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Wirtschaft Keine Dienst-Mails im Urlaub - Daimler lässt löschen
Nachrichten Wirtschaft Keine Dienst-Mails im Urlaub - Daimler lässt löschen
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16:05 13.08.2014
Trotz Urlaubs hat so mancher Arbeitnehmer Stress - weil er seine Dienst-Mails permanent liest. Quelle: Michael Kappeler/Symbolbild
Stuttgart

h. Das ist eine emotionale Entlastung." Auch andere Unternehmen setzen dem E-Mail-Stress in der Freizeit inzwischen Grenzen.

Daimler hatte das Vorhaben bereits Ende 2012 angekündigt, bisher aber nur in einzelnen Bereichen getestet. Wie viele Beschäftigte im Urlaub wirklich die Finger von ihren E-Mails lassen, wird nicht erhoben.

Dem Dax-Konzern zufolge können nun alle rund 100 000 Mitarbeiter mit eigenem E-Mail-Postfach das Angebot nutzen. Eine Abwesenheitsnotiz verweist dann auf den zuständigen Vertreter - und darauf, dass die soeben geschickte E-Mail gelöscht wurde.

Die Schwaben haben dafür einen eigens entwickelten Abwesenheitsassistenten namens "Mail on Holiday" entwickelt. Der Vorteil: Mitarbeiter haben nicht den Druck, schon im Urlaub ihr dienstliches Postfach zu checken - und bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz sind keine Altlasten abzuarbeiten.

Die IG Metall begrüßte den Schritt. Eine Sprecherin betonte aber, dass man bei dem Thema auch die Politik in der Pflicht sehe, Regelungen zu finden: "Die zunehmende Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sind."

Auch andere Unternehmen lassen ihre Leute in der Freizeit zur Ruhe kommen. Der Autobauer Volkswagen hat etwa eine E-Mail-Pause nach Feierabend eingeführt. Bei der Telekom haben sich leitende Angestellte verpflichtet, Mitarbeitern nach Dienstschluss, am Wochenende und im Urlaub keine Mails zu schicken.

Der Autozulieferer Continental hat dazu nach eigenen Angaben einen "Leitfaden mit Ratgeber-Charakter". Der Softwarekonzern SAP setzt indes auf Online-Plattformen: Dort könnten Teams ihre Ergebnisse sicher und Dokumente fortlaufend bearbeiten. Wer im Urlaub sei, bleibe außen vor und könne den Fortschritt bei Rückkehr einsehen.

"Ich finde die Idee gut", sagt Frank Brenscheidt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit Blick auf Daimlers Löschaktion. "Das ist aber nichts, was auf jeden Arbeitsplatz übertragbar ist." Letztlich müsse jeder Betrieb seine eigene Lösung finden - zumal so mancher Mitarbeiter zu einzelnen Ansprechpartnern unter Umständen ein Vertrauensverhältnis habe, das sein Vertreter nicht ersetzen könne. Brenscheidt: "Die besten Geschäfte werden oft über persönliche Kontakte abgeschlossen."

dpa

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