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Flughafen ändert Basis für Schallschutz

Leisere Flugzeuge Flughafen ändert Basis für Schallschutz

Wie dick ein Haus zum Schutz vor Fluglärm eingepackt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Wie laut Flugzeuge sind, spielt eine wichtige Rolle. Und da hat sich aus Sicht des Flughafens einiges geändert.

In Schönefeld sind die Jets zwar mehr, aber dafür leiser geworden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Schönefeld . Für Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens könnte der einzubauende Schallschutz bald eine Nummer kleiner ausfallen – trotzdem soll es in den Gebäuden nicht lauter werden. Hintergrund: Wie stark die Häuser durch Dämmungen und Fenster gegen Fluglärm abgeschirmt werden sollen, berechnet der Flughafen mit einem sogenannten Flugzeugmix. Es wird simuliert, welche Art von Maschinen in welcher Anzahl am BER starten und landen – große, kleine, alte, neue Flugzeuge. Dieser Flugzeugmix wird ab Oktober neu zusammengestellt – nach mehr als 20 Jahren.

Nur acht statt 13000 Riesenflugzeuge

In dem neuen Mix soll berücksichtigt werden, dass heute weniger ganz laute Flugzeuge fliegen als zur Zeit der Flughafen-Planung in den 90er Jahren. So wird bei dem alten Flugzeug-Cocktail davon ausgegangen, dass schwere Maschinen mit mehr als 300 Tonnen und vier Strahltriebwerken mehr als 13 000 mal im Jahr in Schönefeld starten und landen. Künftig rechnet man nur noch mit 1000 Flügen dieser Riesenvögel. Tatsächlich registriert wurden im vergangenen Jahr in Tegel und Schönefeld sogar nur acht derartiger Starts und Landungen. Die neuen Berechnungen seien viel realistischer, heißt es in der Anwohner-Zeitschrift „BER aktuell“.

Weniger Aufwand für den Flughafen

Im Ergebnis könnte das Schutzziel, das der Flughafen nach dem Planfeststellungsbeschluss zu erfüllen hat, mit weniger Aufwand zu erreichen sein: Fluglärm darf die normale Gesprächslautstärke von 55 Dezibel in den Wohnungen um den Airport-Neubau in Schönfeld tagsüber nicht überschreiten.

Ob der Flughafen durch den neuen Flugzeugmix Geld spart, ist nicht auszuschließen. Die Kosten für das Schallschutzprogramm hatten sich in den vergangenen Jahren auf 730 Millionen Euro verfünffacht, weil der Flughafen beim Einbau von Schallschutzfenstern, Dämmungen und Lüftern die Vorgaben verfehlt hatte. Das hatte das Oberverwaltungsgericht 2013 entschieden. Im Mai dieses Jahres wies es auf einen weiteren Mangel hin: Die Entlüftung schallgedämmter Räume müsse von Sachverständigen geplant werden, diese Planung sei nicht Teil der Lüfter-Montage, entschieden die Richter.

Flughafen: Geld für Schallschutz reicht

Dieses Urteil macht das Programm nicht noch einmal teurer, wie der Schallschutz-Chef des Flughafens, Ralf Wagner, sagte. „Wir haben eine Kostenprognose von rund 730 Millionen Euro, und damit sind auch die Auswirkungen dieses Urteils abgedeckt.“ Insgesamt haben rund 25 500 Haushalte im Umfeld des Großflughafens an der Berliner Stadtgrenze Anspruch auf Schallschutz.

Skepsis in Blankenfelde-Mahlow

In der schwer vom Fluglärm betroffenen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) reagiert man zurückhaltend auf die neue Berechnung. „Wir haben unsere Anwälte gebeten, sich die Sache anzuschauen“, sagte Alexander Fröhlich, Referent des Bürgermeisters. Es dürfe nicht sein, dass durch den neuen, leiseren Flugzeugmix die Schutzgebiete, in denen die Anwohner Anspruch auf Lärmschutz haben, verkleinert werden. Doch das ist laut Flughafen nicht vorgesehen. An der Größe der Anspruchsgebiete ändere sich nichts, versichert das Unternehmen.

Anwohner, die dennoch Nachteile befürchten, müssen sich beeilen. Alle Anträge auf Schallschutz, die bis zum 30. September 2016 eingehen, werden noch auf der Grundlage des alten, lauten Flugzeugpotpourris behandelt, heißt es.

Von Burkhard Fraune und Torsten Gellner

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