Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
In Tegel ist jetzt der „Jumbo“ zu Gast

Flughafen Berlin In Tegel ist jetzt der „Jumbo“ zu Gast

Zwei Fensterreihen übereinander und vier Triebwerke: zumindest für den Flughafen Berlin Tegel ist das kein alltäglicher Anblick. Zumindest diesen November wird es aber einer werden. Weil die Passagierzahlen rasant anstiegen, schickt die Lufthansa zwischendurch ihre Boeings 747-400 von Frankfurt auf Kurzstrecke nach Berlin.

Voriger Artikel
Kommunen rechnen nicht mit Jobwunder bei Flüchtlingen
Nächster Artikel
Kindersitze im Test: Drei Viertel schneiden „gut“ ab

Ein selten gesehener Gast in Tegel: Die B747-400 nach der Landung

Quelle: Foto: dpa

Berlin. Die Landung in Berlin Tegel: aalglatt. Nur ein paar Wasserwolken werden aufgewirbelt und ganz so schrecklich laut ist es auch nicht. Der Flieger kann nach dem Aufsetzen gar nicht schnell genug Richtung Parkposition abbiegen. Sogar eine Minute vor dem geplanten Grounding um 10.55 Uhr war das Flugzeug aus Frankfurt am Main da.

Alles wie immer? Nein! Die doppelstöckige Fensterfront und vier Strahlwerke zeigen an, dass hier nichts normal ist. Denn eine Boing 747-400 ist auf dem Berliner Flughafen Tegel so gut wie nie zu sehen. An diesem Donnerstag ist der Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Tegel aber schon der dritte Berlinflug, der mit einem Jumbo-Jet absolviert wird. Weil 60 Air Berlin-Maschinen seit Sonnabend am Boden stehen, setzt die Lufthansa diesen November für die meistfrequentierte innerdeutsche Strecke die zweitgrößte Passagiermaschine der Welt ein.

Die Masse von 147 Elefanten

Die Boeing 747-400 ist ein vierstrahliges Langstrecken Großraumverkehrsflugzeug für maximal 660 Passagiere mit einem zweiten Passagierdeck des amerikanischen Herstellers Boeing Commercial Airplanes. Die 747-400 wurde auch als Frachtflugzeug hergestellt. Zum ersten Mal stieg dieser Flugzeugtyp im April 1988 auf.

Die Abmessungen sind enorm: Der Jumbo kommt bei einer Länge von 70,6 Metern auf eine Flügelspannweite von 64,4 Metern. Mit einer Höhe von 19,41 Meter nimmt es die B747-400 mit einem großen Wohnhaus auf. Voll beladen und betankt wiegt der Jumbo über 412 Tonnen. Man bräuchte etwa 147 echte „Jumbos“, also ausgewachsene Elefantenbullen, um dieses Gewicht zusammen zu bekommen.

Lufthansa setzt den Jumbo für Langstreckenflüge ein. Auf dem Gipfel seiner Reisetätigkeit fliegt der Jumbo 13,7 Kilometer über dem Meeresspiegel mit 982 Stundenkilometer durch die Lüfte. Das Flugzeug kann dabei eine Strecke von 13449 Kilometern zurücklegen. Die längste Strecke der Lufthansa mit dem Jumbo ist der Direktflug von Frankfurt am Main nach Buenos Aires in Argentinien: 11500 Kilometer.

Die Lufthansa kam laut Sprecher Wolfgang Weber Anfang Oktober ziemlich zügig auf diese Lösung. „Wir haben überlegt, wie wir der Situation Herr werden können“, sagt er. „Wenn wir nicht täglich Hunderte Leute stehen lassen wollen, haben wir keine andere Möglichkeit, als auf ein größeres Fluggerät zu gehen.“ Der Airbus 321, der sonst die Strecke Frankfurt-Berlin fliege, habe gerade mal 200 Plätze, der Jumbo würde mühelos 524 packen, da aber aus logistischen Gründen das Oberdeck für diese Flüge nicht angeboten wird, passt zumindest gut die doppelte Anzahl Passagiere in einen Flieger. Mit einer großen Tausch- und Verschiebeaktion hat Lufthansa seine Jumbos für die überstrapazierten Strecken Frankfurt-Berlin und München-Berlin freigeschaufelt. An diesem Donnerstag steigen nun 346 Passagiere und 16 Crewmitglieder aus.

Landung und Start verlaufen reibungslos

„Sehr ungewöhnlich“, nennt Kapitän Andreas Heyen den 45 Minuten kurzen Flug mit dem Riesen. „Beim normalen Arbeitsablauf steht der Flieger zehn Stunden“, so Heyen. Jetzt dagegen müsse er gleich die Abflugerlaubnis holen. Ein besonderer Tag ist es auch für den langjährigen Lufthansa-Mitarbeiter Alisan Elis. Als sogenannter „Operating Agent“ ist er für alles rund um das Be- und Entladen zuständig. Und da Flugzeug nicht gleich Flugzeug ist, braucht es für jeden Typ eine eigene Qualifikation. Elis wurde diesen November extra von Frankfurt nach Berlin abkommandiert. Für ihn ist es ein Heimspiel: Elis ist Berliner und hat am Flughafen Tempelhof angefangen. „Alles wunderbar“, ruft er fröhlich schon 20 Minuten nach der Landung. „Einstand gelungen.“

Ein weiterer Einstand gelingt später dem Flughafen Berlin-Brandenburg am Terminal C1. Dort drängen sich wieder über 300 Passagiere für den Rückflug nach Frankfurt an der Abfertigung. „Das Terminal ist groß“, sagt Sprecher Daniel Tolksdorf, „da gibt es genügend Platz und Umschlagmöglichkeiten.“ Die Abfertigung der Passagiere sei ziemlich reibungslos gelungen: „Berlin kann B7 47“ sagt Tolksdorf stolz.

Das wird der Flughafen jetzt noch eine ganze Weile können müssen. Zunächst bis zum 30. November werden die Jumbos von Montags bis Donnerstags kurzzeitig die Parkposition 52 A auf Tegel einnehmen. Wie es dann weitergehe, müsse man sehen, sagt Lufthansa-Sprecher Weber. Er hofft, dass bald geklärt ist wie viele der Air Berlin-Maschinen die Lufthansa-Tochter „Germanwings“ übernehmen wird. Vielleicht werde es auch im Dezember noch vereinzelte Jumbo-Flüge geben, das wisse man nicht so genau. Außer Übung kommen die Lufthansa-Jumbos mit ihrem Einsatz auf der Kurzstrecke aber sowieso nicht. Die „Wolfsburg“, die gegen Mittag sofort nach Frankfurt zurückflog, machte sich dort bereit für ein ihr angemessenes Ziel: Rio de Janeiro.

Von Rüdiger Braun

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 13.017,50 +0,07%
TecDAX 2.571,25 -0,08%
EUR/USD 1,1870 +0,17%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 170,22 +1,65%
DT. BANK 16,21 +1,60%
THYSSENKRUPP 23,03 +1,13%
FRESENIUS... 60,77 -1,39%
E.ON 9,72 -0,56%
SIEMENS 113,52 -0,50%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 235,73%
Commodity Capital AF 186,34%
Allianz Global Inv AF 120,13%
Polar Capital Fund AF 108,86%
BlackRock Global F AF 102,77%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Begleitetes Fahren schon ab 16 statt 17 – eine gute Idee?