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Brandenburgs Gastgewerbe im Aufwind

Hotel- und Gastronomie Brandenburgs Gastgewerbe im Aufwind

Über zwei Drittel der Hoteliers und Gastronomen gehen mit Zuversicht in den Sommer. Das geht aus einer Konjunkturumfrage des Branchenverbands Dehoga hervor. Danach sind die Umsätze um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Doch die Hoteliers und Gastronomen haben auch große Sorgen.

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Das Potsdamer Mercure: Der Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg ist für den Erhalt des Hotels und gegen einen Abriss, wie es die Stadtspitze plant.

Quelle: : MAZ

Potsdam. Brandenburgs Hoteliers und Gastronomen haben derzeit wenig zu klagen. „Die Stimmung ist gut. Wir erwarten eine gute Saison“, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Brandenburg (Dehoga), Olaf Schöpe, der am Montag zur Präsentation einer Konjunkturumfrage an einen Ort einlud, der zugleich ein Bekenntnis sein sollte: in das Potsdamer Hotel Mercure gleich neben dem Landtag. Über dessen Zukunft ist ein bizarrer Streit entbrannt: Die Stadtspitze will das frühere DDR-Interhotel am liebsten kaufen und dann abreißen, weil das Gebäude angeblich nicht ins Stadtbild passe. Für den Branchenverband ist das keine gute Idee. „Das ist ein gut gehendes Unternehmen. Das Mercure gehört zu Potsdam“, sagte Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke.

In der Branche wurde wieder mehr investiert

Besonders zufrieden sind derzeit die Hoteliers in Brandenburg. Fast jeder Zweite (48,7 Prozent) bewertete bei der brancheninternen Umfrage seine Geschäftslage als „gut“ – im Vorjahr waren es nur 27,6 Prozent. Nur 13 Prozent sprechen von einer schlechten Geschäftslage, im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als doppelt so viele (27,6 Prozent). Gestiegen sind Zimmerauslastung (bei 45,5 Prozent der Betriebe, Vorjahr: 24,1) sowie Umsätze und Erträge. Es wurde wieder mehr investiert. 41 Prozent der Betrieb gaben an, stärker investiert zu haben, im Jahr davor waren es 29,3 Prozent.

Mit Blick in die Zukunft überwiegt bei den Hotelbetreibern die Zuversicht. Fast 68 Prozent erwarten 2016 gute Geschäfte, das ist ein Plus von fast 20 Prozent. 28 Prozent erwarten gleich bleibende Geschäfte. Nur 4,5 Prozent gehen von schlechten Geschäften aus.

Olaf Schöpfe, der Präsident der Brandenburger Dehoga

Olaf Schöpfe, der Präsident der Brandenburger Dehoga.

Quelle: MAZ

Auch in der Gastronomie stieg die Zufriedenheit – allerdings etwas geringer als bei den Hoteliers. 37,7 Prozent bewerteten ihre Geschäftslage als positiv, das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent. Schlecht nannten 19 Prozent der befragten Gastronomen ihre Lage (Vorjahr: 29,4). Umsatz und Auslastung blieben für eine Mehrheit gleich. Gut ein Drittel der Gastronomen gab an, die Preise für Speisen und Getränke erhöht zu haben. Bei den Erträgen ging es für eine Mehrheit der befragten Firmen nach unten: 46 Prozent verzeichneten sinkende Erträge – ähnlich wie im Vorjahr (48,7).

Die größte Baustelle bei Hoteliers und Gastronomen: Es herrscht gleichermaßen eine akute Not, qualifiziertes Personal zu finden. Rund zwei Drittel der Unternehmen gaben dies als Hauptproblem an. „Es gibt auch zu wenig Auszubildende“, sagt Präsidiumsmitglied Bert Krsynowski aus Neuruppin. Das liege oft an der Qualität der Ausbildung. Für einige Jugendliche seien offenbar die Arbeitszeiten in der Gastronomie unattraktiv, meinte Krsynowski.

Das „Kneipensterben“ geht weiter

Ähnlich wie im Handwerk fehlen auch im Gastgewerbe geeignete Nachfolger für aus Altersgründen ausscheidende „Chefs“ von Gasthöfen. Präsident Schöpe: „Wir suchen händeringend Betreiber für gut gehende gastronomische Einrichtungen.“ Er fürchtet, dass deshalb auch das „Kneipensterben auf dem Lande“ weiter geht. Eine Dorfkneipe zu übernehmen, sei nicht einfach. Es gebe aber inzwischen auch innovative Ansätze, wo der Bierverkauf gleich mit einer Biowirtschaft verbunden werde.

Oftmals würden Interessenten von bürokratischen Hürden abgeschreckt. Ein Beispiel sei die geforderte, sehr aufwendige Arbeitszeitdokumentation. Auch die vom Bundesgesetzgeber begrenzte tägliche Arbeitszeit in der Branche von zehn Stunden sei „wirklichkeitsfremd“, sagte Schöpe. Dies müsse dringend geändert werden. Es gebe Anlässe wie Hochzeiten, da könne es auch einmal länger gehen. Nötig sei eine flexible Wochenarbeitszeit, so der Dehoga-Präsident.

Der Dehoga hat nach eigenen Angaben 1200 Mitglieder – vom Café und der Kneipe über die Gaststätte, Pension und Hotel bis zum Luxushotel und sieht sich als „tragende Säule der Brandenburger Wirtschaft“. Die Branche insgesamt umfasst rund 6000 Betriebe mit 20 000 Beschäftigten und einem Umsatz von 880 Millionen Euro.

Gasthöfe-Tester kommen inkognito

Wie gut sind Service und Qualität in Brandenburgs Gastronomie? Diese Frage soll mit Hilfe von Restauranttestern beantwortet werden. Sie sind ab kommendem Wochenende bis Ende August in teilnehmenden Landgasthöfen, Ausflugslokalen, Cafés, Restaurants und Pensionen – und zwar inkognito, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) betont.

Geprüft wird in acht Kategorien: äußerer Einruck, Begrüßung/Empfang, Ambiente, Service, Speisen und Getränke, telefonische Reservierung, Bezahlen/Verabschiedung und Sauberkeit. Der Testbericht soll Stärken und Schwächen des Hoteliers oder Gastronomen zeigen. Die Besten erhalten im Herbst das blau-weiße Dehoga-Qualitätssiegel, das zwei Jahre gültig ist.


Dehoga-Vizepräsident Norbert Stolley über die geplanten Tests: „Die Qualität entscheidet, ob ein Gast wiederkommt oder nicht.“

Von Igor Göldner

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