Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft EEG-Umlage sinkt, Strom wird trotzdem teurer
Nachrichten Wirtschaft EEG-Umlage sinkt, Strom wird trotzdem teurer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 12.10.2018
Die Sonne geht hinter dem Steinkohlekraftwerk Mehrum, Windrädern und einer Hochspannungsleitung unter (Symbolbild). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Trotz einer Entlastung bei der Ökostrom-Umlage könnten die Strompreise für Privathaushalte nächstes Jahr insgesamt leicht steigen. Grund sind vor allem erwartete höhere Netzentgelte und Beschaffungskosten.

Die Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) könnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 2019 auf 6,4 Cent je Kilowattstunde sinken. Derzeit sind es knapp 6,8 Cent. Die Höhe der EEG-Umlage wird am Montag offiziell bekanntgegeben. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die erwartete Senkung berichtet.

Die Umlage finanziert die Ökostrom-Förderung für die Betreiber von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft-, Biogas- oder Geothermieanlagen. Alle Stromkunden müssen sie zahlen, für bestimmte Industriebranchen und Gewerbe gibt es allerdings Rabatte. Die EEG-Umlage ist ein wichtiger Bestandteil des Strompreises, sie macht ungefähr ein Viertel des Strompreise aus. Dazu kommen neben den Netzentgelten aber auch noch Steuern, weitere Abgaben und Umlagen sowie die Produktionskosten.

So hoch könnten die Mehrkosten sein

Bei den Netzentgelten erwarten Verbraucherportale dagegen Steigerungen, etwa bei den lokalen Verteilnetz-Betreibern. Über die Verteilnetze gelangt Strom an die Endverbraucher wie private Haushalte.

Diese Steigerungen könnten Entlastungen bei der EEG-Umlage mehr als aufheben. „Auch wenn die EEG-Umlage laut aktueller Prognosen sinkt, werden die Strompreise vermutlich sogar steigen“, sagte der Energieexperte des Verbraucherportals Verivox, Mathias Köster-Niechziol, am Freitag.

Aktuell wiesen die Ankündigungen für rund die Hälfte aller deutschen Haushalte auf leicht steigende Netzentgelte. Gleichzeitig seien die Großhandelspreise deutlich gestiegen. Verivox gehe daher von einer kurz- bis mittelfristigen Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus von 2 bis 5 Prozent aus. „Das hieße Mehrkosten für einen 3- bis 4-Personenhaushalt von rund 30 bis 40 Euro pro Jahr.“

Industrie warnt die Bundesregierung

Nach Darstellung des Verbraucherportals Check24 liegen für 60 Prozent der Stromversorgungsgebiete Netznutzungsentgelte für 2019 vor. Diese fallen demnach im Schnitt 3,5 Prozent höher aus als 2018. Die Entlastung bei der EEG-Umlage werde dadurch zu einem großen Teil aufgehoben.

Auch der Energieverband BDEW hatte bereits für die meisten Stromverbraucher in Deutschland im nächsten Jahr mit steigenden Strompreisen gerechnet. Preistreiber beim Strompreis seien höhere Beschaffungskosten. Außerdem machten Steuern, Abgaben und Umlagen inzwischen 54 Prozent des Strompreises aus. Die Strompreise für private Haushalte seien in den vergangenen zehn Jahren vor allem dadurch deutlich gestiegen, sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, der Deutschen Presse-Agentur. Kapferer hatte von der Bundesregierung massive Entlastungen beim Strompreis gefordert.

Die mittelständische Industrie sieht ihre Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr. Neben der EEG-Umlage drohten weiter stark steigende Energiewendeumlagen und Netzentgelt, sagte die Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, Ingeborg Neumann. Die EEG-Umlage für die 95 Prozent nicht entlasteten mittelständischen Industrieunternehmen sei viel zu hoch. Dadurch könnten dringend benötigte Investitionen in stromintensiven Bereichen nicht getätigt werden.

Von RND/dpa

Geht es nach Donald Trump, verhindern seine Strafzölle, dass China nach Amerika exportieren kann. Doch die Realität sieht anders aus.

12.10.2018

Die Lokführer verhandeln mit der Deutschen Bahn über einen neuen Tarifvertrag. Ihre Forderungen haben es in sich. Droht wieder ein Streik?

12.10.2018

Die Auswirkungen steigender Heizöl- und Spritkosten bekommen deutsche Verbraucher derzeit deutlich zu spüren. Eine ähnlich hohe Inflation gab es zuletzt vor sieben Jahren.

12.10.2018