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Ford nimmt in Europa wieder Fahrt auf

Auto Ford nimmt in Europa wieder Fahrt auf

Der US-Autobauer Ford kommt im schwierigen Europageschäft voran. Im dritten Quartal stiegen die Verkäufe auf dem wichtigen Markt wieder leicht, zudem machten sich die eigenen Sparmaßnahmen bemerkbar.

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Das große Geld verdient Ford auf dem boomenden Heimatmarkt, wo vor allem Pick-up-Trucks beliebt sind.

Quelle: Uli Deck

Dearborn/Köln. "Wir haben unsere Verluste in Europa deutlich reduziert", berichtete Finanzchef Bob Shanks am Donnerstag. Der Kurs der Ford-Aktie stieg im frühen US-Handel um 2 Prozent.

Weil die Verkäufe infolge der Euro-Schuldenkrise eingebrochen waren, hatte sich Ford zur Schließung dreier Werke in Großbritannien und Belgien entschlossen, was insgesamt 6200 Jobs kostet. So sollen Überkapazitäten abgebaut und die Produktionskosten gesenkt werden. Der Erzrivale General Motors (GM) macht das Bochumer Opel-Werk zu.

Ford verkaufte in Europa im abgelaufenen Quartal 310 000 Autos und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die Modelle C-Max, Fiesta und Focus seien begehrt gewesen, sagte Shanks. Die Wagen laufen unter anderem in Köln und Saarlouis vom Band. Der Vorsteuer-Verlust halbierte sich auf 228 Millionen Dollar (165 Mio Euro).

Damit erholt sich das Geschäft in der Problemregion schneller als gedacht: Ford erwartet nun, dass der Verlust im Gesamtjahr niedriger ausfällt als noch 2012. Bis zur Mitte des Jahrzehnts will der Konzern in Europa wieder profitabel sein, wie Ford-Chef Alan Mulally in einer Telefonkonferenz mit Analysten bekräftigte.

Weltweit verdient der Autokonzern aus Dearborn nahe Detroit gutes Geld und will im Gesamtjahr seinen Gewinn vor Steuern sogar steigern. "Wir sind 2013 auf Kurs für ein weiteres starkes Jahr", erklärte Mulally. Rückenwind gibt dem Unternehmen das boomende Geschäft in Nordamerika, wo vor allem Pick-up-Trucks und Geländewagen beliebt sind. Diese werfen mehr Geld ab als Kompakt- und Kleinwagen.

Im vergangenen Vierteljahr stieg der gesamte Konzernumsatz um 12 Prozent auf 36,0 Milliarden Dollar. Dazu trugen auch bessere Verkäufe in Asien und Lateinamerika bei. Unterm Strich musste Ford jedoch einen Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar hinnehmen. Grund waren zum einen die Kosten für die Werksschließungen in Europa, zum anderen Pensionszahlungen in den USA.

Ford war in der Wirtschaftskrise der einzige der drei großen US-Autobauer, der sich aus eigener Kraft über Wasser halten konnte. Dagegen mussten GM und Chrysler vom Staat gerettet werden. Bei Ford hatte der ehemalige Boeing-Manager Mulally rechtzeitig die Kosten gedrückt und die Modellpalette modernisiert.

Angesichts dieser Verdienste gilt Mulally als einer der heißesten Anwärter auf den Chefposten beim Software-Riesen Microsoft, wo Steve Ballmer aufhört. Mulally hatte jedoch zwischenzeitlich erklärt, er wolle bis Ende 2014 bei Ford bleiben. "An dem Plan hat sich nichts geändert", sagte er in der Telefonkonferenz. "Ich fühle mich geehrt, für Ford zu arbeiten."

General Motors gibt seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal am kommenden Mittwoch bekannt. Zuletzt hatte sich auch bei dem Ford-Konkurrenten die Lage in Europa wieder aufgehellt.

dpa

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