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Bund will keine Komplett-Übernahme der Air Berlin

Insolvente Air Berlin Bund will keine Komplett-Übernahme der Air Berlin

Erst sah es so aus als wäre die Lufthansa der große Gewinner der Air Berlin-Insolvenz. Doch der Kranich wird nicht den Alleinzuschlag bekommen. Ebenso wenig wie die Mitbieter Wöhrl oder Easyjet. Das stellte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Samstag klar.

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Um die gescheiterte Fluggesellschaft Air Berlin ist ein Geschacher entbrannt.

Quelle: dpa

Berlin. Der Bund lehnt eine Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl klar ab. „Das Modell Air Berlin als eine eigenständige Airline ist ja gescheitert“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Samstag dem Inforadio des RBB. Man müsse „nüchtern zur Kenntnis nehmen, dass man jetzt mehrere Partner braucht“. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lag bis zum Samstagmittag noch kein Angebot von Wöhrl bei Air Berlin vor.

Es werde auch keinen Zuschlag alleine an die Lufthansa geben, mit der Air Berlin bereits Gespräche führt, sagte Machnig. „Das wäre kartellrechtlich und wettbewerbsrechtlich gar nicht möglich.“ Nach eigenen Angaben ist der Bund an den Verhandlungen nicht beteiligt und steuert sie auch nicht.

Eigentümer Etihad streicht das Bonusprogramm

Air Berlin spricht nach eigenen Angaben außer mit dem deutschen Marktführer Lufthansa mit zwei weiteren Unternehmen. Als Interessenten gelten die britische Billiglinie Easyjet, Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor. Die Verhandlungen hatten dem Vernehmen nach am Freitag begonnen und sollen schon bald beendet werden. Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz beantragt, nachdem der Großaktionär und Partner Etihad der Fluggesellschaft die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.

Kunden können ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. „Wir müssen das Meilensammeln und das Meileneinlösen solange aussetzen, bis wir Klarheit über die Situation bei Air Berlin erlangt haben“, hieß es auf der Seite des Programms Topbonus. Ein Airline-Sprecher sagte: „Air Berlin bedauert, dass der Mehrheitseigner das Topbonus-Programm offenbar nicht weiter führen will.“ Etihad hält 70 Prozent an dem Vielfliegerprogramm, Air Berlin 30 Prozent.

Die Monopolkommission widerspricht dem Verkehrsminister

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, warnte vor einer politisch motivierten Bevorzugung der Lufthansa bei der Zerschlagung von Air Berlin. Ein Ausbau der Lufthansa-Marktanteile in der internationalen Luftfahrt sei zwar grundsätzlich zu begrüßen. „Es überzeugt aber nicht, wenn dies dadurch erfolgen sollte, dass auf Wettbewerb auf deutschen Flugstrecken verzichtet würde“, sagte Wambach der „Welt am Sonntag“. In der Regel führe weniger Wettbewerb zu weniger Innovationen und zu unattraktiveren Produkten, meinte der Chef des Beratungsgremiums. Die Lufthansa müsse stattdessen auf guten Service zu attraktiven Preisen setzen.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dafür geworben, dass Lufthansa wesentliche Teile der insolventen Airline übernimmt: „Wir brauchen einen deutschen Champion im internationalen Luftverkehr“, hatte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Freitag) gesagt.

Von RND/dpa

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