Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° stark bewölkt

Navigation:
Der alte Zauber ist zurück

Apple Keynote Der alte Zauber ist zurück

Es war die meistbeworbene und -gehypte Apple-Keynote seit Jahren – und die erste seit Langem, die die hochgesteckten Erwartungen von Experten und Börsianern erfüllte. Vielleicht war es ja die Aura des neuen „Steve Jobs Theatre“, die Apple die Magie des „One more thing“ zurückbrachte.

Voriger Artikel
Keime in Hähnchen- und Putenfleisch
Nächster Artikel
Kauft chinesischer Investor Air Berlin?

Der Geist des Gründers ist zurück bei Apple – Blick in das neue „Steve Jobs Auditorium“.

Quelle: imago

Cupertino. Tim Cook, Apple-CEO und damit direkter Nachfolger der 2011 gestorbenen Legende Steve Jobs, gilt gemeinhin als ziemlich spröde und nicht gerade glamourös. Doch als er die Keynote auf dem neuen Apple-Campus mit Erinnerungen an und einem Zitat von Jobs eröffnete, wischte sich der sonst so distanzierte Cook eine Träne aus dem Augenwinkel – und seine Stimme drohte ihm mehrfach wegzubrechen. Steve, der Apple-Messias, war in den vergangenen Jahren mehrfach beschworen worden von dem Unternehmen, das wie kein anderes von seinen Visionen lebt. Doch an diesem Dienstag in Kalifornien schien er erstmals wieder unter seinen Erben zu sein, der Geist, der „Spirit“ von Steve.

211d2f92-97e8-11e7-a7e6-61bbfcd25dad

Augmented Reality, Gesichtserkennung in Echtzeit und ein gutes Stück teurer: Apple versuchte auf seiner Keynote am Dienstagabend, mit dem iPhone X Smartphones komplett neu zu entwerfen. Das sind die Bilder aus der Konferenz mit Apple-CEO Tim Cook und seinen Entwicklern.

Zur Bildergalerie

Das lag vielleicht am legendären „One more thing“; jenem Halbsatz, mit dem Jobs stets das Highlight einer jeden Apple-Präsentation einleitete. Zuvor gab es meist schon staunenswerte Innovationen, doch „one more thing“, das war immer die Wundertüte technischer Innovation – ein Gleichnis dafür, dass der Mensch sich die Welt zum Guten untertan macht. Dieses gewisse Etwas schien Apple in den pragmatischen Jahren nach dem Tod des legendären Konzern-Mitgründers verloren gegangen zu sein.

Da war es wieder – das legendäre „One more thing“

Da war es wieder – das legendäre „One more thing“ ...

Quelle: AP

Und plötzlich – zehn Jahre nach der Präsentation des allerersten iPhones durch Jobs – war die Magie zurück. Was sich nicht nur an den Produkten ablesen ließ, sondern auch an der Tatsache, dass erstmals seit etlichen Jahren der Livestream mehrfach zusammenbrach – ein klares Anzeichen für ein erhöhtes Publikumsinteresse. Das wurde dann auch durch die vorgestellten Produkte gerechtfertigt: Die neue AppleWatch 3 etwa, die ihre Träger alarmiert, wenn der Ruhepuls zu hoch ist oder es irgendwelche Arhythmien beim Herzschlag gibt – sie war schon ein Ausdruck dafür, dass Apple wohl wieder zu alter Stärke gefunden hat. Einer Stärke, die sich Jahrzehnte lang darin zeigte, Praktisches noch praktischer zu machen und den Alltag der Menschen durch die Pfiffigkeit der eigenen Produkte zu verändern. Und einer Stärke, die sich darin äußert, dass erwachsene und durchaus rationale Menschen mit vor Staunen offen stehenden Mündern die Keynotes aus Cupertino verfolgten, als seien sie sechs Jahre alt und auf der Bühne stünde der Kaspar.

Tim Cook, der Vernunftbegabte, hatte bisher für diese Zaubermomente nicht zu sorgen vermocht. Als er allerdings jenes beinahe schon tabuisierte „One more thing“-Zitat von Jobs übernahm und so die Präsentation des iPhone X, des Jubiläums-iPhones, einleitete – da raunte es durch das prall gefüllte neue Hightech-Wallhall in Cupertino. Das iPhone X ist endlich wieder so ein Zauberprodukt, mit Eigenschaften, die es hier und da auf dem Markt schon gibt, aber eben nicht so perfekt. Eine Gesichtserkennung, die sich nicht um Haarschnitt, Bartwuchs oder Brillen schert, ein Design, das wieder an den Monolithen aus „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnert, so wie das allerserste iPhone, das Jobs 2007 präsentierte:

Das iPhone X ist teuer, sehr teuer – gewiss. Aber es bringt Apple wieder dorthin, wo sich das Unternehmen auch in den innovationsärmeren Jahren sowieso sah: an die Spitze der Innovationszuges. OLED-Displays mögen andere auch schon haben, aber das „Super Retina Display“ von Apple ist das mit Abstand brillanteste. Kabelloses Laden? Sicher, auch schon bekannt. Aber eine elegant designte weiße Flunder (AirPower), die gleichzeitig iPhone, AppleWatch und die airPods-Kopfhörer lädt – so stylish und schick war Laden ohne Strippe noch nie. Und dann sind da ja noch die animierten Emojis (Animojis), die synchron Mimik und Sprachbewegungen ihres Besitzers übernehmen: ein lustiger Hightech-Schnickschnack, der aber Maßstäbe setzen wird, darauf kann man heute schon getrost wetten. „Ich glaube, Steve wäre stolz auf uns“, sagte Tim Cook, wieder mit reichlich Brechungen in der Stimme, am Ende dieser Keynote. Und so wäre es wohl diesmal gewesen. Da machte es auch nichts, dass das eingangs gezeigte Jobs-Zitat zum Schluss nochmals eingeblendet wurde. Es steht für eine dramaturgische Klammer des Abends und als Mahnung an Apple zugleich, nicht nachzulassen: „Ein Weg, wie Einzelne ihre Wertschätzung der Menschheit gegenüber zum Ausdruck bringen können, ist, wunderbare Dinge zu erfinden und sie auf den Markt zu bringen.“

Phil Schiller bei der Vorstellung des iPhone X

Phil Schiller bei der Vorstellung des iPhone X.

Quelle: imago

Von Daniel Killy/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 12.607,50 +0,10%
TecDAX 2.402,75 -0,29%
EUR/USD 1,1785 -0,52%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

LINDE 168,12 +2,42%
VOLKSWAGEN VZ 140,45 +2,19%
E.ON 9,40 +2,15%
Henkel VZ 112,46 -1,02%
MÜNCH. RÜCK 175,78 -0,69%
FRESENIUS... 67,82 -0,47%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 139,09%
Commodity Capital AF 108,36%
Allianz Global Inv AF 105,47%
Crocodile Capital MF 94,34%
Apus Capital Reval AF 91,72%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Sollte die SPD in der Regierungsverantwortung bleiben?