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Wirtschaft Brandenburger gehen deutlich früher in Rente
Nachrichten Wirtschaft Brandenburger gehen deutlich früher in Rente
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15:30 26.10.2018
Die sogenannte Rente mit 63 wird in Ostdeutschland häufig in Anspruch genommen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Potsdam

Ostdeutsche gehen nach einer Untersuchung des Dresdner Ifo-Instituts früher in Rente als Westdeutsche. 2017 wechselten 42 Prozent aller Neurentner im Osten ohne Abschläge über die sogenannte Rente mit 63 in den Ruhestand. In Westdeutschland waren es nur 30 Prozent. Auch bei der vorzeitigen Rente mit Abschlägen liegt die Quote im Osten höher, nämlich bei 27 Prozent, während es in den alten Bundesländern nur 17 Prozent sind.

In Brandenburg gingen 26,7 Prozent der Neurentner in den regulären Ruhestand, 40,8 Prozent nutzten die vorzeitige abschlagsfreie Rente und 25,9 Prozent gingen mit Abzügen in den vorzeitigen Ruhestand.

Die Regelaltersgrenze liegt derzeit bei 65 Jahren und 7 Monaten. So lange haben in Ostdeutschland nur 24 Prozent aller Neurentner gearbeitet, in Westdeutschland sind es 45 Prozent. „Die Erklärung für den höheren Anteil bei der Rente mit 63 sind die ostspezifischen Erwerbsbiographien“, sagte Ifo-Forscher Joachim Ragnitz. „In der DDR war es üblich, frühzeitig ins Erwerbsleben zu starten, so dass in Ostdeutschland ein höherer Anteil an Personen die Voraussetzungen hierfür aufweist.“

„Wahlgeschenk an die ältere Generation“

Dass in Ostdeutschland auch häufiger die frühzeitigere Rente mit Abschlägen in Kauf genommen wird, habe wohl eher mit den höheren Rentenansprüchen der Frauen im Osten zu tun, mutmaßt der Forscher. „Eine Rente mit Abschlägen kann man sich eher leisten, wenn zwei Rentenbezieher mit hohen Bezügen in einem Haushalt leben.“ Dies ist in Ostdeutschland eher der Fall, weil die Beschäftigungsquote von Frauen deutlich höher lag. Das spiegele sich nun in den Altersrenten wider, so Ragnitz.

Ragnitz kritisierte die abschlagsfreie Rente als „Wahlgeschenk an die ältere Generation“. Das Rentensystem stehe vor Finanzierungsschwierigkeiten. Angesichts des Arbeitskräftemangels sei sie eine Fehlentscheidung gewesen. „Dies spricht dafür, bei den anstehenden Verhandlungen über die künftige Ausgestaltung des Alterssicherungssystems auch die Rente mit 63 kritisch zu überprüfen.“

Die Rente mit 63 war 2014 eingeführt worden. Demnach können Versicherte nach 45 Beitragsjahren vorzeitig ohne Einbußen in den Ruhestand zu gehen. Das frühestmögliche Eintrittsalter wird laut Rentenversicherung jedes Jahr um zwei Monate erhöht. Aktuell können Versicherte mit 63 Jahren und sechs Monaten in Rente gehen. 2021 liegt es dann erstmals bei 64 Jahren.

Von Torsten Gellner

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