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Wirtschaft Das bedeutet TTIP für den Verbraucher
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14:43 23.04.2016
25.000 Menschen haben am Sonnabend in Hannover gegen TTIP demonstriert.   Quelle: dpa
Berlin

 Das heftig umstrittene Freihandelsabkommen TTIP (englisch „Transatlantic Trade and Investment Partnership“, deutsch „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“) mit den USA soll noch dieses Jahr – vor der Wahl des neuen US-Präsidenten im November - auf den Weg gebracht sein. Am 24. April wollen US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen in Hannover dem Projekt endlich zum Durchbruch verhelfen. Obama eröffnet an dem Tag die Hannover Messe mit dem diesjährigem Partnerland USA und trifft sich am Rande der Messe mit Angela Merkel (CDU).

Einen Tag zuvor gibt es Gegenwind: Mehr als 25.000 Menschen sind gegen TTIP auf die Straße gegangen. Das Motto lautet „Obama und Merkel kommen: TTIP und Ceta stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“. Damit soll massive Kritik an den Verhandlungen über die Handelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (Ceta) deutlich gemacht werden.

Das TTIP-kritische Bündnis, dem zahlreiche Verbände, Gewerkschaften, Künstler und kirchliche Gruppen angehören, sieht durch die Abkommen soziale und ökologische Standards und die Rechtsstaatlichkeit bedroht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte Sonderklagerechte für Konzerne. Die Gewerkschaft Verdi warnte, dass Verstöße gegen wichtige Arbeitnehmerrechte nicht geahndet werden sollten. Die Organisationen werfen der Bundesregierung vor, Kritik nicht ausgeräumt zu haben.

Von Attac bis AfD: Eine Typologie des Protests

TTIP greift in alle Lebensbereiche ein und senkt Standards ab, die wir uns bitter, bitter erkämpft haben“, warnt Helga Laue vom Agrarbündnis Niedersachsen. Bei den Verhandlungen über das Abkommen gebe es weder Öffentlichkeit noch Transparenz, kritisierte Laue. „Das ist völlig inakzeptabel.“ TTIP werde negative Folgen für die Arbeitsbedingungen, Umweltstandards und die Landwirtschaft bringen und die Konzerne und die Billig-Produktion stärken.

Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss: Sollte es das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA geben?

Die EU und die USA verhandeln derzeit über ein Freihandelsabkommen (TTIP). Ziel ist nicht nur der Abbau von Zöllen sondern auch die Harmonisierung von Vorschriften – Handelshemmnisse aller Art sollen abgebaut werden. Aus europäischer Sicht könnte vor allem die Industrie davon profitieren. Kritiker gibt es auf beiden Seiten. In den USA fürchtet man neue Konkurrenz auf dem heimischen Markt, in Europa prägt die Sorge um den Verbraucherschutz die Debatte.

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MAZ erklärt, worum es bei TTIP eigentlich geht, wie sich die Lebensmittelproduktion in Europa und den USA unterscheidet, und was TTIP für die Verbraucher bedeuten könnte:

Hormonfleisch auf deutschen Tellern?
In den USA ist die Behandlung von Rindern mit sogenannten Wachstumshormonen üblich – in Europa ist diese Methode verboten. Kritiker befürchten, dass das Verbot mit TTIP aufgeweicht werden könnte. Die Europäische Kommission wiegelt ab.

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Pflanzen aus dem Genlabor
 
Mais, Soja, Raps und Zuckerrüben kommen in den Vereinigten Staaten nur noch selten in ihrer natürlichen Form vor. In Europa sind die Äcker dagegen fast frei von Gentechnik. Kritiker befürchten, dass mit TTIP mehr Gentechnik auf den Tellern der Verbraucher landet.

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Eine Chance für deutschen Käse
 
In Sachen Milch ticken Europäer und Amerikaner anders: In den USA sind Wachstumshormone für Milchkühe erlaubt, dafür gibt es strenge bakteriologische Grenzwerte für Käse. In der EU ist es umgekehrt. TTIP könnte aber vor allem europäischen Käsemachern Vorteile bringen.

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Chlor auf der Keule?
 
Gechlortes Hähnchenfleisch in der Pfanne? Bei dem Gedanken wird es vielen Verbrauchern ganz anders. Obwohl die Desinfektion Keime wie Salmonellen reduziert. Für die USA ist die Debatte in Europa unwissenschaftlich.

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Herkunft ungewiss
 
Nürnberger Rostbratwürste aus Amerika? Das wird es auch mit TTIP nicht geben, verspricht die EU-Kommission.
Die Europäer würden ihre geschützten Herkunftsbezeichnungen aber gerne auch auf dem US-Markt durchsetzen.

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Von MAZonline

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