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Wirtschaft Gebührenerhöhungen nicht ausgeschlossen
Nachrichten Wirtschaft Gebührenerhöhungen nicht ausgeschlossen
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19:50 08.08.2016
MBS-Chef Andreas Schulz Quelle: Bungert
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Potsdam

Der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) mit Sitz in Potsdam geht es insgesamt gut, allerdings bereiten die historisch niedrigen Zinsen große Sorgen. Der Vorsitzende des MBS-Vorstands Andreas Schulz sagte, er sehe eine Zinswende spätestens nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens in weiter Ferne. Negativzinsen, wie sie andere Institute planten, sollen im Privatkundengeschäft der MBS allerdings vermieden werden, sagte Schulz.

Kein „Kahlschlag“ bei der MBS

Er kündigte an, das Netz der rund 150 Geschäftsstellen im Land auf den Prüfstand zu stellen. Einen „Kahlschlag“ – andere Bankhäuser haben dies bereits angekündigt – werde es nicht geben, betonte Schulz. „Wir werden weiter optimieren.“ Die Sparkasse habe nicht nur reine Online-Kunden und setze weiter auf hohe Beratungsqualität. Die MBS ist die größte Sparkasse im Land mit 1600 Mitarbeitern mit Filialen in Potsdam, Brandenburg/Havel sowie Havelland, Dahme-Spreewald, Oberhavel, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming und berät über 700 000 Kunden.

Suche nach Einnahmequellen trotz Zinstiefs

Nicht ausschließen will der Sparkassen-Chef eine Erhöhung der Gebühren für Girokonten, Überweisungen und Kreditkarten. „Damit beschäftigen wir uns.“ Das sei eine Möglichkeit. Bundesweit suchen Banken und Sparkassen wegen des Zinstiefs derzeit nach neuen Einnahmequellen und erhöhen in großem Stil die Gebühren. Der Grund: Durch die Zinskrise verdienen sie an den Einlagen ihrer Kunden kaum noch etwas. Dabei wird kalkuliert, dass Kunden höhere Gebühren eher akzeptieren als Zinsen unter Null. Dies käme einem Tabubruch gleich und würde das Vertrauen der Kunden erschüttern. Negativzinsen für Privatkunden kann sich auch Sparkassen-Chef Schulz nicht vorstellen. Auch wenn große Firmen mit großen Volumina bereits jetzt Negativzinsen zahlen.

Zufrieden mit Kreditgeschäft

Zufrieden ist die MBS mit dem Kreditgeschäft im ersten Halbjahr 2016, das weiter ausgebaut werden konnte. Der Bestand wuchs um 4,6 Prozent (197 Millionen Euro) auf insgesamt 4,49 Milliarden Euro. Würde dieser Trend bis Jahresende anhalten, wäre dies ein gutes Ergebnis, betonte Schulz.

Nach den Worten des MBS-Chefs läuft vor allem das Geschäft mit Baufinanzierungen in Brandenburg immer noch erstaunlich gut. Da müsse man sich keine Sorgen machen. Eine „Immobilienblase“, wie vielerorts spekuliert wird, gebe es im klassischen Sinne nicht – weder in Potsdam noch Berlin.

Die MBS engagiert sich weiter in der Flüchtlingskrise. Derzeit haben 6500 Neuankömmlinge Konten bei der MBS eröffnet – vor einem halben Jahr waren es noch 3000. Die Lage habe sich inzwischen entspannt – auch durch die abnehmende Zahl an Flüchtlingen, die ins Land kämen. „Das ist durch die Geschäftsstellen beherrschbar“, so Schulz.

Von Igor Göldner

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