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Das Bier zur Industriegeschichte

Serie: Bier in Brandenburg Das Bier zur Industriegeschichte

Die Alte Ölmühle war früher genau das, was der Name verrät – eine Fabrik zum Pressen von Öl aus verschiedenen Saaten. Vom Unternehmer Salomon Herz gegründet, produzierte das Werk als einer der größten Arbeitgeber in der größten Stadt der Prignitz bis 1991. Doch das Areal wurde wiederbelebt. Heute wird dort eine Spezialität gebraut – das „Herz-Bräu“.

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Im Brauhaus : Geschäftsführer Jan Lange (l.) mit Braumeister Andreas Hoppe.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. 90 000 halbe Liter Bier verkauft die Brauerei in der Alten Ölmühle zu Wittenberge (Prignitz) pro Jahr. Das ist eine ganz ansehnliche Menge für eine Schaubrauerei, vor allem wenn man bedenkt, dass Pils, Spezial und Dunkel erst seit 2009 aus den kupfernen Kesseln in die Edelstahltanks laufen. Die Alte Ölmühle war früher genau das, was der Name verrät – eine Fabrik zum Pressen von Öl aus verschiedenen Saaten. Vom Unternehmer Salomon Herz gegründet, produzierte das Werk als einer der größten Arbeitgeber in der größten Stadt der Prignitz bis 1991. Dann war Schluss. Quasi von einem Tag auf den anderen wurde die Ölmühle geschlossen und abgewickelt, wie auch das Zellwollewerk und die Nähmaschinenfabrik.

Andreas Hoppe nimmt Proben des frisch gebrauten Herz-Bräus

Andreas Hoppe nimmt Proben des frisch gebrauten Herz-Bräus.

Quelle: Andreas König

Leben kehrte auf das ehrwürdige Industriegelände erst mit den Elblandfestspielen zurück. Doch die Operetten- und Musicalgala, die einmal im Jahr mehr als 4000 Gäste an die Elbe lockt, würden als touristischer Magnet nicht reichen. Daher beschloss die Unternehmensgruppe Freizeitpark Wittenberge um Unternehmer Lutz Lange 2007, die bis dahin mit dem Vermarkten des Ölmühlengeländes beschäftigte Firma Genesis zu übernehmen. Nach und nach baute die neue Genesis den Standort aus: Restaurant, Schaubrauerei, Strandbar, Hotel, Indoor-Kletter- und Tauchturm und manches mehr entstanden auf dem traditionsreichen Gelände.

Von Anfang an mit dabei ist Braumeister Andreas Hoppe. Der 56-jährige Wittenberger hat das Handwerk einst an der Elbe gelernt, im VEB Brauerei Wittenberge. Als der Betrieb vor inzwischen mehr als 20 Jahren geschlossen wurde, ging Andreas Hoppe nach Lüneburg, wo er ebenfalls für eine Wirtebrauerei tätig war. Lutz Lange holte den Fachmann zurück in die Heimat und erteilte ihm den Auftrag ein Bier für Wittenberge zu entwickeln, das „runtergeht wie Öl“. Andreas Hoppe kreierte die drei Sorten Pils, Spezial und Dunkel, die sämtlich unter der Dachmarke „Herz-Bräu“ angeboten werden. Damit bezieht sich das Wittenberger Unternehmen auf den Gründer der Ölmühle, Salomon Herz. Ihm verdankt die Stadt nicht nur die Keimzelle der industriellen Entwicklung, sondern auch den Anschluss an die Berlin-Hamburger Eisenbahn. Der Bahnhofsvorplatz in Wittenberge trägt heute den Namen des in der Nazizeit verfemten jüdischen Industriellen.

Seit die Ölmühle über eigenes Bier verfügt, wächst dessen Absatz kontinuierlich. Mit dem jetzt erreichte Ausstoß ist nicht nur Geschäftsführer Jan Lange, Sohn und Geschäftspartner von Lutz Lange, zufrieden. Auch Andreas Hoppe sieht die Schaubrauerei auf gutem Weg. Mittlerweile ist die Brauerei der Alten Ölmühle Mitglied im Verein Brandenburger Kleinbrauereien. Daher wird das Unternehmen aus Wittenberge auch bei den Feierlichkeiten „500 Jahre Reinheitsgebot“ auf dem Potsdamer Luisenplatz am 23. und 24. April vertreten sein.

Zweitägiges Fest in Potsdam

500 Jahre alt ist das Reinheitsgebot: Bier darf nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen.

Das runde Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes wird in Potsdam am 23. April mit einem zweitägigen Fest begangen.

Im Jahr 2015 wurden im Land Brandenburg 3,87 Millionen Hektoliter Bier verkauft, 79,5 Millionen bundesweit.

Die MAZ stellt bis zum Jubiläum die Vielfalt märkischer Braukunst vor.

Alle Folgen dieser Serie unter www.MAZ-online.de/Bierstrasse

Apropos Reinheitsgebot: Das ist für Anderas Hoppe das Maß aller Dinge. „Ins Bier kommen nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser“, sagt der Braumeister. Das Jubiläum des Reinheitsgebots feiert die Schaubrauerei in der Ölmühle mit saisonalen Spezialitäten. So gibt es noch bis Ende April das „Märzen“, ein untergäriges Bier, das traditionell nur bis zum März, bis zur großen Braupause hergestellt wurde. Im Mai gibt es Maibock in der Alten Ölmühle. „Es befindet sich bereits im Gärtank“, wie Andreas Hoppe sagt. Für die Sommersaison gibt es die Idee, Brauereispezialitäten mit ungewöhnlichen Zutaten anzubieten. Erdbeerbräu könnte dabei sein, vielleicht auch noch andere Kreationen. In jedem Fall soll das Herz-Bräu eine Spezialität bleiben, die es vor allem im Restaurant zur „Alten Ölmühle“ gibt. Wer allerdings das besondere Geschmackserlebnis mitnehmen möchte bekommt einen Pack mit vier Bügelflaschen und passenden Gläsern.

Von Andreas König

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