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Frauen holen beim Verdienst nur langsam auf

Gender Pay Gap Frauen holen beim Verdienst nur langsam auf

Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern bleiben immens. Eine aktuelle Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass nicht nur strukturelle Unterschiede, wie unterschiedliche Branchen und Berufe, dabei entscheidend sind.

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Protest am Equal Pay Day am 18.3.2016 in Berlin.

Quelle: dpa

Wiesbaden. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schrumpft nur minimal. Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen mit 16,26 Euro um 21 Prozent niedriger als der von Männern (20,71 Euro), wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. 2014 und 2015 hatte die unbereinigte Lohndifferenz (Gender Pay Gap) jeweils 22 Prozent betragen.

Nicht nur lohnrelevante Merkmale entscheidend

Nach Angaben der Statistiker lassen sich fast drei Viertel des unbereinigten Gender Pay Gap auf strukturelle Unterschiede zurückführen. Die wichtigsten Gründe für die Differenzen der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste waren Unterschiede in den Branchen und Berufen, in denen Frauen und Männer tätig sind. Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung lag etwa der Stundenlohn in Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, 2014 im Schnitt um acht Euro niedriger als in männlichen dominierten Berufen bei gleicher Ausbildungszeit.

Als zusätzliche Faktoren für die Verdienstunterschiede kommen ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Zudem sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.

Ein Viertel des Verdienstunterschieds könne nicht durch die lohnrelevanten Merkmale erklärt werden, berichtete das Statistische Bundesamt. Dieser sogenannte bereinigte Gender Pay Gap lag 2014 bundesweit bei sechs Prozent. Das heißt, dass Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde durchschnittlich sechs Prozent weniger als Männer verdienten.

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer. Es stehen dabei zwei Indikatoren mit unterschiedlicher Intention zur Verfügung.

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerinnen in allgemeiner Form miteinander. Mithilfe des unbereinigten Gender Pay Gap wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der durch schlechtere Zugangschancen von Frauen hinsichtlich bestimmter Berufe oder Karrierestufen verursacht wird, die möglicherweise ebenfalls das Ergebnis benachteiligender Strukturen sind.

Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien.

Die Bundesregierung will mit einem „Entgelttransparenzgesetz“ dazu beitragen, die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Über den Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) soll der Bundestag beschließen. Kritiker erwarten von dem Gesetz allerdings keine Fortschritte.

Von epd/dpa/RND/zys

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