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Wirtschaft Neue Studie: Digitalisierung kein Job-Killer
Nachrichten Wirtschaft Neue Studie: Digitalisierung kein Job-Killer
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18:46 26.06.2018
Die Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag: Ein Auszubildender der Mechatronik programmiert an einem Computer. Quelle: dpa
Potsdam

Die Digitalisierung in Brandenburg wird in den nächsten Jahren weit weniger Arbeitsplätze überflüssig machen als allgemein befürchtet. In den nächsten sechs Jahren werden infolge des digitalen Wandels 27 700 Arbeitsplätze im Land wegfallen und zugleich 25 700 neue entstehen. Das geht aus der Studie „Arbeit 4.0 in Brandenburg“ hervor, die im Auftrag der Wirtschaftsförderung Brandenburg erarbeitet wurde und am Dienstag im Kabinett vorgestellt wurde. Der negative Beschäftigungseffekt liegt demzufolge bei 2000 Arbeitsplätzen.

Über 1000 Firmen wurden befragt

Die Studie, bei der 1051 Unternehmen telefonisch befragt wurden, die im Durchschnitt 29 Beschäftigte haben, löste in der Landesregierung Erleichterung aus. Befragungen von Unternehmen hatten zuletzt immer wieder gezeigt, wie groß die Verunsicherung und Angst vor den rasanten Umbrüchen in Folge des digitalen Wandels sind. Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze (Linke) sagte: „Digitalisierung ist in Brandenburg kein Job-Killer.“ Und Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer meinte, es gebe keinen Anlass zu fürchten, dass die Digitalisierung zu erheblichen Einbrüchen auf dem Arbeitsmarkt führe.

Die drei großen Hemmnisse beim Wandel

Am meisten vom Arbeitsplatzabbau betroffen sind laut der Studie einfache Tätigkeiten im verarbeitenden Gewerbe. Mit einer Zunahme ist hingegen im Dienstleistungssektor zu rechnen, heißt es weiter. Als „überraschend“ wird eingestuft, dass in der Gesundheitswirtschaft ein hoher Digitalisierungsstand herrsche. Geringer fällt dieser in den Branchen Logistik und Verkehr aus. Vor allem Kleinbetriebe hätten angegeben, keinerlei digitale Technik einzusetzen. Sie würden vor allem Investitionen in diesen Bereich scheuen. Wirtschaftsstaatssekretär Fischer nannte drei große Hemmnisse in der betrieblichen Digitalisierung: die verbreitete Unkenntnis über technische Möglichkeiten, fehlendes Personal und geringe IT-Sicherheit.

Zwei von drei Unternehmen setzen der Studie zufolge in Brandenburg IT-vernetzte Lösungen ein. Jedes fünfte Unternehmen nutzt die IT in Form von Insellösungen ohne Vernetzung. Gar keine digitale Lösungen nutzen der Umfrage zufolge 13 Prozent der befragten Firmen.

Golze setzt auf mehr Qualifizierung

Arbeitsministerin Golze sagte, künftig müssten Qualifizierung und Weiterbildung in einem ganz neuem Rahmen stattfinden und in den Arbeitsalltag integriert werden. Nur so können die Beschäftigten auf die neuen digitalen Herausforderungen vorbereitet werden, betonte sie. Die Frage sei nicht mehr, ob, sondern wie Arbeit 4.0 im Sinne der Beschäftigten gestaltet werden müsse.

Digitalisierung würde sich für Firmen auf längere Sicht offenbar lohnen, sagte der Chef der Wirtschaftsförderung, Steffen Kammradt. Das hätte die Studie deutlich gemacht. Fast die Hälfte der befragten Firmen hätte angegeben, dass sie im Zuge der Digitalisierung neue, veränderte Produkte anbieten konnten und neue Marktchancen erzielten. Als bemerkenswert bezeichnete Kammradt, dass deutlich mehr Firmen die Beschäftigtenzahl erhöhen wollten als Firmen, die Arbeitsplätze in den nächsten Jahren abbauen wollten.

Von Igor Göldner

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