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Ein Drittel des BER-Terminals ist saniert

Flughafen in Schönefeld Ein Drittel des BER-Terminals ist saniert

Der Um-, Aus- und Weiterbau des BER geht langsamer voran, als es sich der Flughafenchef Karsten Mühlenfeld vorgenommen hat. Auch beim Schallschutz hinkt man hinter den Plänen hinterher. Beim Bau einer neuen Rollbahn wäre es fast zu einer Panne gekommen. Es gibt aber auch gute Nachrichten

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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die Rettungsarbeiten für den Pannenflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) gestalten sich schwieriger als erwartet. 36 Prozent der Bau- und Brandschutzprobleme im Terminal seien inzwischen abgearbeitet, erklärte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld gestern im Flughafenausschuss des Potsdamer Landtags. „Wir hinken etwas hinterher“, sagte er. Deswegen wird sich der nächste, nunmehr sechste Nachtrag zur Baugenehmigung um einige Wochen verzögern.

Mühlenfeld gesteht Fehler ein

Ein Grund für die Verzögerung sind die Nacharbeiten bei der Frischluftzufuhr für die Anlieferhöfe. Weil nachträglich über den Höfen die Erweiterungspavillons des Terminals gebaut wurden, muss die Frischluftzufuhr für die Entrauchungsanlage weiter weg verlegt werden. Andernfalls bestehe das Risiko, dass im Brandfall Rauch wieder eingesogen wird. „Jeder wird jetzt sagen: Das hätte man doch vorher finden müssen“, räumte Mühlenfeld ein. „Und ich gebe zu: Man hätte es vorher sehen können. Aber das ist machbar.“

Im Januar nächsten Jahres erwartet der Flughafen Grünes Licht von der Baubehörde zu seinem nachgereichten Bauantrag. Es sei denn, die Behörde in Königs Wusterhausen besteht dann auf Umplanungen. „Wenn dort große Änderungen kommen würden, hätten wir Schwierigkeiten, Ende März zu erreichen“, sagte Mühlenfeld. Ende März 2016 soll der BER komplett repariert und alle Mängel behoben sein. Dann schließt sich eine mehr als ein Jahr dauernde Abnahme- und Testphase bis zur Eröffnung im Herbst 2017 an.

Bau einer Rollbahn führte fast zu einer Panne

Beim Bau einer neuen Rollbahn, die den Zugang zur Nordbahn verbessern soll, wäre es fast zu einer folgenschweren Panne gekommen: Die Bahn, die derzeit fertig gestellt wird, verläuft jedoch dort, wo die Lufthansa-Bombardier Aviation Services sitzt und Geschäftsflieger wartet. Der Aufsichtsrat stellte nun die Weichen dafür, dass der Wartungsbetrieb von Lufthansa-Bombardier auf dem Schönefeld-Gelände versetzt werden kann. 700 qualifizierte Arbeitsplätze wurden dadurch gesichert, erklärte Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider. Der Abriss und Neubau der Wartungshallen wird 30 Millionen Euro kosten. Der Ausbau des „Taxiway Charlie“ sei notwendig, um bei Havarien im Bereich der Nordbahn ausweichen zu können. Die Maßnahme wäre jedoch besser früher berücksichtigt worden, räumte Bretschneider ein.

Tegel und Schönefeld sind die am schnellsten wachsenden Flughäfen

171 Millionen Euro Miese hat die Flughafengesellschaft im vergangenen Jahr gemacht. Etwas weniger als im Jahr zuvor. Dennoch: Tegel und Schönefeld seien die am schnellsten wachsenden Flughäfen Deutschlands und ihr Betrieb sei außerordentlich erfolgreich, betonte BER-Finanzchefin Heike Fölster. Getrübt werde die Bilanz einzig durch die teure Baustelle BER. „Wir haben operativ ein positives Ergebnis. Das wird oft vergessen“, sagte sie.

Und deswegen ist die Flughafengesellschaft am Boom-Standort Berlin für Investoren trotz der noch ausstehenden BER-Eröffnung attraktiv. Insbesondere das Bundesfinanzministerium warb laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ darum, dass sich der Aufsichtsrat und die Gesellschafter mit der Beteiligung privater Investoren befassen. Interessenten sollten sogar die – eigentlich streng vertraulichen – BER-Geschäftspläne einsehen können, um so konkrete Angebote auszuarbeiten. Ende des Jahres werde ein Bericht erwartet, ob sich eine Teilprivatisierung rechne.

BER könnte Teil eines Hedgefonds werden

„Der Flughafen wird für private Investoren immer interessanter“, sagte Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider. Aktuell bestehe jedoch kein Handlungsbedarf. „Wir wollen das Dingen ans Laufen bringen. Dann werden wir sehen, ob wir das Ding verkaufen oder teilweise verkaufen.“

Einer der Interessenten ist die australische Investmentbank Macquarie. Das Unternehmen hat Anteile im Wert von 345 Milliarden Euro in seinem Portfolio, stieg jüngst beim Flughafen von Bristol ein und ist auch an London-Heathrow beteiligt. Macquarie bietet für seine Anleger lukrative, aber riskante Infrastrukturfonds mit Beteiligungen an Versorgungsunternehmen, Straßen oder eben Flughäfen. Der BER könnte also demnächst Teil eines Hedgefonds werden.

Beim Thema Schallschutz geht es weiter nur schleppend voran. Von den 4500 Anwohnern der Südbahn – deren Anträge auf Schallschutz bevorzugt behandelt werden – haben derzeit erst 95 Schallschutzfenster und Lüfter eingebaut bekommen. 700 Anwohner wurden entschädigt. Dahme-Spreewald-Landrat Stephan Loge (SPD) sagte: „Dafür habe ich kein Verständnis.“

Von Torsten Gellner

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