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Easyjet übernimmt Teile der Air-Berlin-Flotte

Nach dem letzten Flug Easyjet übernimmt Teile der Air-Berlin-Flotte

Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat sich mit der insolventen Airline Air Berlin auf einen Kaufvertrag verständigt. Wie Easyjet in der Nacht zum Samstag mitteilte, einigten sich beide Fluglinien auf die Übernahme von 25 Flugzeugen vom Typ A320. Die letzte Air-Berlin-Maschine war am Freitagabend auf dem Flughafen Berlin-Tegel gelandet.

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Nicht mehr nur im Schatten, sondern nun Teil von Easyjet: Die Briten übernehmen 25 Flugzeuge von Air Berlin.

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich die britische Airline Easyjet einen großen Teil der Flotte Air Berlins gesichert. 25 Flieger vom Typ A320 gehen an die britische Billigfluggesellschaft aus Luton. Vor zwei Wochen bereits sicherte sich Lufthansa 81 Maschinen des insolventen Unternehmens.

Easyjet unterzeichnete nach eigenen Angaben mit Air Berlin eine Vereinbarung über die Übernahme von Teilen des Flugbetriebs in Tegel. Bisher war Easyjet am Standort Berlin ausschließlich am Flughafen Schönefeld aktiv. Für die 25 Maschinen will Easyjet wiederum Leasingverträge abschließen. Die Transaktion soll im Dezember vollzogen werden, hieß es in der Mitteilung.

Bis zu 1000 Piloten und Flugbegleitern sollen Stellen bei Easyjet angeboten werden. Die neuen Mitarbeiter würden „in den kommenden Monaten eingestellt“, auf der Grundlage von mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifverträgen, teilte Easyjet weiter mit.

Letzter Air-Berlin-Flug geht Passagieren und Mitarbeitern zu Herzen

Am Freitag hatte Air Berlin nach fast vierzigjähriger Unternehmensgeschichte den Flugbetrieb eingestellt. Die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft, eine Airbus A320, landete am Freitagabend um 23.45 Uhr aus München kommend auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Die Airline hatte sich vor den letzten Flügen von ihren Kunden verabschiedet. „Air Berlin bedankt sich an diesem traurigen Tag bei allen Mitarbeitern, Partnern und Passagieren, die uns über die vielen Jahre ihr Herz und ihre Treue geschenkt haben“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Von heute auf morgen fallen nun rund 250 innerdeutsche und Europa-Flüge aus dem Angebot. Noch im vergangenen Jahr hatte Air Berlin rund 800 Flüge täglich im Programm.

Die letzte Maschine von Air Berlin wurde in Berlin-Tegel von vielen bisherigen Mitarbeitern, Bodenpersonal und Schaulustigen auf der Besuchertribüne erwartet. Die Flughafen-Feuerwehr empfing die Maschine mit Wasserfontänen. Vor dem Abflug in München und nach dem Ausrollen in Berlin hielt die Crew aus einem Fenster des Cockpits eine Fahne mit dem Emblem von Air Berlin und den Worten „sagt Tschüss“. Auf anderen Flughäfen wie Düsseldorf und Hamburg gab es für die letzten Flüge ähnliche emotionale Aktionen.

Übernahme der Töchter Niki und LGW steht kurz bevor

Die Lufthansa will die beiden Air-Berlin-Töchter Niki und LGW sowie weitere 20 Jets übernehmen, sofern die Kartellbehörden zustimmen. Niki und LGW sind nicht insolvent und fliegen weiter. Bis zu 3000 Mitarbeiter sollen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings unterkommen. Davon sollen rund 1700 Mitarbeiter mit Niki und LGW direkt übernommen werden, auf die anderen 1300 Stellen können sich Interessenten bewerben.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisierte, statt eines geregelten Übergangs gebe es für viele Mitarbeiter nur die Möglichkeit, sich erneut „auf ihre eigenen Jobs, aber zu schlechteren Konditionen“ zu bewerben. „Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.“ Mit der Eurowings einigte sich die Gewerkschaft am Freitag gleichzeitig auf einen Tarifvertrag über die Einstellungsbedingungen für die Einzelbewerber.

Air Berlin war nach Lufthansa seit dem Jahr 2003 die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Im Rekordjahr 2011 kam sie auf mehr als 35 Millionen Passagiere bei 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Mit 1,5 Milliarden Euro verschuldet musste Air Berlin Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Millionen Euro bis Freitag aufrechterhalten werden.

Von RND/dpa

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