Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Dieselskandal-Enthüller bemängeln Gesetze zu CO2-Messung

Auto Dieselskandal-Enthüller bemängeln Gesetze zu CO2-Messung

Was kommt wirklich hinten raus? Nach Stickoxid rückt bei Auto-Abgasen zunehmend der Klimakiller CO2 in den Fokus. Die Experten, die den Manipulationen bei VW auf die Spur kamen, klagen über lasche Gesetze und ganz legale Tricks der Branche.

Voriger Artikel
Geringe Katastrophenschäden halten Hannover Rück auf Kurs
Nächster Artikel
Schwaches Kali-Geschäft belastet K+S

Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI. Die Verkehrsexperten, die den VW-Dieselskandal aufgedeckt haben, prangern Gesetzeslücken schon in den Vorbereitungen für die CO2-Messung im Labor an.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin. Die Verkehrsexperten, die den VW-Dieselskandal aufgedeckt haben, prangern Gesetzeslücken schon in den Vorbereitungen für die CO2-Messung im Labor an.

Die sogenannten Ausrollversuche, mit denen die offiziellen Fahrwiderstände von Autos gemessen werden, ergäben deutlich geringere Werte, als im Alltag realistisch sei, teilte der International Council of Clean Transportation (ICCT) mit.

Die betreffenden Werte bestimmen, wie viel Energie ein Auto später im Labor aufbringen muss, und beeinflussen so Verbrauch und CO2-Ausstoß. Die unrealistisch niedrigen Werte erklären laut ICCT ein Drittel der Abweichung des CO2-Ausstoßes im Alltag von den Laborbedingungen.

Nach ICCT-Angaben nutzen die Autobauer Gesetzeslücken bei den Ausrollversuchen. "Da werden zum Beispiel Reifen übermäßig aufgepumpt, das Profil annähernd komplett abgerieben oder Reifen im Ofen gehärtet, damit sie weniger Rollwiderstand haben", erklärte der Geschäftsführer des ICCT in Europa, Peter Mock. Das sei zwar nicht vorgesehen - aber auch nicht explizit verboten. "Diese Schlupflöcher werden voll ausgenutzt."

Die Experten konnten für 19 Automodelle aus den Jahren 2009 bis 2012 die offiziellen Widerstandswerte mit Alltagswerten vergleichen, die unabhängige Labors gemessen hatten. In allen 19 Fällen lag der tatsächliche Widerstand demnach über dem offiziellen Wert.

Anders als in den USA seien die offiziellen Daten zum Fahrwiderstand in der EU nicht öffentlich, kritisierten der ICCT. "Neben der Schaffung von mehr Transparenz ist es wichtig, dass in der EU in Zukunft Gesetzeslücken in den Fahrzeug-Testprozeduren geschlossen werden." Zudem seien regelmäßige nachträgliche Stichproben durch Behörden notwendig.

Messungen des ICCT hatten im vergangenen Jahr US-Behörden auf die Spur der Abgas-Manipulationen bei VW geführt. Dabei stand zunächst der Stickoxid-Ausstoß im Mittelpunkt. Derzeit beschäftigen sich deutsche Experten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums auch mit CO2-Werten. Diese sind nicht nur für den Klimaschutz wichtig, sondern bestimmen in Deutschland maßgeblich auch die Höhe der anfallenden Kfz-Steuer für die Autobesitzer.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.934,50 +1,48%
TecDAX 1.719,50 +1,12%
EUR/USD 1,0724 +0,07%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 22,94 +4,05%
VOLKSWAGEN VZ 125,10 +2,93%
BMW ST 85,79 +2,75%
RWE ST 11,85 -1,18%
INFINEON 15,96 -0,56%
FRESENIUS... 68,46 -0,25%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?