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Nachrichten Wirtschaft IHK Potsdam spart bei Existenzgründern
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00:37 03.09.2015
Will die Mitglieder finanziell nicht zu stark belasten: Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Für angehende Selbstständige tickt die Uhr: Wer sich in West- und Nordbrandenburg selbstständig machen und dabei nicht ganz auf sich allein gestellt sein will, sollte sich besser beeilen. Denn die IHK Potsdam setzt bei ihren Existenzgründerseminaren ab dem kommenden Jahr den Rotstift an. Der beliebte Grundlagenkurs um GmbH-Recht und Businessplanung findet künftig deutlich seltener statt – bei dreimal höherer Teilnahmegebühr.

„Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach den Seminaren einbrechen wird“, sagt Antje Fege vom Ausbildungsverbund Teltow (AVT). Das IHK-Bildungszentrum koordiniert die Seminare gemeinsam mit den Regionalcentern. Nach mehr als 30 Terminen in diesem Jahr stehen 2016 nur noch zwölf auf dem Programm. Um die bewährten Standorte Brandenburg/Havel, Luckenwalde (Teltow-Fläming), Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) und Pritzwalk (Prignitz) machen die Existenz-Seminarleiter künftig einen Bogen, um sich auf Potsdam und Oranienburg (Oberhavel) zu konzentrieren. Die Teilnahmegebühr für die dreitägige Veranstaltung verdreifacht sich von 30 auf 90 Euro.

Hintergrund sind auslaufende Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums, mit denen die IHK die Seminare bislang hauptsächlich finanziert. Hauptgeschäftsführer Mario Tobias sieht die Kammer nicht dazu im Stande, die Kostenlücke zu begleichen. „Wir können nicht für jeden Teilnehmer alles bezahlen, es sind schließlich die Beiträge unser Mitglieder.“ Derzeit und auch künftig lasse sich die IHK die Seminare 30 Euro pro Teilnehmer kosten, sagt Tobias.

Mit 40 bis 50 Teilnehmern pro Jahr allein in Neuruppin gelten die Existenzgründerseminare als Erfolg. Bevor 2011 die Existenzgründerzuschüsse der Arbeitsagentur wegfiel, waren es sogar mehr als 100 pro Jahr, wie Falko Stephan, Leiter des IHK-Regionalcenters Ostprignitz-Ruppin sagt.

Es ist fraglich, ob ab 2016 überhaupt alle Seminare die erforderliche Mindestteilnehmerzahl erreichen. Dabei bilden Selbstständige im traditionell vom kleinen und mittleren Unternehmertum geprägten Brandenburg das wirtschaftliche Rückgrat. AVT-Ausbildungsexpertin Fege sieht weiterhin großen Bedarf: „Wir bewahren damit ja auch manchen vor einer Bauchlandung.“ Die Seminare erfüllten IHK-Standards und seien praxisorientiert. „Wer nach den drei Tagen immer noch gründen will, der gründet auch.“

Unternehmergeist? Mangelware

12 Prozent der Erwerbstätigen in Brandenburg sind laut Landeswirtschaftsministerium selbstständig – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt von 10,3 Prozent. Hintergrund ist die relativ schwach ausgeprägte Industriestruktur Brandenburgs.

Eine neue Gründerzeit hat das Bundeswirtschaftsministerium ausgerufen. Im Internet informiert das Haus von Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD) unter www.existenzgruender.de über notwendige Schritte wie Gründungsarten, Businessplan und Finanzierung.

Unternehmergeist ist in Deutschland Mangelware. Nur 56 Prozent stehen der Selbstständigkeit laut internationaler Studie positiv gegenüber.

Von Bastian Pauly

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