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Kann die Ost-Wirtschaft zum Westen aufholen?

Ostdeutsches Wirtschaftsforum Kann die Ost-Wirtschaft zum Westen aufholen?

Premiere für das Ostdeutsche Wirtschaftsforum, das sich an zwei Tagen im beschaulichen Kurstädtchen Bad Saarow trifft. Das Forum ist prominent besetzt. SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel und die ostdeutschen Ministerpräsidenten werden erwartet. Die Initiatoren sprechen nicht ganz unbescheiden vom „Davos des Ostens“.

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SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel spricht auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum.

Quelle: DPA

Potsdam. Wenn schon, denn schon: Ein besonders exklusives Ambiente haben sich die Initiatoren des Ostdeutschen Wirtschaftsforums ausgesucht, das am Donnerstag im brandenburgischen Bad Saarow (Oder-Spree) Premiere hat: ein Resort-Hotel direkt am Scharmützelsee. Und nicht nur das. Das Treffen von Politikern, Unternehmern und Wissenschaftlern wurde auch noch – nicht ganz unbescheiden – als „Davos des Ostens“ angepriesen. Eine Anspielung auf das jährliche Treffen der Staatschefs beim Weltwirtschaftsforum im Schweizerischen, was wohl ganz bewusst gewählt ist. Schließlich soll das Ganze keine Eintagsfliege sein. Ziel ist es, ein solches Ost-Forum einmal im Jahr stattfinden zu lassen.

Initiator Frank Nehring, Herausgeber des ostdeutschen Magazins „Wirtschaft und Markt“, will nach eigener Aussage ein „Thinktank“ gründen, eine Art Denkfabrik, um über Zukunftsthemen der ostdeutschen Wirtschaft nachzudenken. Das offizielle Thema des Forums ist mit drei Schlagworten beschrieben: „Wirtschaft. Wachstum. Zukunft“. Versprochen wird, in erster Linie die Perspektiven der mittelständischen Unternehmen, die die ostdeutsche Wirtschaft hauptsächlich prägen, zu diskutieren und – wie es weiter heißt – „Handlungsfelder“ zu diskutieren.

Wie das genau aussehen soll, wird die Diskussion zeigen. Es soll im Kern um die Frage gehen, ob den neuen Ländern die Aufholjagd zum Westen gelingen wird oder ob Ostdeutschland auf Dauer „eine verlängerte Werkbank“ sein wird. Einer der Mitinitiatoren ist die Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins. Der Geschäftsführer des Berlin-Brandenburger Verbands, Steffen Heller, hat einige Erwartungen an das Treffen. Wichtig sei, dass neben Politikern auch Vertreter von Hochschulen dabei sind, die „frische Ideen“ einbringen.

Aus Brandenburg sind Vertreter der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), der Technischen Universität Wildau und des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts dabei. Direktor Professor Christoph Meinel ist einer der Referenten. Sein Thema: „Wohin führt uns die Digitalisierung in naher Zukunft?“ Meinel sagte der MAZ, Ostdeutschland habe seit der Wende vor 25 Jahren einen sehr starken Wandel durchlebt. Die Digitalisierung stelle die Gesellschaft und Unternehmen nun wieder vor gänzlich neue Herausforderungen. Er begrüße, dass sich das Forum Zukunftsthemen widme.

Insgesamt ist die Wirtschaft im Osten zwar weiter gewachsen, doch liegt sie bei der Wirtschaftskraft weiter unter dem Durchschnitt der westdeutschen Länder. Laut Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2016 liegt das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner bei 72,5 Prozent des Niveaus der westdeutschen Länder. 1991 waren es 42,8 Prozent. Typisch im Osten ist die Kleinteiligkeit der Wirtschaft. Es fehlen immer noch große Unternehmen. Es kam in dem Bericht auch die Zunahme von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus zur Sprache, die nach Ansicht der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der neuen Länder behindern würde. Gleicke selbst hat sich für das Forum ebenso angesagt wie Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Am Freitag zum Abschluss gibt es eine Runde mit den Ost-Ministerpräsidenten. Eine grundsätzliche Rede wird am Donnerstag von Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet. Sein Thema: „Worauf es künftig ankommt.“

Der Osten holt auf

Die Pro-Kopf-Wirtschaftskraft ist in Ostdeutschland rund 27,5 Prozent niedriger als in Westdeutschland. Auch im Vergleich zu den wirtschaftlich schwächeren alten Bundesländern besteht laut Bericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2016 „noch eine erhebliche, wenngleich etwas kleinere Lücke“.


In den vergangenen fünf Jahren ist die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Osten etwas stärker gestiegen als im Westen. In den neuen Ländern hat es zwischen 2011 und 2015 ein nominales Plus von 12,4 Prozent gegeben, in den alten waren es 10 Prozent. Der Osten habe allerdings einen erheblichen Bevölkerungsrückgang zu beklagen.

Von Igor Göldner

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