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Wirtschaft In Cottbus eröffnet die Fabrik der Zukunft
Nachrichten Wirtschaft In Cottbus eröffnet die Fabrik der Zukunft
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00:31 22.06.2015
Einblick in das Cottbuser Innovationszentrum: In modernen Fabriken überlässt der Mensch Robotern das Produktionsfeld. Quelle: BTU Cottbus
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Potsdam

„Wir machen Metall kaputt“, sagt Thorsten Ladwig. Bescheidener könnte der Geschäftsführer der Firma FlammSyscomp das einträgliche Geschäft mit Stanzartikeln und Werkzeugen für die Großindustrie kaum umschreiben. Denn von seinem Chefsessel in Hennigsdorf (Oberhavel) aus richtet sich Ladwigs Blick direkt auf die Weltmärkte. FlammSys-comp ist Exklusivlieferant für Preimiumautobauer wie BMW und Daimler. Um diese gute Marktposition zu verteidigen, führt für das Unternehmen mit 120 Beschäftigten kein Weg an dem Schlagwort „Industrie 4.0“ vorbei.

Der digitale Wandel hat längst auch das verarbeitende Gewerbe erfasst – die „intelligente Fabrik“ ist Ziel, Chance und Herausforderung zugleich. Besonders für Mittelständler wie FlammSyscomp: „In großen Industriefirmen beschäftigten sich ganze Stäbe, Direktionen oder Abteilungen damit“, sagt Ladwig.

Diese Lücke will jetzt das Land füllen. Am 2. Juli geht das „Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg“ an den Start. Die Einrichtung der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus (BTU) ist Modell- und Denkfabrik in einem. Acht Wissenschaftler sollen der vornehmlich klein- und mittelständisch geprägten Industrie beim digitalen Fortschritt zur Hand gehen.

Ulrich Berger, BTU-Professor für Automatisierungstechnik, spricht von einer Begegnungsstätte für Wissenschaft und Wirtschaft, von einem „Ort des Wissens und der Erfahrung“. In der Cottbuser Schaufabrik sollen sich Unternehmer ein anschauliches Bild von den Möglichkeiten von Digitalisierung und Automatisierung machen können. Zudem bieten die BTU-Experten einen „Innovations-Check-Up“ direkt am Firmenstandort, um ungehobene Potenziale auszuloten. Die Dienstleistung ist kostenlos – das Projekt wird vom Land vorerst bis 2018 mit zwei Millionen Euro gefördert.

Die Brücke zwischen Theorie und Praxis haben Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (beide SPD) geschlagen. „Nur eine moderne Industrie kann sich im Wettbewerb behaupten“, sagt Gerber. „Selbst ein altes, grobes Handwerk wie das Eisengießen ist den Prozessen von Industrie 4.0 zugänglich.“ Und Kabinettskollegin Kunst warnt eindringlich davor, diese Revolution zu verschlafen: „Da machen sich die Winterkorns dieser Welt eine Birne.“ Die eine maßgeschneiderte Lösung gebe es allerdings nicht, betont Kunst, die das innovative BTU-Projekt in einer Reihe mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) und dem Anwendungszentrum Industrie 4.0 der Universität Potsdam sieht.

Thorsten Ladwig, dessen Firma FlammSyscomp zu den Adressaten solcher Angebote zählt, ist dankbar. Schließlich interessiert sich auch die globale Konkurrenz dafür, die Arbeitsprozesse immer effektiver zu gestalten „Wir sind derzeit bei Industrie 3.4“, sagt Ladwig. Was scherzhaft klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Bislang sei die firmeninterne IT-Landschaft mit gut 20 Insellösungen zerklüftet. „Stattdessen brauchen wir integrierte Systeme, standardisierte Schnittstellen und zentrale Ansprechpartner.“ Zumindest letztere kann Ladwig demnächst auch in Cottbus finden.

Von Bastian Pauly

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