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Griechische Tragödie hält Anleger in Atem

Börsen Griechische Tragödie hält Anleger in Atem

Das Griechenland-Drama hat den Dax zu Wochenbeginn auf Berg- und Talfahrt geschickt. Hoffnungen auf eine positive Wendung im Streit zwischen dem pleitebedrohten Griechenland und seinen Geldgebern halfen dem Leitindex zuletzt mit 0,10 Prozent ins Plus auf 11 425,30 Punkte.

Frankfurt/Main. Ein erster Erholungsversuch am Morgen war von enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland und Europa gestoppt worden. "Über allem schwebt die unendliche griechische Tragödie", sagte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. "Das Warten auf neue Impulse geht weiter." Der Dax hatte in der Vorwoche 3,40 Prozent verloren.

Der MDax der mittelgroßen Werte erreichte ein Plus von 0,99 Prozent auf 20 652,73 Punkte. Der TecDax der Technologiewerte gewann 0,24 Prozent auf 1696,57 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,34 Prozent nach oben.

Die Fragen an der Börse bleiben aus Sicht von Andreas Lipkow, Aktienhändler beim Vermögensverwalter Kliegel & Hafner, die alten: Wie werde sich die US-Notenbank zur erwarteten Zinswende äußern und werde Griechenland die bald fällige Kredittranche bedienen? Aufgrund der Unsicherheit um die Entwicklung dieser Themen prägten Spekulationen und Zurückhaltung weiter abwechselnd das Handelsgeschehen.

Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs sehen die Verhandlungen in einer Sackgasse. Es gebe zwar immer wieder Berichte über Fortschritte, diese seien aber unvereinbar. Das Problem dabei: In den kommenden Wochen und Monaten muss Griechenland hohe Zahlungen schultern.

Analyst Markus Huber vom Wertpapierhändler Peregrine & Black wertete zudem frische Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone als Belastungsfaktor: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe habe enttäuscht. Offenbar mache das schwächere Wachstum in China und den USA der deutschen Exportwirtschaft kräftig zu schaffen, so Huber.

Autowerte mauserten sich trotzdem zu den Favoriten im Dax: Händler verwiesen auf den Rückgang des Eurokurses zum US-Dollar als Kaufargument. Die exportlastige Autobranche war in den vergangenen Monaten stark von der Euro-Entwicklung geprägt. Ein schwacher Euro verbilligt deutsche Waren im Ausland. Stellvertretend für die Autobauer verteuerte sich die Daimler-Aktie um 1,04 Prozent auf 86,17 Euro. Spitzenreiter im Leitindex waren Continental-Papiere mit einem Plus von 1,14 Prozent auf 212,65 Euro.

Infineon-Papiere waren mit einem Plus von 0,88 Prozent auf 11,975 Euro dagegen unter den Favoriten. Der Chip-Hersteller entwickelt zusammen mit dem Internet-Riesen Google Mini-Chips zur Erfassung von Gesten. Hinzu kommt das weiter grassierende Übernahmefieber in der Halbleiterindustrie: Der in Singapur beheimatete Konzern Avago Technologies will den US-Spezialisten für Drahtlos-Chips Broadcom für rund 37 Milliarden Dollar kaufen. Zudem hat Intel nun ein Kaufangebot für Altera abgegeben.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,40 (Freitag: 0,41) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 139,64 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,14 Prozent auf 155,70 Punkte. Der Euro wertete zum US-Dollar etwas ab: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0944 (1,0970) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9137 (0,9116) Euro.

dpa

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