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Kein Ende der Preisspirale: Mieten steigen 2016 weiter

Jahreswechsel Kein Ende der Preisspirale: Mieten steigen 2016 weiter

Die Mietpreisbremse sollte sprunghafte Mietsteigerungen eigentlich verhindern. Doch sie gilt längst nicht überall - und die Wirkung ist umstritten. Im kommenden Jahr müssen sich Mieter daher erneut auf Mehrbelastungen einstellen.

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Mieter in Deutschland müssen auch 2016 wohl tiefer in die Tasche greifen. Foto: Jens Kalaene

Berlin. Mieter in Deutschland müssen auch 2016 wohl tiefer in die Tasche greifen. Ein Ende der Preisspirale ist nach Brancheneinschätzung nicht in Sicht.

"Es spricht alles dafür, dass die Mieten 2016 steigen werden", sagte der Direktor des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachfrage nach Wohnungen wachse vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten. Das Angebot dagegen nehme nicht in gleichem Maße zu. "Steigende Nachfrage und ein nicht ausreichend wachsendes Angebot führen in der Regel zu steigenden Mieten", sagte Siebenkotten.

Daran könne auch die im Juni eingeführte Mietpreisbremse nichts ändern. Sie soll sprunghafte Mieterhöhungen vor allem in Großstädten verhindern. Neumieten dürfen in ausgewiesenen Gegenden seitdem nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Bislang habe die Beschränkung in diesen Gegenden aber nicht zu sinkenden Mieten geführt, sagte Siebenkotten. "Vermieter halten sich von alleine offensichtlich nicht an die Mietpreisbremse."

Zu Jahresbeginn gilt die Regelung in rund 300 Städten in zehn Bundesländern. Der Mieterbund kritisiert vor allem, dass sie nicht flächendeckend eingeführt wurde. "Jetzt muss man mitunter fragen, warum in Gemeinde X die Mietpreisbremse gilt und in der Nachbargemeinde nicht", sagte Siebenkotten.

Auch die Wohnungsunternehmen erwarten für das kommende Jahr keine große Entspannung bei den Mieten. "Es wird zu wenig gebaut, der Markt wird zu eng", sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen fehlten rund 800 000 Wohnungen. "Deshalb kann es jetzt passieren, dass man für schlechte Wohnungen gutes Geld ausgeben muss." Insgesamt erwarte er aber eine moderate Mietentwicklung.

Gute Nachrichten hat der Mieterbund in Sachen Nebenkosten. Bei der Abrechnung für das zu Ende gehende Jahr seien keine höheren Heizkosten zu erwarten. Zwar sei es vor allem zu Jahresbeginn wieder etwas kälter gewesen. "Das wird aber nicht zu höheren Heizkosten führen, weil die Energiepreise auch 2015 nachgegeben haben", erklärte Siebenkotten.

Über die Umlage von Modernisierungskosten wird nach Einschätzung des Mieterbunds im kommenden Jahr gestritten. Derzeit kann ein Vermieter 11 Prozent dieser Kosten an den Mieter weitergeben. Justizminister Heiko Maas (SPD) will das auf 8 Prozent reduzieren, der Mieterbund fordert 6 Prozent. "Das wäre für Investoren angesichts der aktuellen Zinssätze immer noch sehr lohnend", sagte Siebenkotten. Die Wohnungsunternehmen sehen dagegen Anbieter günstiger Wohnungen benachteiligt.

Ein anderer Konfliktherd zwischen Mieter und Vermieter dagegen dürfte weiter an Bedeutung verlieren. Die Wohnungsunternehmen erwarten erneut einen Rückgang der Mietschulden - allerdings weniger stark als zuletzt. "Die Mietschulden werden nicht bis auf Null sinken", sagte Gedaschko. "Es wird immer Mieter geben, die nicht zahlen."

dpa

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