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Am BER läuft einmal etwas nach Plan

Nordbahnsanierung Am BER läuft einmal etwas nach Plan

Pünktlich, nach Plan – diese Worte hört man nicht oft in Verbindung mit dem BER. Doch bei der Sanierung der Nordbahn scheint tatsächlich alles nach Plan zu laufen. Aber die Sanierung ist nur deshalb notwendig geworden, weil bei der Planung des Hauptstadtflughafens wichtige Details nicht beachtet wurden.

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Am BER laufen die Bauarbeiten an der Nordbahn nach Plan.

Quelle: Foto: dpa

Schönefeld. Ein heftiger Wind weht Karsten Mühlenfeld um die Ohren, aber als BER-Manager ist man es ja nicht anders gewohnt. Mit Sturmfrisur spricht er in die Mikrofone und Kameras: „Es geht voran.“ Und: „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem Baufortschritt, denn wir sind genau on time.“ Mal nicht in Verzug zu sein, das ist für die scheinbar unendliche Großbaustelle BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) eine Erfolgsmeldung.

2,1 Kilometer bereits fertig – 1,5 fehlen noch

Bei der Sanierung der Nordbahn läuft alles nach Plan. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag startete der zweite Bauabschnitt, am Montag führte Flughafenchef Mühlenfeld Journalisten über den frischen Asphalt. Der ist in tiefes Schwarz getaucht, ein strukturstarkes Spezialgemisch soll verhindern, dass die Flugzeuge ins Rutschen kommen. Das Entwässerungssystem ist ebenso erneuert wie die Lichtsignale am Boden, die den Piloten künftig auf Basis von Leuchtdioden den Weg weisen sollen. 2,1 der 3,6 Kilometer langen Nordbahn sind bereits fertig saniert, der übrige Teil soll bis Ende September auf neuestem Stand sein, um auf der dann generalüberholten Schönefelder Piste noch im Herbst wieder zum regulären Flugbetrieb zurückzukehren.

Flieger müssen Umweg nehmen

Im Rücken Mühlenfelds bahnt sich ein Billigflieger gemächlich den Weg über die Rollfelder, als handelte es sich um eine Stadtrundfahrt. Aber es gibt nichts zu bestaunen, abgesehen von ein paar Bauarbeitern und dem Tross um Mühlenfeld im märkischen Grün. Der Umweg kostet die Passagiere 15 bis 18 Minuten. So lange dauert die Überführung vom alten SXF-Terminal zur neuen BER-Südbahn. Dort starten und landen seit Mai tatsächlich Linienflieger, allerdings nur für die Dauer der Nordbahn-Sanierung und nicht auf voller Länge – ohne diesen Trick aus dem Haus Mühlenfeld hätte der Flughafen Tegel schon sechs Monate später schließen müssen und der Standort Berlin ein verschärftes Kapazitätsproblem.

Die Sanierungsarbeiten

Die Sanierungsarbeiten an der Schönefelder Nordbahn teilen sich in drei Bauabschnitte. 2,1 der 3,6 Kilometer langen Start- und Landebahn sind bereits auf neuestem Stand. In der Nacht zu Donnerstag begann der zweite Bauabschnitt auf einer Länge von 700 Metern. Der dritte und letzte Abschnitt startet Mitte August und soll Ende September abgeschlossen sein.

12 Zentimeter dick sind die beiden oberen Asphaltschichten, die im Rahmen der Sanierung auf einer Fläche von 190 000 Quadratmetern abgefräst und erneuert werden. Anschließend wird auf 220. 000 Quadratmetern ein spezieller Antirutsch-Belag aufgebracht.

1500 neue Lampen sollen künftig den Piloten den Weg über Start-, Lande- und Rollbahnen weisen. Dabei kommt moderne LED-Technik zum Einsatz.

Die Entwässerung wird ebenfalls einer Generalüberholung unterzogen. Die maroden Schlitzrinnen, die links und rechts der Nordbahn liegen, weichen neuen Exemplaren. Außerdem werden Abschnitte des Regenwasserkanalsystems saniert und Teile eines Schmutzwasserkanals ausgetauscht.

Schon heute steht fest: Der BER wird zum Zeitpunkt seiner Eröffnung – Mühlenfeld nennt seit seinem Amtsantritt in diesem März den Herbst 2017 als Starttermin – zu klein sein. 2014 drängelten sich an beiden Berliner Flughäfen mit 27 Millionen Passagieren genau so viele, wie am BER maximal abgefertigt werden könnten. Für 2017 aber werden in der boomenden Metropole dann schon 34 Millionen Flugreisende erwartet.

Die Pisten sollen künftig keinen neuen Ärger machen

Dieser Prognose ist es auch geschuldet, dass die Nordbahn schon jetzt und nicht wie ursprünglich geplant 2017 saniert wird. „Am BER geht es vor allem darum, Termine einzuhalten“, sagt Mühlenfeld. „Wenn Tegel schließt, brauchen wir von Anfang an beide Startbahnen.“ Zumindest die Pisten sollen künftig keinen neuen Ärger machen. „Die Bahnen sind so ausgelegt, um Flugzeuge wie den Airbus A380 und die Boeing 747 unter Volllast starten und landen zu lassen.“ Baustellen gibt es am Pannenprojekt BER, dessen Eröffnung seit dem kurzfristig geplatzten Termin am 3. Juni 2012 mehrfach verschoben wurde, trotzdem noch zur Genüge: Die erwarteten Kosten sind mittlerweile auf 5,4 Milliarden Euro nach oben geschossen, der Brand- und Schallschutz bleiben große Herausforderungen, nach dem geeigneten Platz für zusätzliche Terminals wird noch gesucht.

Fürs Erste muss sich Manager Mühlenfeld mit kleinen Schritten begnügen. Am 24. Oktober, zu Beginn des Winterflugplans, soll der Flugbetrieb an der sanierten Nordbahn wieder aufgenommen werden. Das bislang von Turbulenzen freie Sommerwetter hat die Baupläne nicht durchkreuzt – auch wenn Mühlenfeld am Montag die Haare sturmbedingt zu Berge standen.

Von Bastian Pauly

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