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Der Bahnstreik läuft – so genervt ist Brandenburg

Neunte Arbeitsniederlegung seit September Der Bahnstreik läuft – so genervt ist Brandenburg

Seit Mittwochmorgen streiken die Lokführer – zum neunten Mal seit September. Auch an Pfingsten werden viele Züge nicht fahren. Viele Brandenburger sind nur noch genervt, und kritisieren vor allem die Gewerkschaft. Wir sagen worum es in dem Streik geht und wie sie durch den Streik kommen.

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Seit Mittwochfrüh wird gestreikt.

Quelle: dpa

Potsdam. Streik, Streik, Streik, Streik, Streik, Streik, Streik, Streik, Streik. Es ist ermüdend dieses Wort neunmal nacheinander zu lesen. Aber so oft haben die Lokführer seit September inzwischen ihre Arbeit niedergelegt. Der aktuellste Streik hat am frühen Mittwochmorgen begonnen.

Hier : Alles zu Notfahrplänen, Bahnalternativen und Rückerstattungen

Ein schon bekanntes Spiel beginnt damit wieder von vorne: Früher aufstehen, Notfahrplan studieren und dann in einen völlig überfüllten Zug steigen. Böse Zungen behaupten ja, dass die Notfahrpläne der Bahn in Streikzeiten zuverlässiger sind als die regulären. Dennoch: Bahnkunden, Reisende und Pendler sind zunehmend genervt von den sich wiederholenden Arbeitsniederlegungen der Bahn. Das zeigt auch eine MAZ-Umfrage. Maßlos ist das häufigste Wort, um den Streik zu beschreiben.

Volle Straßen – funktionierender Ersatzfahrplan

Seit Mittwoch stehen viele Züge also wieder still – der Ersatzfahrplan der Bahn greift und funktioniert im Raum Berlin/Brandenburg. Etwa 35 Prozent aller Züge fahren. Bei den Regionalzügen sind es etwas weniger. Auf den Straßen ist es voll, da viele Pendler nun mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Hier : Staus in Berlin/Brandenburg

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Maßlos – das ist das Wort, das die meisten Brandenburger für den Streik übrig haben. Sie kritisieren vor allem die unnachgiebige Gewerkschaft GDL.

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Streik über Pfingsten – viele Kurzurlaube werden wohl ausfallen

Erschwerend kommt beim aktuellen Streik hinzu, dass noch unklar ist, wann er aufhört. „Etwas länger“ als der letzte soll er dauern, sagt der Chef der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky. Zur Erinnerung. Der letzte Streik dauerte rund eine Woche.

Und noch nerviger für viele Bahnkunden dürfte sein, dass auch über Pfingsten gestreikt wird. Damit dürften viele Kurzurlaube und Verwandtenbesuche flach fallen. Und es dürfte voll werden auf den Autobahnen.

Übringes: Wann der Streik zu Ende geht, will die GDL zwei Tage vor Ende der Arbeitsniederlegungen bekannt geben. Bis dahin: Ersatzfahrpläne studieren und gelassen bleiben.

Darum geht’s im Dauerstreit

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer, GDL, will für ihre Mitglieder mehr Geld rausholen. 5 Prozent mehr Lohn bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeiten von 39 auf 37 Stunden. Außerdem sollen die Schichtpläne familienfreundlicher werden.

Ein Lokführer verdient als Berufseinsteiger 2488 Euro, zukünftig sollen es nach GDL-Forderungen 2612 Euro sein.

Während in Geld- und Arbeitszeitfragen ein Kompromiss denkbar scheint, ist es eine andere Forderung, die zum Dauerstreit geführt hat. Die GDL will künftig nicht nur Lokführer, sondern auch Zugbegleiter vertreten. Die Gewerkschaft vertritt etwa 20.000 Lokführer. Alle anderen Berufsgruppen der Bahn sind in der deutlichen größeren Gewerkschaft, der EVG, organisiert. Sie vertritt etwa 140.000 Beschäftigte. Die GDL will auch über die Tarifverträge der etwa 17.000 Zugbegleiter verhandeln. Die Bahn lehnt das ab. Sie will mit der GDL nur über Lokführer-Verträge verhandeln und keine konkurrierenden Gewerkschaften zulassen.

Dazu kommt ein politischer Konflikt. Die Bundesregierung will mit dem Tarifeinheitsgesetz den Einfluss kleinerer Gewerkschaften eindämmen, um zukünftig Streiks zu verhindern. Betroffen wäre auch die GDL. Die wirft der Bahn vor, mit ihrer Taktik Streiks zu provozieren und so indirekt die Verabschiedung und Verschärfung des Gesetzes zu forcieren.

Der Streik-Streit ist auch ein Streik der Persönlichkeiten

Der Eine: ruhig und bedächtig, ein wenig zu ruhig vielleicht. Der Andere: das Gegenteil, fast schon aufbrausend, beharrend. Oft wütend wirkend. Der eine ist Bahnvorstand Ulrich Weber, Verhandlungsführer für die Arbeitgeberseite. Der andere ist Claus Weselsky, Chef der GDL.

Seit September verhandeln beide in dem Tarifkonflikt. Eine Einigung scheint nicht in Sicht. Am Wochenende ist eine Gesprächsrunde geplatzt. Die Folge ist der aktuelle Streik. Die beiden Seiten machten sich gegenseitig Vorwürfe. Der Streit ist längst auch ein Streik der Persönlichkeiten geworden. Würden zwei Personen am Tisch sitzen, die besser miteinander könnten, vielleicht wäre der Konflikt bereits gelöst.

Weber und Weselsky scheinen nicht nur in der Auseinandersetzung naturgemäß unterschiedlicher Meinungen zu sein. Sie schätzen und mögen sich nicht besonders. Eine Schlichtung mit einem erfahrenen Moderator scheint daher unausweichlich.

Die bisherigen Streiks

1. September 2014: 3 Stunden Warnstreik

6. September 2014: 3 Stunden

7. und 8. Oktober 2014: 9 Stunden

15. und 16.Oktober 2014: 14 Stunden

17. – 20. Oktober 2014: 50 Stunden, insgesamt 61 mit Güterverkehr

6. – 8. November 2014: 64 Stunden, insgesamt 75 mit Güterverkehr

21. bis 23. April: 43 Stunden, insgesamt 66 Stunden mit Güterverkehr

4.-10. Mai 2015: 127 Stunden, insgesamt 138 mit Güterverkehr

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Von MAZonline

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