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„Die Fördertöpfe sind gut gefüllt"

Landesinvestitionsbank Brandenburg „Die Fördertöpfe sind gut gefüllt"

Die Förderbank ILB des Landes Brandenburg sieht trotz weltweiter Krisen gute Investitionsbedingungen für Firmen im Land. In diesem Jahr stehen 1,2 Milliarden Euro zur Förderung bereit. Neue Programme sollen kleinen Unternehmen unter anderem den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern.

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Vorstandsvorsitzender der Förderbank ILB: Tillmann Stenger,

Quelle: FOTO: MAZ

Potsdam. In Brandenburg soll ungeachtet rückläufiger EU-Gelder das Fördergeschäft für Unternehmen weiter ausgebaut werden. Die Investitionsbank Brandenburg (ILB) plant für dieses Jahr ein Fördervolumen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Tilmann Stenger (56) am Freitag hervorhob. „Die Fördertöpfe sind gut gefüllt“, sagte Stenger. Insgesamt gehe die Förderbank des Landes „verhalten optimistisch“ in das neue Jahr. Die Erwartungen seien durch die Entwicklung Chinas, die Sanktionen gegen Russland und zahlreiche geopolitische Krisen allerdings etwas getrübt. Dennoch bestünden für Unternehmen in Brandenburg viele Chancen zu investieren.

Stenger kündigte ein ganzes Paket neuer Förderprogramme der Bank an. Voraussichtlich im April startet RENplus, ein Programm, mit dem der Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Erhöhung der Energieeffizienz gefördert werden soll. Volumen: 110 Millionen Euro. Ein weiteres Programm soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Polen fördern. Es heißt „Interreg“ und bietet die Möglichkeit, Anträge auch in polnischer Sprache online zu stellen. Ein Programm soll in erster Linie innovativen Unternehmen (bis zu 500 Beschäftigte) den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Über eine neue „Brandenburg Garantie Innovativ“ stellt die ILB die Hausbank zu einem großen Teil des garantierten Kreditanteils von ihrem Risiko frei. Angesprochen sind vor allem Start-up-Unternehmen.

Insgesamt laufen über die ILB aktuell 73 Förderprogramme, darunter auch eines für Kommunen zur Unterbringung von Flüchtlingen (siehe Kasten). Allerdings gab es nach den zinslosen „Flüchtlingskrediten“ bisher wenig Interesse. Was vielleicht auch daran liegt, dass viele Kommunen noch hoffen, diese Gelder vollständig vom Land zu bekommen.

Das Geld könne auch für den Ankauf von Immobilien oder für Neubau und Erweiterungen genutzt werden, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke), Vorsitzender des ILB-Verwaltungsrates. „Das Programm löst nicht alle Probleme, ist aber ein Punkt zur Hilfe und eine sinnvolle Ergänzung“, sagte er. Es werde nun mehr dafür geworben.

Ein positive Bilanz zog ILB-Chef Stenger für 2015. Die Förderzusagen hätten zu Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro geführt. Es seien rund 4300 Vorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt worden. Das größte Vorhaben in Höhe von knapp 50 Millionen Euro läuft beim Laminathersteller Classen Industries in Baruth (Teltow-Fläming) für einen neuen Produktionsbereich. Die ILB fördert das Projekt mit 3,7 Millionen Euro. 104 neue Arbeitsplätze sind geplant. 104 neue Arbeitsplätze sind geplant. In Prenzlau entsteht eine neue Fertigungsstätte zur Herstellung und Veredlung von Kunststoffprodukten für Automobile der Firma Boryszew Oberflächentechnik. Das 21-Millionen-Euro-Projekt wird mit mehr als 4 Millionen Euro unterstützt.

Im Zeit- und Kostenplan ist die Bank – die größte ihrer Art in Ostdeutschland – nach eigenen Angaben mit ihren Umzugsplänen in die Potsdamer Innenstadt. Der 94-Millionen-Euro-Neubau am Hauptbahnhof soll „zum Jahresende“ bezogen werden – falls das Wetter mitspielt, wie ausdrücklich betont wird. Ein anderer Termin steht auch schon fest: Am 20. April soll Richtfest gefeiet werden.

Kredite zur Flüchtlingsunterbringung wenig gefragt

Das Interesse der Kommunen in Brandenburg nach zinslosen Kredite der Investitionsbank Brandenburg (ILB) zur Unterbringung von Flüchtlingen hält sich in Grenzen. Bislang nutzten lediglich die Stadt Potsdam (2,0 Millionen Euro) und der Landkreis Elbe-Elster (1,5) dieses Angebot.

Das Darlehensprogramm hat einen Umfang von 10 Millionen Euro und war vor einem Jahr aufgelegt worden. ILB und Finanzministerium wollen trotz des bisher geringen Interesses weiter für das Programm werben. Es wird nun auch auf kommunale Gesellschaften ausgeweitet.

Von Igor Göldner

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