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Kita-Streik: Eltern wollen Geld zurück

Ende des Arbeitskampfes ist nicht in Sicht Kita-Streik: Eltern wollen Geld zurück

Der Kita-Streik geht in Brandenburg in die dritte Woche, der Ton zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften wird rauer. Ein Ende des Arbeitskampfes ist nicht in Sicht. Immerhin: Erste Gemeinden wollen Kita-Gebühren jetzt zurückzahlen. Ob das Beispiel aber Schule macht, ist fraglich. Fragen und Antworten zum Kita-Streik.

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Viele Brandenburger Kitas bleiben auch diese Woche dicht.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Kita-Streik wird der Ton zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften wird rauer. Und erste Gemeinden wollen Kita-Gebühren jetzt zurückzahlen. Wir beantworten alle wichtigen Fragen zum Streik.

Am Dienstag haben sich rund 1000 Kita-Erzieher am Streik beteiligt. Im Lauf der Woche sollen es sogar 2000 werden. Ab Mittwoch etwa wird etwa in Königs Wusterhausen gestreikt. Dann werden über 600 Kitas in Brandenburger geschlossen sein. Welche Auswirkungen der Streik hat, lesen Sie hier.

Wie lange dauert der Streik noch?

„Das hängt davon ab, was die Arbeitgeber entscheiden“, erklärt Erich Mendroch, Fachbereichsleiter Gemeinden bei der Gewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg. „Wir haben für einen unbefristeten Streik gestimmt, bis ein annehmbares Angebot vorliegt.“ Und das sei derzeit nicht in Sicht. Deshalb ist auch in der nächsten Woche mit Streiks zu rechnen. Die Bürgermeister würden von einer nachlassenden Streikbereitschaft der Erzieherinnen berichten, sagte dagegen Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Bandenburger Städte- und Gemeindebunds. Dem widersprach Verdi-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen. „Die versuchen das auszusitzen“, warf sie den kommunalen Arbeitgebern vor. „Die warten darauf, dass sich die Empörung gegen die Falschen richtet.“

Was fordern die Kinderbetreuer?

Rund 1500 Euro netto verdient eine Kita-Erzieherin. Zu wenig für die immer neuen Aufgaben, die man in diesem Job stemmen soll, meinen die Beschäftigten. Im Schnitt soll der Erziehungsdienst mit zehn Prozent mehr Einkommen entlohnt werden.

Was bieten die Kommunen an?

Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände hält ein Lohnplus von zehn Prozent für unbezahlbar. Für die 240 000 Erzieherinnen bundesweit würden Gehaltsmehrkosten von 1,2 Milliarden Euro zusammenkommen, heißt es. Die Kommunen bieten den Erzieherinnen mehr Geld an, knüpfen das allerdings an besondere Aufgaben: Wer etwa in der Inklusion oder Sprachförderung arbeitet, soll mehr verdienen. Für die Gewerkschaften ist das kein ernsthaftes Angebot.

Geht es nur ums Geld?

Für die Erzieher geht es auch um Anerkennung für einen Beruf, auf dem immer mehr Verantwortung lastet. Die Kindergartentante von früher gibt es nicht mehr, meint der Dresdner Sozialwissenschaftler Thomas Drößler. „Erzieherinnen müssen jedes einzelne Kind in seiner Entwicklung beobachten, dies dokumentieren und didaktisch aufbereiten.“ In den Kitas fehle es schlicht an „Zeit und Personal“, so Drößler.

Werden die Kita-Gebühren für die Streiktage zurückerstattet?

Auf eine Rückerstattung von Kita-Gebühren dürfen die meisten Brandenburger Eltern wohl nicht hoffen. Der Städtebund lehnt eine Rückzahlung ab, da es dafür keinen Rechtsanspruch gebe. In einigen Kommunen wird aber über eine Entlastung der Eltern diskutiert. In Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) will die Verwaltung nun der Gemeindevertretung vorschlagen, dass Elternbeiträge und Essengeld für die Streiktage zurückgezahlt werden. Die Gewerkschaften appellieren an die Eltern, sich für eine Erstattung einzusetzen, damit die Arbeitgeber nicht vom Streik profitieren.

Haben die Eltern noch Verständnis für den Streik?

Bei Verdi entlädt sich noch keine Elternwut. „Wir spüren nichts von einer Entsolidarisierung“, sagt Verdi-Mann Erich Mendroch. Allerdings räumt er ein, dass es für einige Eltern zunehmend schwerer werde, alternative Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren. Viele Kommunen bieten laut Städte- und Gemeindebund den Eltern Hilfe an. „Häufig wird diese aber gar nicht in Anspruch genommen“, so Geschäftsführer Böttcher. „Viele Eltern haben sich auf die Situation eingestellt und haben Alternativen organisiert.“

Von Torsten Gellner

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