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Commerzbank ernennt Zielke zum Blessing-Nachfolger

Banken Commerzbank ernennt Zielke zum Blessing-Nachfolger

Die Commerzbank ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Martin Blessing fündig geworden: Martin Zielke soll die deutsche Nummer zwei künftig führen. Aufsichtsratschef Müller geizt nicht mit Lob.

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Der Vorstand für das Privatkundengeschäft der Commerzbank, Martin Zielke, übernimmt die Führung des Bankhauses.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Martin Zielke wird neuer Commerzbank-Chef und damit Nachfolger von Martin Blessing. Der Privatkunden-Vorstand soll Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus vom 1. Mai an führen, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Zielke sitzt seit 2010 im Vorstand der Commerzbank. "Er hat auf eindrucksvolle Weise das Privatkundengeschäft zurück auf die Erfolgsspur gebracht", lobte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.

Der 53-jährige Diplom-Kaufmann Zielke machte damit das Rennen gegen eine Reihe interner und externer Kandidaten. "Mit ihm hat sich nach einem intensiven Auswahlprozess der richtige Kandidat durchgesetzt, dem der gesamte Aufsichtsrat sein Vertrauen schenkt", sagte Müller der Mitteilung zufolge. "Martin Zielke ist ein Vollblut-Banker, durch und durch, und er denkt immer vom Kunden her", wird Müller in einer internen Publikation zitiert, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. "Er hat Kurs gehalten, auch bei Gegenwind."

Der Aufsichtsrat hatte lange auch nach einer Frau als Nachfolgerin für Blessing (52) gesucht. Als interner Kandidat galt auch Vorstandsmitglied Markus Beumer (Mittelstand). Das Bundesfinanzministerium wollte sich zur Personalie nicht äußern und verwies auf die Unabhängigkeit der Entscheidungen des Aufsichtsrats. Rund 15 Prozent der Anteile liegen noch beim Bund.

Das Kontrollgremium segnete in seiner Sitzung zudem weitere Personalentscheidungen ab: Zielkes Nachfolger als Privatkundenvorstand wird Michael Mandel (49), bisher Bereichsleiter. Zudem rückt Bettina Orlopp (45) - zunächst als Generalbevollmächtigte - in das Gremium auf und übernimmt dort das neue Ressort Compliance, Personal und Recht. Damit werde die Bedeutung einer starken Compliance-Kultur unterstrichen, betonte die Bank.

Blessing hatte den Aufsichtsrat im Herbst mit seiner Ankündigung überrascht, seinen Ende Oktober 2016 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Er hatte Mitte Mai 2008 die Führung der Bank vom heutigen Aufsichtsratschef Müller übernommen. Seine Amtszeit ende "im gegenseitigen Einvernehmen" am 30. April, teilte die teilverstaatlichte Bank nun mit.

Blessing führte das Geldhaus durch schwierige Zeiten. Gerade einmal gut 100 Tage nach seinem Amtsantritt übernahm das Institut in der Finanzkrise die kriselnde Dresdner Bank - und wurde in der Folge selbst zum Sanierungsfall. Der Staat rettete die deutsche Nummer zwei mit Steuermilliarden und wurde zur Sicherheit gleich größter Aktionär der Commerzbank.

Lange musste sich Blessing daher als "Staatsbanker" und "Merkels Pudel" verulken lassen. Nach einem harten Sparkurs und dem Umsteuern etwa im Privatkundengeschäft verabschiedet sich der Manager nun mit einem Milliardengewinn und der ersten Dividende seit 2007 von der Spitze des zweitgrößten deutschen Geldhauses.

Für 2015 wies der teilverstaatlichte Konzern 1,06 Milliarden Euro Überschuss aus - fast vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. 250 Millionen Euro will die Bank ausschütten, der Vorstand stellte 20 Cent Dividende je Aktie in Aussicht. Das freut auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Beschlossen werden soll die Dividende bei der Hauptversammlung am 20. April.

Auch im Aufsichtsrat der Commerzbank steht ein Umbruch bevor. Chefkontrolleur Müller wird in diesem September 72 Jahre alt und müsste damit gemäß der intern bei der Commerzbank festgelegten Regelaltersgrenze bei der Hauptversammlung 2017 ausscheiden - sein Vertrag läuft allerdings noch bis zum Frühjahr 2018. "Die Suche nach einem Nachfolger für den AR-Vorsitz ist für mich nun die vordringliche Aufgabe", sagte Müller der internen Publikation zufolge. Er hatte zudem jüngst bekräftigt, einem Wechsel vor 2018 nicht im Wege stehen zu wollen.

dpa

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