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Wirtschaft Bürgschaften: Nachfrage sinkt trotz guter Konjunktur
Nachrichten Wirtschaft Bürgschaften: Nachfrage sinkt trotz guter Konjunktur
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11:52 26.02.2018
Brandenburgs Bürgschaftsbank-Chef Milos Stefanovic Quelle: dpa
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Potsdam

Die günstige wirtschaftliche Konjunktur in Brandenburg hat eine Kehrseite – zumindest für das Bürgschaftsgeschäft. Denn mit dem momentanen Wirtschaftsboom sinkt die Nachfrage von Unternehmen nach dieser Art verbürgter Kredite. Im vorigen Jahr vergab die Bürgschaftsbank Brandenburg 240 Bürgschaften, das sind 8,7 Prozent weniger als 2016. „Das ist schade, aber offenbar nicht aufzuhalten“, sagt am Mittwoch der Sprecher der Geschäftsführung, Milos Stefanovic.

Ausgeglichen wird dies aus seiner Sicht durch den Anstieg des Volumens bewilligter Bürgschaften auf insgesamt 84 Millionen Euro – das seien 5,7 Prozent mehr als 2016. Das Investitionsvolumen konnte sogar um 30 Millionen Euro erhöht werden.

Stefanovic hat für den Rückgang der Zahl der Bürgschaften eine Erklärung: die konkurrierendes Programme wie der staatlichen Förderbank KfW. Dort gebe es ein preiswertes Startgeld-Programm für kleine Fälle, weshalb Bürgschaften seltener nachgefragt würden. Aber auch das Mikrokredit-Programm des Landes trage zu diesem Trend bei.

Neu ist, dass von den Existenzgründern mit Kreditbedarf mehr als jeder Zweite eine Unternehmensnachfolge anstrebt. Und jeder fünfte Bürgschaftsfall sei inzwischen eine solche Nachfolge. Die Generation derjenigen, die in den 90er Jahren eine Firma aufgebaut hätten, würden jetzt ausscheiden und müssten ihre Betriebe übergeben. Studien hätten gezeigt, dass nur jedes zweite Unternehmen in der Familie weiter gegeben wird, so der Bürgschaftsbank-Chef.

Die Nachfrage nach Bürgschaften gebe es inzwischen in fast allen Branchen. Sogar in der Landwirtschaft, allerdings nur mit zwei Prozent. Den größten Anteil am verbürgten Kreditvolumen nehmen Industrieunternehmen ein, mit rund 28 Prozent ein. 23,2 Millionen Euro beträgt das Volumen, im Jahr davor waren es 17 Millionen Euro. Es folgen Handwerk, Handel und Dienstleistungen mit je 13 Prozent.

Der Kammerbezirk Potsdam, der das westliche Brandenburg umfasst, ist nach wie vor die wirtschaftlich stärkste Region im Land. Über die Hälfte aller Bürgschaftsurkunden (56 Prozent) wurden dort vergeben. Es folgen der Kammerbezirk Ostbrandenburg, der erstmals den Kammerbezirk Cottbus überholt hat.

Stabil seit Jahren ist die sogenannte Ausfallquote: Etwa jeder zehnte Existenzgründer schafft es trotz einer Bürgschaft nicht und geht pleite. „Jeder zehnte Euro ist weg“, sagte Stefanovic. „Wir wissen nur leider am Anfang nie, welcher von den zehn das ist.“ Das Risiko teilen sich Hausbank, Bund, Land und Bürgschaftsbank.

Die Bank ist privatwirtschaftlich geführt und bietet in Brandenburg seit 1991 Bürgschaften und Garantien für mittelständische Firmen bis 250 Mitarbeiter an. Diesen fehlt oft das nötige Eigenkapital für Investitionen sowie Kreditsicherheiten bei Banken.

Einer der Kunden, die erst kürzlich von der Bürgschaftsbank profitierte, sind die Gründer des Feinschmecker-Restaurants Kochzimmer, das Ende vorigen Jahres von Beelitz (Potsdam-Mittelmark) nach Potsdam umgezogen ist. 245 000 Euro gab es von der Bürgschaftsbank. Betreiber Jörg Frankenhäuser und seine Frau Claudia haben viel vor. Sie bieten „neue preußische Küche“ in Räumen an, die im Ambiente der 1950er Jahre ausgestattet sind.

Von Igor Göldner

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