Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
In Cottbus eröffnet die Fabrik der Zukunft

Brandenburgische Technische Universität startet Projekt für Industrie 4.0 In Cottbus eröffnet die Fabrik der Zukunft

Wie sieht die Fabrik der Zukunft aus? Während die Großindustrie ganze Abteilungen mit dieser Frage betraut, sind die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Brandenburg überfordert – es fehlen Zeit, Geld und Know-How. Doch das kann sich bald ändern: Ein neues Innovationszentrum der BTU Cottbus soll die Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen.

Voriger Artikel
Kreise: EZB erhöht Nothilfe für griechische Banken
Nächster Artikel
Wowereit: Notbremse beim Hauptstadtflughafen besser früher gezogen

Einblick in das Cottbuser Innovationszentrum: In modernen Fabriken überlässt der Mensch Robotern das Produktionsfeld.

Quelle: BTU Cottbus

Potsdam. „Wir machen Metall kaputt“, sagt Thorsten Ladwig. Bescheidener könnte der Geschäftsführer der Firma FlammSyscomp das einträgliche Geschäft mit Stanzartikeln und Werkzeugen für die Großindustrie kaum umschreiben. Denn von seinem Chefsessel in Hennigsdorf (Oberhavel) aus richtet sich Ladwigs Blick direkt auf die Weltmärkte. FlammSys-comp ist Exklusivlieferant für Preimiumautobauer wie BMW und Daimler. Um diese gute Marktposition zu verteidigen, führt für das Unternehmen mit 120 Beschäftigten kein Weg an dem Schlagwort „Industrie 4.0“ vorbei.

Der digitale Wandel hat längst auch das verarbeitende Gewerbe erfasst – die „intelligente Fabrik“ ist Ziel, Chance und Herausforderung zugleich. Besonders für Mittelständler wie FlammSyscomp: „In großen Industriefirmen beschäftigten sich ganze Stäbe, Direktionen oder Abteilungen damit“, sagt Ladwig.

Diese Lücke will jetzt das Land füllen. Am 2. Juli geht das „Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg“ an den Start. Die Einrichtung der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus (BTU) ist Modell- und Denkfabrik in einem. Acht Wissenschaftler sollen der vornehmlich klein- und mittelständisch geprägten Industrie beim digitalen Fortschritt zur Hand gehen.

Ulrich Berger, BTU-Professor für Automatisierungstechnik, spricht von einer Begegnungsstätte für Wissenschaft und Wirtschaft, von einem „Ort des Wissens und der Erfahrung“. In der Cottbuser Schaufabrik sollen sich Unternehmer ein anschauliches Bild von den Möglichkeiten von Digitalisierung und Automatisierung machen können. Zudem bieten die BTU-Experten einen „Innovations-Check-Up“ direkt am Firmenstandort, um ungehobene Potenziale auszuloten. Die Dienstleistung ist kostenlos – das Projekt wird vom Land vorerst bis 2018 mit zwei Millionen Euro gefördert.

Die Brücke zwischen Theorie und Praxis haben Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (beide SPD) geschlagen. „Nur eine moderne Industrie kann sich im Wettbewerb behaupten“, sagt Gerber. „Selbst ein altes, grobes Handwerk wie das Eisengießen ist den Prozessen von Industrie 4.0 zugänglich.“ Und Kabinettskollegin Kunst warnt eindringlich davor, diese Revolution zu verschlafen: „Da machen sich die Winterkorns dieser Welt eine Birne.“ Die eine maßgeschneiderte Lösung gebe es allerdings nicht, betont Kunst, die das innovative BTU-Projekt in einer Reihe mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) und dem Anwendungszentrum Industrie 4.0 der Universität Potsdam sieht.

Thorsten Ladwig, dessen Firma FlammSyscomp zu den Adressaten solcher Angebote zählt, ist dankbar. Schließlich interessiert sich auch die globale Konkurrenz dafür, die Arbeitsprozesse immer effektiver zu gestalten „Wir sind derzeit bei Industrie 3.4“, sagt Ladwig. Was scherzhaft klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Bislang sei die firmeninterne IT-Landschaft mit gut 20 Insellösungen zerklüftet. „Stattdessen brauchen wir integrierte Systeme, standardisierte Schnittstellen und zentrale Ansprechpartner.“ Zumindest letztere kann Ladwig demnächst auch in Cottbus finden.

Von Bastian Pauly

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 11.192,50 +1,87%
TecDAX 1.734,50 +0,94%
EUR/USD 1,0590 -0,22%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 17,92 +3,37%
BAYER 93,10 +2,99%
THYSSENKRUPP 24,07 +2,11%
RWE ST 11,19 -4,51%
E.ON 6,35 -2,02%
MÜNCH. RÜCK 175,60 -1,04%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 165,03%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,00%
Polar Capital Fund AF 103,34%
Fidelity Funds Glo AF 92,98%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?