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Der Osten hat Nachholbedarf im IT-Bereich

„Gefährliche Situation“ Der Osten hat Nachholbedarf im IT-Bereich

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) forderte die Unternehmen auf, sich stärker den Erfordernissen der Digitalisierung zu öffnen. Seinem Berliner Amtskollegen Michael Müller (SPD) bot Woidke Hilfe bei der Suche nach Wohn- und Gewerberäumen für Start-ups an.

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Potenziale der Digitalisierung müssen mehr genutzt werden.

Quelle: Peter Steffen

Bad Saarow. Die mittelständisch geprägte Wirtschaft im Osten muss sich nach Ansicht von Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) stärker den Erfordernissen der Digitalisierung öffnen. „Wer sich nicht bewegt, wird irgendwann Probleme bekommen“, sagte Woidke auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow (Oder Spree), das Freitag nach zwei Tagen zu Ende ging. Es sei eine „gefährliche Situation“, wenn Firmenchefs um die 60 Jahre sagen, um die Digitalisierung könne sich der Nachfolger kümmern oder wenn Firmen angesichts einer sehr guten Auftragslage keine Zeit für dieses Thema hätten. Helfen würde eine engere Kooperation mit Instituten und Universitäten, diese werde weiter gefördert. Zugleich müsse die Wissenschaft noch wirtschaftsnäher werden, forderte Woidke. In der wirtschaftlichen Entwicklung habe der Osten in den vergangenen 25 Jahren große Fortschritte gemacht. „Wir müssen aber weiter hungrig bleiben und uns mit dem Westen messen“, betonte er.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wiederum warnte auf einer Podiumsrunde mit Woidke und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), davor, mit Begriffen wie der „4. industriellen Revolution“ gerade die Älteren im Osten abzuschrecken. Bei der Digitalisierung handele es sich um eine „technische Weiterentwicklung unter Nutzung von IT-Möglichkeiten“. Haseloff: „Wir sollten nichts überhöhen“.

Potenziale werden nicht genutzt

Einer der Referenten des Forums war der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI), Christoph Meinel. Er betonte, dass gerade kleinere und mittelständische Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung noch viel zu selten nutzen würden. Sein Institut unterstütze deshalb Unternehmen in der Region bei praktischen Fragen und Herausforderungen der Digitalisierung. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sei allerdings der Ausbau der digitalen Infrastrukturen und eine Intensivierung des Breitbandausbaus.

Meinel betonte, dass der Osten mit Transformationen gut umgehen könnte. Ähnlich wie nach 1990 werde sich die ostdeutsche Wirtschaft durch digitale Technologien radikal wandeln. „Wir sind die erste Generation, die sich in dieses Neuland vorwagt.“

Meinel forderte die Politik auf, sich stärker um weiblichen Nachwuchs im gesamten IT-Bereich zu kümmern. Nur 10 bis 15 Prozent der Informatikstudenten in Deutschland seien Frauen. In Asien liege diese Zahl bei immerhin 60 Prozent, in Polen und Russland bei mehr als 30 Prozent.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, in der Bundeshauptstadt habe sich eine starke Start-up-Szene entwickelt. Berlin habe 50 zusätzliche Professuren für Informationstechnologie beschlossen. Ein Problem sei aber, dass auch genügend Platz für Wohnraum wie auch Gewerbe zur Verfügung gestellt werden müsse. In diesem Punkt bot Woidke Hilfe an. Gerade im Berliner Umland seien genügend Flächen vorhanden und Start-ups willkommen.

Von Igor Göldner

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