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Geschäft bei der Bahn bricht ein

Einbußen beim Güterverkehr, Schäden wegen der Flut Geschäft bei der Bahn bricht ein

Vor allem die Probleme mit dem Güterverkehr bremsen die Bahn aus. Der Konzern stellte am Donnerstag seine Halbjahresbilanz vor. Die wirtschaftliche Rezension und die Einbrüche im Frachtgeschäft sorgten dafür, dass der Gewinn der Bahn um rund 20 Prozent auf eine Milliarden Euro zurückging.

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Die Verantwortlichen der Bahn bei ihrer Pressekonferenz in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Die Züge sind oft verspätet und überfüllt, bisweilen fallen die Klimaanlagen aus und die hochwassergeschädigte ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Dennoch steigen die Fahrgastzahlen und das seit Jahren. „Langfristig sehen wir einen robusten positiven Trend für die Bahn“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Berlin.

Im ersten Halbjahr fuhren 991 Millionen Reisende in Deutschland mit der Bahn, zehn Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Einbrüche gab es dagegen im Frachtgeschäft, das die Rezession in Europa zu spüren bekam. Der Transport von Waren auf der Schiene nahm um 4,4 Prozent auf 51,6 Milliarden Tonnenkilometer ab. Das drückte massiv auf den Gewinn der Bahn, der vor Steuern im ersten Halbjahr um 22,9 Prozent auf eine Milliarde Euro zurückging. Noch stärker als die Rückgänge im Transportgeschäft, die das Ergebnis mit einem Minus von 100 Millionen Euro belasteten, wirkten sich steigende Personal- und Energiekosten aus. Diese verringerten nach Aussage des Finanzvorstands Richard Lutz das Ergebnis um 170 Millionen Euro. Demgegenüber machen die Winter- und Hochwasserschäden im ersten Halbjahr mit 80 Millionen Euro nur einen kleineren Teil der Belastungen aus. Der Umsatz der Bahn sank leicht um 0,6 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro.

Wie groß der Schaden durch das Hochwasser insgesamt ist, kann die Bahn derzeit noch nicht beziffern. Das immer noch im Staatsbesitz befindliche Unternehmen pocht darauf, dass die Reparaturmaßnahmen an den Gleisen, wie auch schon nach dem Hochwasser 2002, vom Bund getragen werden.

Ob die Strecke Berlin – Hannover dieses Jahr überhaupt wiedereröffnet wird, steht offenbar in den Sternen. Derzeit legen die Züge zwischen Berlin und Hannover weite Umwege zurück, da vier bis fünf Kilometer an einer Elbebrücke zwischen Rathenow (Brandenburg) und Stendal (Sachsen-Anhalt) immer noch unterspült sind. Ab Montag gilt immerhin ein angepasster Fahrplan, demzufolge alle Haltepunkte auf der Strecke wieder angefahren werden. Die Bahn versüßt den Fahrgästen die längeren Fahrzeiten demnächst mit kostenlosen Zeitschriften und Reclam-Büchern auch in der zweiten Klasse. Niedrigere Fahrpreise werde es aber nicht geben, sagte der Vorstand für den Personenverkehr, Ulrich Homburg.

Auch die verzögerte Eröffnung des Berliner Großflughafens in Schönefeld machte Grube für den Ergebnisrückgang verantwortlich. Bis März sei ein Schaden von 20 Millionen Euro aufgelaufen, jeden Monat kämen weitere zwei Millionen Euro hinzu.

Die Bahn muss weiterhin alte Züge einsetzen, da sich die Auslieferung der schon vor Jahren bestellten neuen Fahrzeuge weiter verzögert. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Zeitschrift „Hörzu“, demzufolge nur noch 38 Prozent der Kunden zufrieden mit den Leistungen der Bahn seien, bezeichnete der Konzern indes als wenig repräsentativ, da die Kunden unmittelbar nach dem Hochwasser befragt worden seien. Eine Befragung des Verkehrsclubs Deutschland hat indes gezeigt, dass die Kunden besonders mit der Informationspolitik des Monopolisten unzufrieden sind. Auch erreichen die Fahrgäste seltener ihre Anschlusszüge: 44 Prozent verpassen wegen Zugverspätungen beim Umsteigen ihren Zug. „Ich bin gespannt, wie die Bahn die nächste Preiserhöhung begründet", sagte Verkehrsclub-Sprecherin Anja Smetanin. Der Bahnkundenverband Pro Bahn zeigte sich erstaunt darüber, dass trotz der nicht immer guten Qualität der Personenverkehr zunehme. Dennoch müsse die Bahn sensibel mit den Kunden umgehen, hieß es.

Von Antje Schroeder

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