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Wirtschaft Land soll süße Milch aus den Schulen verbannen
Nachrichten Wirtschaft Land soll süße Milch aus den Schulen verbannen
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00:21 13.01.2019
Auch wenn’s schmeckt: Kakao oder Erdbeermilch mit Zucker sollen nicht mehr staatlich gefördert werden. Quelle: Roland Weihrauch/DPA
Potsdam

An Brandenburgs Schulen sollen künftig süße Schoko-, Erdbeer- und Vanillemilch nicht mehr angeboten werden. Im Brandenburger Landtag haben sich SPD, Linke und CDU auf einen gemeinsamen Antrag verständigt. Das Papier fordert die Landesregierung auf, zucker- und früchtehaltige Produkte nicht mehr staatlich zu fördern. Damit soll ein EU-Programm, welches nur Schulmilch ohne Zuckerzusatz erlaubt, konsequenter umgesetzt werden. Zuerst hatte der RBB darüber berichtet.

Das EU-Programm sieht vor, dass Schulkinder täglich einen Viertelliter Milch trinken können. Deswegen wird der Verkauf durch EU-Mittel unterstützt, um die Getränke günstiger anzubieten. Der Grundgedanke des EU-Programms: Es gibt zu viele fettleibige Kinder in der Europäischen Union, deshalb sollen Schüler stärker mit gesunden Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und eben Milch vertraut gemacht werden.

Ausnahmeklausel soll wegfallen

Eigentlich dürfen die subventionierten Produkte auch gar keine künstlichen Zucker- oder Fettzusätze haben. Auch Stabilisatoren, Gelatine, Salz oder Fruchtbeigaben sind verboten. Allerdings gibt es eine Ausnahmeklausel, von der die Länder Berlin und Brandenburg bislang Gebrauch gemacht haben. Deswegen lieferten Molkereien auch kräftig gezuckerte Milchgetränke an die Schulen. Auch wenn es den Kindern schmeckt: Diese Ausnahmeklausel soll künftig in der Region wegfallen.

Kritik von Foodwatch

Die Ernährungsorganisation Foodwatch hatte mit ihrer Kritik den Stein ins Rollen gebracht. Demnach gelten 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als übergewichtig. Der zu hohe Konsum gezuckerter Lebensmittel werde von Ernährungswissenschaftlern, der Ärzteschaft und der Weltgesundheitsorganisation gleichermaßen bemängelt, heißt es bei Foodwatch.

Foodwatch begrüßte das Einlenken Brandenburgs und verwies darauf, dass im Reigen der zuckerabstinenten Ländern nurmehr noch in Nordrhein-Westfalen fehlt. „Wer mit Steuergeldern zuckrigen Kakao an Schulen verteilt, bedient nur die Interessen der Milchwirtschaft – und schadet der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler", erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker.

Kein komplettes Verbot von Süßem an der Schule

Der Antrag von SPD, Linke und CDU wird nun im Landtag beraten. Wann das Verbot in Kraft tritt, ist noch offen. Es hängt auch davon ab, ob die Landesregierung der Aufforderung der Landtagsfraktionen folgt.

Ein völliges Zuckerverbot bedeutet das jedoch nicht. Schulen können theoretisch weiterhin süße Milchmixgetränke anbieten – dann nur eben ohne EU-Subvention.

Von Torsten Gellner

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