Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Indiens Diesel-Kehrtwende sorgt für Proteste

Transport Indiens Diesel-Kehrtwende sorgt für Proteste

Erst vor wenigen Jahren war Indien eines der dieselfreundlichsten Länder der Welt. Weit mehr als die Hälfte aller Neu-PKW waren Diesel. Doch in kürzester Zeit hat die Politik eine Kehrtwende vollzogen.

Voriger Artikel
Tesla will schon 2018 eine halbe Million Elektroautos bauen
Nächster Artikel
Umfangreiche Streiks in Griechenland

Protestierende Diesel-Fahrer in Neu Delhi. Foto: Rajat Gupta

Neu Delhi. Zwei Tage lang ging in dieser Woche auf einer der größten Zufahrtsstraßen in die indische Hauptstadt Neu Delhi so gut wie nichts mehr. Zehntausende Taxis verstopften die Verkehrsader in einer Protestaktion gegen den Obersten Gerichtshof des Landes.

Der hatte verfügt, dass nur noch mit Gas betriebene Taxis für Fahrten innerhalb der Stadt zugelassen sind. Geschätzte 50 000 Dieseltaxis müssen ab sofort draußen bleiben.

Dies ist nur der jüngste Schritt in Indien, mit denen das einst so dieselfreundliche Land gegen den Treibstoff vorgeht. Noch im Jahr 2012 fuhren fast 60 Prozent aller neu zugelassenen Pkw mit einem Dieselmotor. Großzügige Subventionen für den Kraftstoff machten ihn für die Mehrzahl der indischen Autofahrer zur günstigeren Alternative. Doch in nur wenigen Jahren hat sich der Wind gedreht. In dem Land, das laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die meisten Städte mit der größten Luftverschmutzung der Welt hat, haben Politik und Gerichte Diesel schon Jahre vor dem Abgas-Skandal in den USA als einen der Übeltäter ausgemacht.

Im März 2016 hatten nach Angaben des indischen Automobilverbands SIAM noch knapp 40 Prozent der neu zugelassenen PKW einen Dieselmotor. Noch deutlicher wird der Rückgang, wenn man die Geländewagen und Kleinlaster aus der Statistik ausklammert, für die es keine Benzinvariante gibt. Wenn sie die Wahl haben, entscheiden sich inzwischen zwei von drei Pkw-Käufern in Indien für einen Benzinmotor.

Auch der Preisvorteil wird kleiner. Schon lange vor dem Abgas-Skandal in den USA hat die indische Regierung begonnen, Schritt für Schritt die Subventionen für Diesel zu senken. Im Jahr 2012 kostete ein Liter rund 34 Cent weniger als Benzin, heute noch gut 20.

Auf der anderen Seite stehen die Autobauer. Toyota hat für den Juni die Einweihung einer 130-Millionen-Euro-Einheit für Dieselmotoren angekündigt. Doch ausgerechnet das in Indien sehr beliebte Modell Innova ist von einem Zulassungsstopp für Dieselmotoren mit mehr als zwei Liter Hubraum in der Hauptstadt betroffen.

Die deutschen Anbieter halten sich mit Prognosen noch zurück. "Wir sehen eine gewisse Verunsicherung der Kunden im lokalen Markt der Hauptstadt", sagt Audi-Sprecher Moritz Drechsel. Ansonsten entwickle sich der Dieselverkauf stabil. SIAM-Generaldirektor Vishnu Mathur sieht das kritischer: "Wenn die Hauptstadt weiter große Dieselmotoren diskriminiert, wird das auch im Rest des Landes die Stimmung beeinflussen."

In der kommenden Woche steht eine weitere Sitzung des Obersten Gerichtshofs an. Dann entscheidet sich, ob der Zulassungsstopp in der Hauptstadt noch einmal verlängert wird.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 12.634,50 -0,03%
TecDAX 2.224,75 +0,14%
EUR/USD 1,1241 +0,02%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 17,40 +3,11%
DT. TELEKOM 18,01 +1,27%
BEIERSDORF 94,11 +0,90%
MERCK 106,34 -1,15%
SIEMENS 126,57 -1,13%
INFINEON 19,07 -0,80%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 136,00%
Crocodile Capital MF 117,54%
Fidelity Funds Glo AF 104,76%
NORDINTERNET AF 103,82%
Polar Capital Fund AF 100,47%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Wenn sich die Vorwürfe zum Mathe-Abi bestätigen...