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Griechenland-Poker belastet den deutschen Aktienmarkt weiter

Börsen Griechenland-Poker belastet den deutschen Aktienmarkt weiter

Der abermals zugespitzte Schuldenstreit mit Griechenland hat den Dax am Montag weiter nach unten gedrückt. Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker war am Wochenende gescheitert, wenngleich er die Türen für Griechenland offen hält.

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Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. t.

Der deutsche Leitindex fiel um 1,89 Prozent auf 10 984,97 Punkte. Seit dem Höhepunkt einer zwischenzeitlichen Kurserholung am vergangenen Donnerstag beläuft sich das Minus damit auf rund 4 Prozent. Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte zu Wochenbeginn 1,91 Prozent auf 19 627,76 Punkte ein und der TecDax verlor 2,03 Prozent auf 1622,64 Punkte.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis dringt indes auf einen Schuldenerlass. Die weiteren Verhandlungen mit Griechenland müssen jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist am Donnerstag geplant. Die Zeit für eine Einigung wird eng: Am 30. Juni läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht dem Land die Staatspleite. Ende Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nimmt die Gefahr einer Staatspleite Griechenlands zu. "Die Zeit läuft ab, die Wahrscheinlichkeit, dass keine Lösung gefunden wird, steigt von Tag zu Tag", sagte Weidmann bei einem Symposium der Bundesbank in Frankfurt. "Es scheint an Einigungsbereitschaft zu fehlen."

Im MDax richteten sich die Blicke auf den Handelsriesen Metro, dessen Aktien um 4,66 Prozent absackten. Metro verkauft seine Warenhauskette Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser sieht dies nicht als Befreiungsschlag. Die strukturellen Probleme blieben dem Einzelhandelskonzern erhalten, schrieb Analyst Christian Schwenkenbecher. Einige Anleger hatten Händlern zufolge auf einen höheren Preis gehofft.

Die Aktien der Deutschen Annington knickten am Index-Ende um 5,55 Prozent auf 26,225 Euro ein. Die Immobiliengesellschaft baut ihre Position als Marktführer mit dem Kauf der Süddeutschen Wohnen von Patrizia Immobilien zwar aus, finanziert die Milliardenübernahme aber mit einer Kapitalerhöhung. Patrizia-Aktien stiegen um rund 2 Prozent. Die Gesellschaft erhöhte nach dem Verkauf ihre Prognosen.

Im Dax gab es mit den Papieren von Lanxess lediglich einen Gewinner. Die Deutsche Bank hatte sich positiv zu den Anteilsscheinen des Spezialchemiekonzerns geäußert. Am Indexende litten die Aktien der Commerzbank besonders unter den Griechenlandsorgen und fielen um knapp 3 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,85 Prozent auf 3438,07 Punkte ein. Der Pariser Leitindex geriet ähnlich stark unter Druck, während der FTSE 100 in London lediglich um rund 1 Prozent nachgab. Der Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent am Freitag auf 0,66 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,32 Prozent auf 138,10 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,37 Prozent auf 151,35 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu und stand zuletzt bei 1,1284 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1218 (Freitag: 1,1220) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8914 (0,8913) Euro.

dpa

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