Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlinge: Kritik an "Euphorie" der Industrie

Migration Flüchtlinge: Kritik an "Euphorie" der Industrie

Das gibt es selten: Einen öffentlich ausgetragenen Streit im Arbeitgeberlager - zur Flüchtlingskrise. Anlass sind kritische Aussagen der Bauindustrie.

Voriger Artikel
Wincor Nixdorf vor Milliardenübernahme durch US-Firma
Nächster Artikel
Bis zu 10 000 Taxis von VW-Abgas-Skandal betroffen

Michael Knipper, hier einm Archivbild, hatte die «undifferenzierte Euphorie großer Teile der deutschen Industrie» kritisiert.

Quelle: Tim Brakemeier dpa

Berlin. Unter Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ist ein Streit um die Haltung in der Flüchtlingspolitik entbrannt. Der Industrieverband BDI und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wiesen Aussagen der Bauindustrie zurück, die Wirtschaft weise zu wenig auf die Risiken hin.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper, hatte in einem offenen Brief im "Tagesspiegel" die "undifferenzierte Euphorie großer Teile der deutschen Industrie" kritisiert. Weiter hieß es: "Ich halte es für falsch, dass bisher auch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zu wenig auf die mit der unkontrollierten hohen Zuwanderung verbundenen Risiken hinweisen."

Die Sichtweise, die staatlichen Milliardenausgaben für Flüchtlinge seien ein kleines Konjunkturprogramm, sei "blauäugig", schrieb Knipper an BDI-Geschäftsführer Markus Kerber. Die Ausgaben für Flüchtlinge erzeugten lediglich ein "konjunkturelles Strohfeuer" und könnten etwa in der Bildung oder der Infrastruktur besser investiert werden. Auch die Vorstellung, die Flüchtlinge könnten schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden, sei wahrscheinlich illusorisch.

Der Industrieverband BDI und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wiesen den Vorwurf, "blauäugig" zu sein, am Wochenende zurück. Eine BDI-Sprecherin verwies auf eine Erklärung der vier Wirtschafts-Spitzenverbände DIHK, BDI, BDA und ZDH von Mitte September. "Anerkannte Verfolgte, die in Deutschland bleiben, müssen schnellstmöglich in Schulbildung, Ausbildung und Beschäftigung kommen", hatten die Verbandspräsidenten gefordert. "Das ist der beste Weg zur dauerhaften Integration und zügigen Beendigung des Bezugs von Sozialleistungen. A und O hierfür ist eine frühestmögliche Vermittlung der deutschen Sprache." Deutschland stehe vor immensen Herausforderungen. Das Asylsystem in Deutschland dürfe jedoch nicht überfordert werden.

Ein BDI-Sprecher verwies am Sonntag darauf, Hauptgeschäftsführer Kerber habe in der Flüchtlingspolitik Chancen, aber auch Risiken aufgezeigt. So hatte Kerber im September der "Zeit" gesagt: "Die Wirtschaft sieht in der Zuwanderung erst einmal eine Chance, Fachkräfte zu finden." Aber viele Flüchtlinge müssten nachgeschult werden, weil die Unternehmen heute kaum noch ungelernte Arbeitskräfte suchten. Es würden viel mehr Menschen benötigt, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten können.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer hatte Mitte Oktober der "Bild"-Zeitung gesagt, er halte es grundsätzlich für einen sinnvollen Ansatz, Flüchtlingen über Einstiegsqualifizierungen einen Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Voraussetzung aber seien ausreichende Deutschkenntnisse.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 11.048,50 +0,56%
TecDAX 1.732,00 +0,79%
EUR/USD 1,0773 +0,15%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 23,57 +6,88%
CONTINENTAL 179,65 +4,52%
VOLKSWAGEN VZ 126,50 +4,08%
RWE ST 11,72 -2,26%
FMC 74,12 -1,04%
FRESENIUS... 68,26 -0,54%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Polar Capital Fund AF 105,26%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?