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Wirtschaft Brandenburgs Bauern: Wohin mit unserer Milch?
Nachrichten Wirtschaft Brandenburgs Bauern: Wohin mit unserer Milch?
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20:00 14.03.2018
Viele Landwirte müssen sich nun nach einem neuen Anbieter für ihre Milch umsehen. Quelle: dpa
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Potsdam

„Milch ist unsere Leidenschaft.“ Das ist der Leitspruch der Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft (BMG), die auf eine über 100jährige Tradition zurückblicken kann. Die BMG gilt größter Milchhändler Deutschlands und war für viele Brandenburger Landwirte ein wichtiger Geschäftspartner. Doch seit wenigen Tagen ist die BMG Pleite – mit bösen Folgen für viele Milchbauern der Region.

Dutzende Milchbauern aus Brandenburg stehen nun vor dem großen Problem, dass sie kurzfristig – quasi über Nacht – andere Abnehmer für ihre Milch finden müssen. Doch die Kühe müssen jeden Tag gemolken werden und die Lagerkapazitäten sind knapp, erklärt Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbands. Deswegen würden einige Betriebe wohl auf ihrer Milch sitzen bleiben und ihnen bleibe nichts anders übrig, als sie wegzuschütten.

Fast eine Milliarde Kilo Milch abgenommen

Der Verbandspräsident kritisiert, dass die Molkerei die Landwirte bis zuletzt im Dunkeln gelassen habe. „Was mich besonders ärgert ist die Kommunikation der BMG mit ihren Mitgliedern“, sagte Wendorff. „Diese wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist eine große Sauerei.“

Rund 950 Millionen Kilogramm Rohmilch hat das Unternehmen pro Jahr abgenommen – etwa drei Prozent der deutschen Milchmenge.

Bauernbund spricht von Marktversagen

Der Brandenburger Bauernbund sieht in der Pleite des Milchhändlers einen „Ausdruck von Marktversagen“: „Sicher stecken auch betriebswirtschaftliche Fehler dahinter, aber letzten Endes ist die BMG gescheitert am unseligen Zusammenwirken von staatlicher Marktintervention und monopolartigen Strukturen in der Molkereiwirtschaft“, sagte Bauernbund-Vorstand Hans-Jürgen Paulsen. Der Staat habe seit Dezember zuvor aufgekauftes Magermilchpulver zu einem Billigpreis auf den Markt geworfen. Dies habe die Preise gedrückt und das Unternehmen letztlich ins Schlingern gebracht.

„Bei einem solchen Preisdumping hat ein freier Milchhändler keine Chance und das nutzen die großen Genossenschaftsmolkereien gnadenlos aus, die die Milch ihrer Mitglieder sicher haben und noch dazu den Preis beliebig drücken können“, so Paulsen. Er fordert ein Ende der staatlichen Marktintervention und eine Verordnung über Mindeststandards bei Milchlieferverträgen.

Von Torsten Gellner

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