGov/Axa-Konzern

Die Ostdeutschen – mit Ausnahme von Berlin – sind grundsätzlich skeptischer als die Westdeutschen. Frauen sind deutlich zurückhaltender als Männer in Sachen Börsenanlagen. Die angehende Rentnergeneration – die sogenannten Baby-Boomer – sehen Aktien unter allen Altersklassen am kritischsten: Sie halten dies grundsätzlich nur als Thema für Experten und rechnen überdurchschnittlich mit unkontrollierbaren Risiken. Auch das Meinungsforschungsinstitut TNS Kantar hatte solche Studien-Ergebnisse schon vorgelegt.

Brandenburger setzen auf Sicherheit

Speziell in Brandenburg sind die Menschen sicherheitsorientiert. Wenn schon Geld in Unternehmensanteilen, dann nur mit garantierter Rückzahlung des Einsatzes. Das sagen fast zwei Drittel der Befragten (Bund: 53 Prozent). Höher in der Gunst liegen Immobilien. In keinem anderen Bundesland sind so viele Befragte (17 Prozent) der Meinung, dass sich mit Immobilienfonds langfristig am ehesten ein Vermögen aufbauen lässt (Bund: 11 Prozent). Andererseits: Sparen lohnt sich sowieso nicht. Das sagen 15 Prozent der Brandenburger angesichts der niedrigen Sparzinsen (Bund: 9 Prozent).

Sparkasse MBS: Interesse steigt

Auch bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) registriert man eine „grundsätzliche Zurückhaltung“ der Kunden in Sachen Börsengeschehen. „Aber wir bemerken seit einigen Jahren eine stärkere Hinwendung zu Wertpapieren“, sagte MBS-Vorstandschef Andreas Schulz. „Auch 2018 hat sich bei der MBS der Nettoabsatz von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr erhöht.“ Angesichts der extrem niedrigen Zinsen seien aber immer mehr Kundinnen und Kunden bereit, Aktien beziehungsweise Aktienfonds ins Depot zu nehmen, um Rendite zu erzielen. Schulz betonte jedoch, dass die Frage der Wertanlage zum Kunden passen müsse.

Börse: Nur ein Hort der Zocker?

Kurzfristig dort mit Kursen zu spekulieren, halten sie tendenziell für interessant, aber als langfristige Anlage etwa für die Rente lehnen sie Aktien ab

Aktien-Skepsis in Deutschland: Vor allem die Baby-Boomer sind kritisch. Quelle: YouGov/Axa-Konzern
Die Inflationsrate wird schlecht geschätzt. Quelle: YouGov/Axa-Konzern

Ein strategischer Nachteil für die eigene Geldanlage: Die meisten Deutschen schätzen die Inflation falsch ein. „Ein Euro schmilzt schon bei einer Inflationsrate von nur zwei Prozent auf gut die Hälfte seiner heutigen Kaufkraft in 30 Jahren ab’“, sagt Schumacher und warnt vor Deckungslücken im Alter. Gerade die jungen Erwachsenen liegen bei der Geldentwertung daneben oder können sie gar nicht einschätzen.

Hintergrund zum Axa-Konzern

Der Axa-Konzern zählt mit Beitragseinnahmen von 10,9 Mrd. Euro (2017) und 9.087 Mitarbeitern zu den führenden Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppen in Deutschland.

Das Angebotsspektrum umfasst private und betriebliche Vorsorge, Krankenversicherungen, Schaden- und Unfallversicherungen sowie Vermögensmanagement.

Weltweit hat die Axa-Gruppe nach eigenen Angaben 165.000 Mitarbeiter und 105 Millionen Kunden in 64 Ländern. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte sie einen Umsatz von 98,5 Milliarden Euro.

Der Themenfokus „Anlageverhalten der Deutschen 2018/2019“ wurde im Rahmen des AXA Deutschland-Reports zu Ruhestandsplanung und -management durch insgesamt 2.083 Online-Interviews erhoben. Befragt wurde die Wohnbevölkerung repräsentativ in allen 16 Bundesländern nach Alter und Geschlecht. Die Ergebnisse wurden zudem zur Ableitung bundesweiter Aussagen bevölkerungsrepräsentativ gesamtgewichtet. Die Befragung wurde im Oktober 2018 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt und anschließend ausgewertet.

Weitere Ergebnisse und Informationen auf: www.axa.de/deutschland-report

Von Alexander Engels

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