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„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“

Zukunft des Bahnwerks Eberswalde „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“

Vor dem Krisengipfel mit der Bahn am Freitag holte sich Wirtschaftsminister Albrecht Gerber alle Akteure an einen Tisch, um das drohende Aus des Bahnswerks Eberswalde noch zu verhindern. Mit dabei war der Vorstandschef der Deutschen Eisenbahn Service AG (Desag), Thomas Becken, der das Werk kaufen und 100 der 350 Jobs erhalten will.

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Im Instandhaltungswerk der Bahn in Eberswalde (Barnim) arbeitet ein Mitarbeiter an den freigelegten Radsätzen eines Güterwagens.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Die Deutsche Bahn versetzt Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) momentan in richtige Angriffslaune. Der Konzern dürfe in Eberswalde nicht „verbrannte Erde“ hinterlassen und sich aufführen, „wie eine Heuschrecke“ auf den „Cayman Inseln“. Und: Es müsse ein „Plattmachen“ des Standorts abgewandt werden, redete sich Gerber in Fahrt. Das Ganze erinnere ihn „fatal“ an den Anfang der 90er- Jahre, betonte er am Dienstag, als er auf einer Art Rettungsmission für das vor Schließung bedrohte Bahnwerk in Eberswalde (Barnim) alle Akteure in seinem Haus an einen Tisch holte, vom Betriebsrat, Landrat und Bürgermeister bis zum Kaufinteressenten aus der Prignitz (MAZ berichtete). Mit der Anspielung auf die Jahre nach dem Ende der DDR meinte Gerber wohl, ohne es zu erwähnen, das Agieren der Treuhand, die damals etliche mehr oder minder rentable Ost-Betriebe auf ihre Art abwickelte und dafür kritisiert wurde.

Am Freitag kommt es zum x-ten Krisentreffen des Landes mit der Bahnspitze in Berlin – diesmal vermutlich zum entscheidenden. Gerbers Botschaft in Richtung Bahnchef Rüdiger Grube: Es liege inzwischen von der Deutschen Eisenbahn Service AG (Desag) aus Putlitz (Prignitz) ein „seriöses und belastbares Konzept“ vor, „um dem Bahnwerk eine Perspektive“ zu geben. Der neben ihm sitzende Vorstandschef Thomas Becken (48) nimmt das Lob gern entgegen. Er hatte sich, als er von der Schließung hörte, an das Land gewandt und sein Interesse an der Übernahme des Werks in Eberswalde geäußert. Bahnchef Grube hatte allerdings signalisiert, dass er die bisherigen potenziellen Investoren nicht für überzeugend halte und deshalb an den Schließungsplänen Ende 2016 festhalten wolle.

Becken, dessen mittelständische Firma Schienenfahrzeuge und Waggons wartet, instand hält und vermietet, würde von den 350 Mitarbeitern „rund 100“ übernehmen. Der Bürgermeister von Eberswalde, Friedhelm Boginski (FDP)  sagt dazu: „Das ist besser als gar nichts.“ Boginski äußerte ähnlich wie Betriebsratschef Ulf Boehnke sein Unverständnis, dass die Bahn „trotz voller Auftragsbücher“ das Werk schließen wolle. Boehnke unterstrich, dass er sich wünsche, dass das Werk von der Bahn weitergeführt werde. Er rechnete vor, dass der Bahn eine Schließung 43 Millionen Euro kosten würde.

Investor Becken, der einst die Prignitzer und die Ostdeutsche Eisenbahn gegründet hatte, sagte, er habe der Bahn als Kaufpreis einen „kleinen sechsstelligen Betrag“ angeboten. Er plane am Standort Eberswalde Investitionen in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro, sagte der Vorstandschef.

Wirtschaftsminister Gerber sicherte im Fall des Verkaufs der Firma Fördergeld zu. Über die Höhe macht er keine Angaben. Er hoffe auf Einsicht bei der Bahn. Und wenn der Konzern stur bleibt? Gerber: „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.“

Von Igor Göldner

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