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Wirtschaft Ed Sheeran zahlt mehr Steuern als Starbucks und Amazon
Nachrichten Wirtschaft Ed Sheeran zahlt mehr Steuern als Starbucks und Amazon
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16:40 16.10.2018
Ed Sheeran zahlt in Großbritannien mehr Steuern als Amazon oder Starbucks. Quelle: imago/Starface
London

Eine Meldung verbreitet sich in Großbritannien rasant: Der 27-Jährige Musiker Ed Sheeran hat offenbar jüngst mehr Steuern in seinem Heimatland als Starbucks und Amazon gezahlt. Das berichtet das Musikmagazin „Nme“ unter Verweis auf jüngst veröffentlichte Belege. Wie kann das sein? Ist der britische Singer-Songwriter in seiner Heimat erfolgreicher als die dort agierenden Konzerne?

Die Zahlen offenbaren: Starbucks machte im Jahr 2017 in Großbritannien etwa 2,28 Milliarden Euro Umsatz, Amazon 9,76 Milliarden. Das Unternehmen von Ed Sheeran, Ed Sheeran Ltd., kommt dagegen auf einen bedeutend geringeren Umsatz von 41,32 Millionen Euro, damit macht Sheeran umgerechnet 85.385 Euro pro Tag Umsatz.

Gleichzeitig zahlt Sheeran offenbar mehr Steuern als die großen Konzerne. Rund 6,02 Millionen Euro gehen dem Bericht zufolge an das Vereinigte Königreich. Amazon zahlt 4,9 Millionen und Starbucks 3,76 Millionen Euro.

Die Steuer-Tricks der internationalen Konzerne

Ein Unternehmenssprecher von Starbucks relativierte die Zahlen. Das Unternehmen habe durch Tochterunternehmen in Großbritannien etwa 15,69 Millionen Euro an Steuern gezahlt, das sei ein effektiver Steuersatz von 25,3 Prozent

Dazu muss man allerdings wissen, dass große Konzerne wie Apple, Amazon und Starbucks von legalen Steuerschlupflöchern profitieren, indem sie Gewinne in Länder mit niedrigeren Steuersätzen anfallen lassen. Das funktioniert zum Beispiel über eine Verlagerung der Europazentralen der Unternehmen in Steuerparadiese wie Irland oder Luxemburg. Oder über das Erheben von Lizenzgebühren für Patente oder Markenrechte mit der Gewinne in Hochsteuerländern abgeschöpft werden.

Ein Großteil der Steuereinnahmen fließt bei US-Unternehmen zudem in die USA. Denn die internationale Steuerpraxis basiert auf dem Prinzip der Quellenbesteuerung. Das bedeutet: Dort, wo die Wertschöpfung stattfindet, werden Steuern gezahlt. Bei digitalen Unternehmen wie Amazon ist das der Ort, wo neue Entwicklungen stattfinden.

Von RND/ngo

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