Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Dürr kritisiert fehlendes Verständnis für Unternehmer

Wirtschaftspolitik Dürr kritisiert fehlendes Verständnis für Unternehmer

Verstehen Politiker die Unternehmer in Deutschland nicht? Firmenpatriarch Heinz Dürr fehlt ein Sinn für Unternehmertum in der Politik. Trotzdem glaubt er, dass es sich lohnt, eine eigene Firma aufzumachen.

Voriger Artikel
G20-Staaten wegen China-Flaute nicht alarmiert
Nächster Artikel
Milchkrise: EU-Staaten wollen leidenden Bauern helfen

Firmenpatriarch Heinz Dürr in Bietigheim-Bissingen in der Produktionshalle des Stammwerkes der Dürr AG vor Lackierrobotern.

Quelle: Wolfram Kastl/Archiv

Stuttgart. Der ehemalige Bahn-Chef und Firmenpatriarch Heinz Dürr bemängelt einen fehlenden Rückhalt für Unternehmertum in der Politik.

"Für die besitzenden Unternehmer, also die Familienunternehmen, fehlt manchmal das Verständnis", sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur. "Verstehen Politiker wirklich, wie ein Unternehmen funktioniert, was ein Unternehmer bewirkt?" Ein Beispiel sei die aktuelle Diskussion um die Erbschaftssteuer. "Wenn die jetzigen Vorschläge so durchgehen, trifft das die Familienunternehmen im Mark, insbesondere die großen", so Dürr. "Und die sind nun einmal das Rückgrat der deutschen Wirtschaft."

Der 82-Jährige führte die Firma seines Großvaters - den Anlagenbauer Dürr - an die Weltspitze, um dann Aufgaben in anderen Konzernen - als Vorstandchef der AEG, Daimler-Vorstand und Vorstandchef der Deutschen Bahn zu übernehmen.

Es gehe nicht darum, die Firmen in Ruhe zu lassen. Der Gesetzgeber müsse aber für Kontinuität sorgen, "also nicht ständig neue Regulierungen verordnen, wie sie Frau Nahles einfallen". Ruhe gebe es in Unternehmen grundsätzlich nicht, so Dürr. "Mir geht es um die grundsätzliche Einstellung zum Unternehmen."

Dabei hätten Unternehmen grundsätzlich eine gesellschaftliche Aufgabe, sagt Dürr. "Für mich sind Unternehmen eine gesellschaftliche Veranstaltung, weil Produkte und Dienstleistungen für die Gesellschaft hergestellt werden, weil sie Menschen beschäftigten und weil sie einen finanziellen Beitrag leisten", sagte Dürr.

"Einem guten Unternehmer geht es nicht nur um den Gewinn." Der zeige zwar an, ob und wie die Firma funktioniere. Aber: "Der Gewinn ist wie die Körpertemperatur beim Menschen, die ist auch nicht die Gesundheit, zeigt aber an, ob der Körper gesund ist."

Grundsätzlich lohne sich Unternehmertum in Deutschland noch. "Ideen gibt es genügend", sagte Dürr. "Das Problem ist die Finanzierung, also die Kapitalseite. Es gibt in Deutschland einfach zu wenig Risikokapital". Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sei zwar bemüht, etwas zu ändern. "Aber in Deutschland sind wir irgendwie nicht so risikofreudig wie die im Silicon Valley."

Ein großes Unternehmen aufzubauen werde immer schwieriger, so Dürr. "Aber schauen Sie sich die Start-up-Szene in Deutschland an - in München, Stuttgart und vor allem Berlin: Das sind alles Unternehmer."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.689,50 +1,68%
TecDAX 1.701,00 +0,87%
EUR/USD 1,0773 +2,25%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 15,30 +3,86%
BMW ST 82,17 +3,10%
SIEMENS 108,98 +3,09%
LINDE 155,91 -0,20%
Henkel VZ 106,78 +0,19%
BEIERSDORF 75,88 +0,51%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 154,79%
Polar Capital Fund AF 102,15%
Stabilitas GOLD+RE AF 93,39%
Morgan Stanley Inv AF 91,64%
First State Invest AF 89,33%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?