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Wirtschaft Frisch, regional und ökologisch
Nachrichten Wirtschaft Frisch, regional und ökologisch
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00:17 19.09.2016
Der Cottbuser Unternehmer Olaf Wirths vom Labieratorium in der Brauerei Finsterwalde (Elbe-Elster) mit einem Schwarzbier der Mark „Schwarze Pumpe“. Quelle: Foto: dpa
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Potsdam

„Aquaponic“ – als dieses Wort fiel, schauten einige der Brandenburger Ernährungswirtschaftler etwas ungläubig in die Runde. Fischzucht soll sich mit Gemüseanbau kombinieren lassen? Anne-Kathrin Kuhlemann von der Firma TopFarmers ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Der so ganz andere Ansatz, wie eine städtische Lebensmittelversorgung der Zukunft aussehen könnte, sorgte kürzlich auf dem Innovationstag der Branche in Werder (Potsdam-Mittelmark) für reichlich Gesprächsstoff.

Die Firma in Berlin züchtet Fisch, Gemüse und Obst in einem geschlossenen Treibhaus-Kreislauf – ohne Düngemittel und Pestizide. Mit den Ausscheidungen der Fische werden Pflanzen gedüngt und die wiederum filtern das Wasser für die Fische. Als Kuhlemann über afrikanische Welse in riesigen Plastikwannen sprach, kam kurz Unruhe auf. Einige im Saal sorgten sich um das Tierwohl. Die Referentin versuchte zu beruhigen.

Über solche Trends in der Ernährungswirtschaft wird in Brandenburg zwischen Wissenschaft und Wirtschaft derzeit breit diskutiert. So präsentierte sich auch das Cluster NutriAct, das in einem Forschungsprojekt herausfinden will, was die ideale Ernährung für eine immer älter werdende Gesellschaft ist.

Fest steht: Das Ess- und Einkaufsverhalten ist im ständigen Wandel. Doch bislang hätten sich viele Lebensmittelhersteller noch zu wenig darauf eingestellt, heißt es. Detmar Leitow von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) sagt, die Ernährungsgewohnheiten würden sich meist nicht ändern. Er sieht in der Mark aber einen klaren Trend zu regionalen Produkten. Auch gesundes Essen sei vielen Menschen wichtiger geworden, es müsse aber nicht immer nur vegetarische Kost sein.

Aber Essen mit mehr Ballaststoffen, ungesättigten Fettsäuren und pflanzlichen Proteinen sei sehr verbreitet. Einstellen muss sich die Branche aber auch auf den immer geringeren Zeitfaktor. Essen soll schnell auch außer Haus verspeist werden.

Zu den Trends gehören Produkte mit hohem Gesundheitsfaktor. Dazu zählt in Brandenburg der Anbau von Sanddorn. Die knallorange-farbigen Beeren sind eine Vitaminbombe. Besonders gefragt ist derzeit der Sanddorn-Smoothie der Firma Christine Berger in Petzow (Potsdam-Mittelmark). In die Rubrik der unvermuteten Produkte aus Brandenburg lässt sich das Cottbuser Brauunternehmen LaBieratorium einordnen. Für das Bier „F 60 Paranoid IPA“ holte das Unternehmen die Silbermedaille beim International Craft Beer Award im April.

„Basic Textur“ ist die bereits preisgekrönte Neuheit der Firma Herbafood Ingredients GmbH aus Werder. Das Bindemittel für Suppen, Soßen und Fruchtaufstriche ist rein pflanzlich, farb- und geschmacksneutral. Es besteht nur aus Wasser und Zitrusfasern. Es ist kalorienarm und erhält den Geschmack anderer Zutaten.

Dem vegetarischen Trend folgt auch die Eberswalder Wurst GmbH, die ein fleischloses Würstchen anbietet („Vegetarios“) und mit dem Absatz ganz zufrieden ist. Kerngeschäft bleiben aber die klassischen Würstchen, versichert Chef Sebastian Kühn. Die Firma Dreistern Konserven bietet vegetarische „Chili sin carne“ an – ein angeblich sehr nachgefragtes Produkt, wie es bei den Produzenten heißt.

Verbraucher achtet vorrangig auf Qualität

Die Essgewohnheiten haben sich durch mehr Mobilität in der Arbeitswelt und ein gestiegenes Ernährungsbewusstsein verändert. Das ergab eine Studie des Lebensmittelkonzerns Nestlé. Hauptmahlzeit ist das Abendessen geworden, immer häufiger warm.

Der Genussfaktor beim Essen ist wichtiger geworden, und Ernährung – wie Mode – sind zunehmend Ausdruck eines persönlichen Lebensstils.

Für 95 Prozent der Befragten ist „gutes Essen und Trinken“ ein Teil ihrer Lebensqualität. Mehr als die Hälfte der Menschen achtet beim Kauf angeblich mehr auf die Qualität als auf den Preis.


Als Qualitätskriterium für Nahrungsmittel nennen die meisten Befragten den Geschmack, gefolgt von der Lebensmittelsicherheit und Natürlichkeit. Auf Platz vier gleichauf das Tierwohl und der Verzicht auf Gentechnik.

Von Igor Göldner

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