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Steigt, steigt und steigt – das Brief-Porto

Standardbrief kostet bald 70 Cent Steigt, steigt und steigt – das Brief-Porto

Ab Januar kostet es 70 Cent, um einen normalen Brief zu verschicken. Es ist die vierte Preiserhöhung seit 2013. Auch für andere Briefe erhöht sich das Porto. Wir geben einen Überblick, was teurer wird und sagen, warum es für Postkunden trotz der Erhöhungen auch gute Nachrichten gibt.

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Wird immer teurer – einen Brief in den Briefkasten werfen.

Quelle: dpa

Berlin. Wie war das noch gleich? - 60 Cent, 62 Cent oder 70 Cent? Bei der Auswahl der richtigen Briefmarke für das Versenden eines normalen Standardbriefs gerät man schnell ins Grübeln: Kaum ist ein Jahr vergangen, schon sind die Preise nicht mehr gültig. Jetzt hat die Bundesnetzagentur die beantragten Preisaufschläge der Deutschen Post unter anderem für den Standardbrief erwartungsgemäß genehmigt. Es ist die vierte Preiserhöhung in Folge.

Auch andere Briefe werden teurer

Das Porto für Briefe mit einem Gewicht von 20 Gramm wird um 8 Cent auf 70 Cent ansteigen , ein Plus von 13 Prozent. Im Vergleich zu 2013, als erstmals nach mehr als zehn Jahren die Portopreise angehoben wurden, ist es sogar ein Anstieg von 27 Prozent. Anfang 2013 stiegen die Kosten für einen Standardbrief von 55 Cent auf 58 Cent, ein Jahr später auf 60 Cent und Anfang 2015 auf 62 Cent.

Teurer werden nächstes Jahr auch der Maxi- und Großbrief sowie das Einschreiben. Und Verbraucher fragen sich allmählich: Wann kommt das Preiskarussell endlich zum Stillstand?

Selbst der Präsident der Bundesnetzagentur, Jürgen Homann, konstatiert nüchtern: „Die Preiserhöhung ist deutlich“. Doch für die vielen Postkunden hat er zugleich eine gute Nachricht in seinem Genehmigungsgepäck: In den nächsten drei Jahren bleiben die Portopreise stabil. Die Deutsche Post, die sich als Marktführer jeden Preisschritt im lizenzierten Briefbereich genehmigen lassen muss, wurde darauf verpflichtet, bis einschließlich 2018 nicht an der Preisschraube zu drehen.

Was kostet was – eine Übersicht

Briefe national: Standardbriefe bis 20 Gramm innerhalb Deutschlands kosten ab Januar 70 Cent. Wer zum Jahreswechsel noch die bisherigen Briefmarken übrig hat, muss zusätzlich eine Ergänzungsmarke auf den Brief kleben.

Der Preis für den Versand einer Postkarte im Inland bleibt bei 45 Cent. Auch das Porto für Kompaktbriefe bis 50 Gramm (85 Cent) und Großbriefe bis 500 Gramm (1,45 Euro) erhöhen sich nicht. Maxibriefe bis zu einem Kilo Gewicht werden teurer: Bislang kosteten sie 2,40 Euro, ab 2016 werden 2,60 Euro fällig.

Briefe international: Der Versand von Standardbriefen und Postkarten ins Ausland wird teurer: Er steigt von 80 auf 90 Cent. Wer einen Großbrief mit einem Gewicht von bis zu 500 Gramm verschickt, muss künftig 3,70 zahlen - bislang kostete er 3,45 Euro. Das Porto für die übrigen Formate ändert sich nicht.

Einschreiben: Wer einen Brief als Einschreiben verschickt, muss ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Das Einwurf-Einschreiben, bei dem der Zusteller den Einwurf in den Briefkasten bestätigt, kostet ab 2016 zusätzlich zum Porto 2,15 Euro. Bisher waren es 1,80 Euro. Für Einschreiben, dessen Erhalt mit einer Unterschrift quittiert wird, werden 2,50 Euro statt 2,15 Euro zusätzlich fällig. Wer darüber hinaus darauf besteht, dass der Brief ausschließlich dem Empfänger ausgehändigt wird, muss weitere 2,15 Euro zahlen und nicht wie bisher weitere 1,80 Euro. Soll noch ein Rückschein als Empfangsbestätigung verschickt werden, werden zusätzlich noch einmal 2,15 Euro fällig, bisher kamen weitere 1,80 Euro hinzu. Ein Einschreiben mit Rückschein, das ausschließlich dem Adressaten übergeben wird, kostet damit künftig 6,80 Euro statt 5,75 Euro.

Post steht seit einigen Jahren stark unter Druck

Zuvor hatte die oberste Aufsichtsbehörde über die Postmärkte die Maßgrößen für die Preisschritte festgelegt. Hintergrund waren dabei Anpassungen der Bundesregierung in der sogenannten Post-Entgeltregulierungsverordnung von Frühjahr dieses Jahres. Dabei sollte der Post wegen der sich verändernder Märkte in Richtung Digitalisisierung eine höhere Umsatzrendite zugestanden werden.

Vor wenigen Wochen veröffentlichte die Bundesnetzagentur die neu festgelegten Rahmendaten: Unter anderem ermittelte sie für die kommenden drei Jahre einen Produktivitätsrückstand von 5,8 Prozent. Einschließlich Inflationsrate ergibt sich daraus ein Preiserhöhungsspielraum von mehr als 7 Prozent.

Tatsächlich steht die Post seit einigen Jahren in der klassischen Briefsparte wegen eines rückläufigen Sendungsvolumens stark unter Druck. Immer mehr Menschen kommunizieren elektronisch über E-Mail, SMS oder Messenger-Dienste. Gleichzeitig laufen der Post die Kosten davon.

Porto-Erhöhung verschafft der Post Luft

Wie schwierig es ist, diese zu drücken, hatte auch der vergangene Poststreik gezeigt. Gegen die Ausgliederung von Paketzustellern in DHL-Töchter mit günstigeren Tarifen waren Beschäftigte mehrere Wochen lang in den Ausstand getreten. Nun bekommen die Bonner durch einen größeren Preisschritt beim Porto etwas Luft, was die Postkonkurrenten wiederum erzürnt.

Der Chef des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik, Florian Gerster, spricht von „Ausbeutung eines Monopol zu Lasten der Briefkunden“. Die vorgesehene Portoanhebung sei ein „Anschlag auf den Wettbewerb“, schimpft er. Der Verband vertritt die Interessenten zahlreicher mit der Post im Wettbewerb stehenden Paket- und Postdienstleister wie Hermes, DPD, GLS, UPS oder Pin Mail.

Deutsche Preise sind im europäischen Vergleich nicht hoch

Auch nach vier Anhebungen in Folge sieht sich die Post aber keineswegs als Preistreiber. Ganz im Gegenteil: Selbst nach der geplanten Anpassung auf 70 Cent liege der Preis für den Standardbrief in Deutschland immer noch im Mittelfeld, verglichen mit anderen europäischen Ländern. Und die Belastung der Postkunden, sagen selbst Verbraucherschützer, halte sich in Grenzen. Wer 50 Briefe im Jahr versendet, muss 4 Euro mehr fürs Porto zahlen, bei 10 Briefen sind es weniger als 1 Euro.

Von dpa

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